Neuer Weg, Organ des Zentralkomitees der SED für alle Parteiarbeiter 1954, Heft 17/26

Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 17/26 (NW ZK SED DDR 1954, H. 17/26); Parteipraxis Mit Hilfe der Landsonntage die Parteiarbeit auf der Zur Vorbereitung der Volkswahl ist es wichtig, noch einmal auf die Bedeutung der Landsonntage für die Verbesserung der politischen Arbeit auf dem Lande hinzuweisen. Die Landsonntage sind in verhältnismäßig kurzer Zeit zu einem festen Bestandteil unserer Parteiarbeit auf dem Lande geworden und haben dazu feeigetragen, die patriotische Bewegung unter der Landbevölkerung auszulösen. Jedoch ist der Erfolg der Landsonntage in den einzelnen Bezirken und Kreisen noch unterschiedlich. Ein gutes Beispiel gibt der Kreis Nauen. Dort wächst die Zahl der Teilnehmer an den Landsonntagen von Monat zu Monat. Im Vergleich zum Monat April stieg die Zahl der Agitatoren von 609 auf rund 2000 im August. Das Besondere daran ist aber, daß sich auch der Teilnehmerkreis aus den Dörfern selbst vergrößert und schon im Mai fast 50 Prozent ausmachte. Es zeigt sich hier bereits die Auswirkung der bisherigen politischen Arbeit an den Landsonntagen. Die Aktivität der Parteimitglieder auf dem Lande erhöht sich, und die Parteiarbeit beginnt, sich langsam zu verändern. Darauf kommt es bei den Landsonntagen doch gerade an. Die Festigung des Bündnisses der Arbeiterklasse mit den werktätigen Bauern erfordert eine gute Arbeit der Parteiorganisationen, sowohl in der Industrie als auch in der Landwirtschaft. Die Hilfe der Genossen aus der Industrie und der Stadt am Landsonntag muß daher auf die Verbesserung der Parteiarbeit im Dorf gelenkt werden, um eben auch dort eine systematische politische Arbeit zu gewährleisten. Die Werktätigen von der Richtigkeit der Politik der Partei und der Regierung zu überzeugen, kann niemals durch einen Agitationseinsatz am Landsonntag allein erreicht werden. Die Landarbeiter und werktätigen Bauern brauchen ständig die politische Hilfe der Partei, denn es gibt täglich neue Fragen, auf die sie eine Antwort haben wollen. Auch darf man nicht unbeachtet lassen, daß der Klassenfeind täglich versucht, sein Gift unter der Landbevölkerung zu verspritzen. Die Partei muß daher ständig ihre führende Rolle auch in den Dörfern unter Beweis stellen. Die Aufgabe der Landsonntage soll sein, die politische Führung im Dorf durch die Ortsparteiorganisation zu stärken und die Partei- und Massenorganisationen zur selbständigen Arbeit zu erziehen. Die Genossen der Parteiorganisation im Staatlichen Rundfunkkomitee haben sich von diesem Gesichtspunkt in ihrer Arbeit leiten lassen. Die Parteiorganisation in ihrer Patengemeinde Beerfelde wurde durch ihre Hilfe zur Führung im Dorf. Das zeigt folgendes Beispiel: In Beerfelde fehlte die Besetzung der Dreschkästen für die Nachtschicht. Die Parteileitung beriet darüber, was zu tun sei und wandte sich dann auf Vorschlag des Parteisekretärs an Waldarbeiter, Hausfrauen und Jugendliche im Dorf. Diese waren schon nach kurzer Zeit bereit, die Dreschkästen in der Nachtschicht zu besetzen. Die Genossen in Beerfelde überlegten selbst und handelten dann richtig. Anders ist es dagegen in Paretz. Die Genossen der Betriebsparteiorganisation der Deutschen Bauernhochschule sind zwar sehr rührig, geben ihrer Patengemeinde viel politische Hilfe und packen auch bei der Ernte gut zu, aber ihre Hilfe für die Verbesserung der Parteiarbeit zum Beispiel auf dem volkseigenen Gut läßt noch zu wünschen übrig. Die Genossen der Hochschule sollten über jedes Mitglied der Parteiorganisation des volkseigenen Gutes die Patenschaft übernehmen und diesen Genossen helfen, dann wird auch die Parteiarbeit auf dem volkseigenen Gut vorankommen und zielstrebiger werden. Dann werden auch an der Agitation am Landsonntag nicht nur die Genossen der Deutschen Bauernhochschule und einige wenige Genossen des Dorfes teilnehmen, sondern es werden viele neue Kräfte dafür gewonnen. Entscheidend für den Erfolg des Landsonntages ist der politische Inhalt der Agitation an diesem Tage. Häufig bilden aber wirtschaftliche Fragen den Hauptbestandteil der Diskussion am Landsonntag, und der Zusammenhang zwischen den unbedingt wichtigen wirtschaftlichen Fragen und den politischen Problemen wird nur ungenügend oder gar nicht hergestellt. Die Ursache dafür, daß der Inhalt der Agitation noch nicht den Anforderungen gerecht wird, die an ihn gestellt werden, ist meist in der ungenügenden Ausarbeitung der Argumentation durch die Bezirks- und Kreisleitung und in der zu oberflächlichen Schulung der Agitatoren zu suchen. Einige Parteileitungen vertreten sogar den Standpunkt, daß der Betriebsagitator in der Hauptsache viele landwirtschaftliche Kenntnisse besitzen muß, um überhaupt mit den Bauern sprechen zu können. Das ist aber nicht das Wichtigste. Der Agitator muß vor allem die Politik der Partei und der Regierung kennen und es verstehen, den Bauern bestimmte politische und ideologische Fragen prinzipiell zu erläutern. Dazu ein Beispiel: Ein Rostocker Bauarbeiter sprach mit einem Bauern aus S a n i t z , der seine Pflichten gegenüber dem Staat schlecht erfüllte, u. a. etwa so: „Wenn wir Bauarbeiter so schlecht arbeiten würden, wären nicht halb so viele Wohnungen und Bauten fertig. Wir wenden neue Arbeitsmethoden an und schaffen dadurch bedeutend mehr als früher. Ich erfülle meine Norm mit 125 bis 130 Prozent.“ Der Bauer war nach der zweistündigen Aussprache überzeugt, daß er nicht mehr nach althergebrachter Weise wurschteln kann. So muß die Agitation geführt werden. So ist das richtig. Prinzipiell diskutieren und die Bauern, wie an unserem Beispiel gezeigt wird, von der Notwendigkeit der Anwendung neuer Arbeitsmethoden überzeugen. Dabei ist vorteilhaft, wenn je zwei Agitatoren, einer aus der Stadt und einer aus dem Dorf, gemeinsam die Familien aufsuchen, weil sie sich in der Argumentation unterstützen und auch voneinander lernen können. Als Hilfsmittel des Agitators haben sich schriftliche Agitationsmaterialien gut bewährt. Die Bezirksleitung Potsdam gibt beispielsweise zu jedem Landsonntag ein Flugblatt unter dem ständigen Titel „Was Bauer Landmann wissen will“ heraus. Entsprechend den Weisungen des Büros der Bezirksleitung werden dann in Frage und Antwort einige wichtige politische und wirtschaftliche Fragen behandelt. Auch gibt es fast in allen Maschinen-Traktoren-Stationen Dorfzeitungen. Sie bieten dem Agitator viele Anknüpfungspunkte für ihre Gespräche mit der Dorfbevölkerung. Andererseits können sich die Agitatoren darin auch selbst über die wirtschaftlichen und politischen 26;
Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 17/26 (NW ZK SED DDR 1954, H. 17/26) Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 17/26 (NW ZK SED DDR 1954, H. 17/26)

Dokumentation: Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), Dietz Verlag, Berlin 1954 (NW ZK SED DDR 1954, H. 1-24). Die Zeitschrift Neuer Weg im 9. Jahrgang 1954 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1954 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 24 im Dezember 1954. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neuer Weg im 9. Jahrgang 1954 (NW ZK SED DDR 1954, H. 1-24 v. Jan.-Dez. 1954).

Die Erarbeitung von Ersthinweisen im Rahmen der Sicherung der Staatsgrenze der zur und Westberlin. Die Aufklärung unbekannter Schleusungs-wege und Grenzübertrittsorte, . Der zielgerichtete Einsatz der zur Erarbeitung, Überprüfung und Verdichtung von Ersthinweisen, Die Aufdeckung und Überprüf ung operativ bedeutsamer Kontakte von Bürgern zu Personen oder Einrichtungen nichtsozialistischer Staaten und Westberlins, insbesondere die differenzierte Überprüfung und Kontrolle der Rück Verbindungen durch den Einsatz der GMS. Die Erarbeitung von Ersthinweisen im Rah- inen der Absicherung des Reise-, Besucherund Trans tverkehrs. Die Erarbeitung von Ersthinweisen im Rahmen der Sicherung der Staatsgrenze der zur und Westberlin. Die Aufklärung unbekannter Schleusungs-wege und Grenzübertrittsorte, . Der zielgerichtete Einsatz der zur Erarbeitung, Überprüfung und Verdichtung von Ersthinweisen. Die Aufdeckung und Überprüfung operativ bedeutsamer Kontakte von Bürgern zu Personen oder Einrichtungen nichtSozialistischer Staaten und Westberlins, insbesondere die differenzierte Überprüfung und Kontrolle der Rückverbindungen durch den Einsatz der Die Erarbeitung von Ersthinweisen im Rahmen der Absicherung des Reise-, Besucher- und Transitverkehrs. Die Erarbeitung von im - Rahmen der Sicherung der Staatsgrenze wurde ein fahnenflüchtig gewordener Feldwebel der Grenztruppen durch Interview zur Preisgabe militärischer Tatsachen, unter ande zu Regimeverhältnissen. Ereignissen und Veränderungen an der Staatsgrenze und den Grenzübergangsstellen stets mit politischen Provokationen verbunden sind und deshalb alles getan werden muß, um diese Vorhaben bereits im Vorbereitungs- und in der ersten Phase der Zusammenarbeit lassen sich nur schwer oder überhaupt nicht mehr ausbügeln. Deshalb muß von Anfang an die Qualität und Wirksamkeit der Arbeit mit neugeworbenen unter besondere Anleitung und Kontrolle der Bearbeitung; den Einsatz qualifizierter erfahrener operativer Mitarbeiter und IM; den Einsatz spezieller Kräfte und Mittel. Die Leiter der Diensteinheiten, die Zentrale Operative Vorgänge bearbeiten, haben in Zusammenarbeit mit den Bezirksverwaltungen gewissenhaft untersuchen, welche, wesentlichen Handlungen, Vorkommnisse und Erseheinungen - natürlich unter Berücksichtigung der bisher vorliegenden Erkenntnisse absehbaren Entwicklungen - auf den jeweiligen Transitstrecken auftreten können.

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