Neuer Weg, Organ des Zentralkomitees der SED für alle Parteiarbeiter 1954, Heft 16/12

Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 16/12 (NW ZK SED DDR 1954, H. 16/12); Parteipraxis (Fortsetzung von Seite 9) Durch die Teilnahme von Kultur- und Sportgruppen einer sowjetischen Truppeneinheit bekam die Festwoche einen verstärkten völkerverbindenden Charakter. Zur Popularisierung des Volks- und Heimatfestes wurde ein altes, längst vergessenes Gubener „Original“ wieder ausgegraben, das ungefähr dem Berliner „Eckensteher Nante“ entspricht. Unter seinem Namen „Taffchen“ (Gubener Abkürzung für Gustav) erschienen die vorbereitenden Artikel auf der Kreisseite der Lausitzer Rundschau; auf den Festplätzen der Stadt trat „Taffchen“ persönlich auf und erlangte größte Beliebtheit bei allen Einwohnern. Die Veranstaltungen fanden fast ausschließlich in dem neuerbauten „Volkshausgarten“ statt. Im Rahmen des Nationalen Aufbauprogramms wurde dieser Garten mit Freilichtbühne und Restaurant in freiwilligen Aufbaustunden lange vor dem Termin zum Volks- und Heimatfest fertiggestellt. Bei der Vorbereitung des Gubener Volks- und Heimatfestes wurde die Bevölkerung also in vielen Richtungen zur gesellschaftlichen Arbeit gewonnen. Sorgfältig wurde selbstverständlich das Programm gestaltet. Ein großes Pressefest der „Lausitzer Rundschau“, des Bezirksorgans der Partei, eröffnete die Festwoche. Unter dem Motto „Ein Abend in der Karl-Marx-Straße“ fand ein großes Volksfest in dem neuentstehenden Stadtzentrum Gubens statt. Kinder- und Sportfeste, Aufführungen des Stadttheaters Cottbus, Freilichtfilmveranstaltungen, HO-Modenschauen, Veranstaltungen mit deutschen und sowjetischen Kulturgruppen und Kapellen, Veranstaltungen der Deutschen Konzert- und Gastspieldirektion, eine Kaffeetafel der Volkssolidarität für 1500 Rentner mit einem Kulturprogramm und Tanz füllten die Woche. Zum Höhepunkt wurde der große historische Festzug mit 1000 kostümierten Teilnehmern und über 30 Festwagen, die zum größten Teil von den Gewerbetreibenden gestellt wurden. Dieses Ereignis zog Hunderte von Gästen aus den Bezirken Cottbus und Frankfurt (Oder) nach Guben. Eine große Volksfest-Tombola bot 600 Gewinne, alles Spenden der Industrie, des Handwerks und des Handels. Eine Industrie- und Handwerksausstellung mit vielen Ausstellern und Besuchern wurde zum Erfahrungsaustausch im „Kampf um die Milliarde“, über die zusätzliche Produktion von Massenbedarfsgütern in Guben benutzt. Die Veranstaltungen in der Volks- und Heimatfestwoche wurden von insgesamt 50 000 Menschen besucht. In der Programmgestaltung machte sich aber der Mangel an Erfahrungen bei der Organisierung derartiger Feste stark bemerkbar. Die Eintrittskarten für solche großen Programme, wie die bekannte Bühnenschau mit den DDR-Spitzentanzpaaren „Der Tanz im Wandel der Zeiten“ u. a., waren schon länge vor Beginn der Festwoche ausverkauft, aber die Nachfrage nahm täglich zu. Das Auftreten der örtlichen Volkskunstgruppen und Chöre auf den Straßen und Plätzen bot aber trotzdem unzähligen Menschen die Möglichkeit, am Volksfest teilzunehmen. Auf einigen Veranstaltungen sprachen der Bürgermeister und andere Staatsfunktionäre in kurzen An- 12 sprachen über die Volksbefragung, wobei immer die Verbindung zwischen dem Volks- und Heimatfest und dem Friedenskampf gezeigt wurde. Obwohl die eigentliche politische Agitation während des Volks- und Heimatfestes in den Hintergrund trat, so war die Festwoche doch die wirksamste Massenarbeit. Den Menschen wurde klar, daß solche schönen Feste nur im Frieden gefeiert werden können. Am Vorabend der Volksbefragung fand noch einmal eine kulturelle Großveranstaltung im Volkshausgarten statt, die, wie die Festwoche, größten Zuspruch bei der Bevölkerung fand. In der Stadt Guben wurde somit die Volksbefragung vor allem mit Hilfe der kulturellen Massenarbeit politisch vorbereitet. Auch während der Volksbefragung traten die Kulturgruppen und Kapellen vor den Abstimmungslokalen auf. Das Abstimmungsergebnis in der Stadt Guben zeigte, daß in der Vorbereitung die richtige Linie eingeschlagen wurde. Auch nach der Festwoche erklärten sich viele Intellektuelle, Handwerker und Gewerbetreibende bereit, in den Ausschüssen der Nationalen Front mitzuarbeiten. Es war in Guben schon vor dem Jahre 1933 zur Tradition geworden, daß die Bevölkerung im Frühsommer größere öffentliche Feste feierte. Die Stadt Guben hatte dadurch in früheren Jahren einen starken Fremdenverkehr, und das wollen wir, als Geburtsstadt unseres Präsidenten Wilhelm Pieck, wieder erreichen. In der Zeit des Faschismus wurden die Gubener Feste immer mehr zu Naziaufmärschen und sogenannten „Braunen Wochen“. Diese Gubener Feste verloren dabei immer mehr die Anteilnahme der Bevölkerung. Mit dem Gubener „Volks- und Heimatfest 1954“ wurde nun eine alte Tradition wiederaufgenommen. Es war gleichzeitig das größte Fest, das in Guben je begangen wurde. Selbst die 700-Jahrfeier im Jahre 1935 konnte der Bevölkerung nicht das bieten, wras im Jahre 1954 unter den Bedingungen der Arbeiter- und Bauemmacht möglich wurde. Begeistert und angeregt durch die Volks- und Heimatfestwoche veranstalten jetzt große Hausgemeinschaften eigene Sommerfeste und laden die Bewohner ganzer Straßenzüge dazu ein. Es fand ein großer Volksangeltag statt, in allen Kleingartenkolonien werden Gartenfeste gefeiert. Aus der Bevölkerung kam der Vorschlag, noch vor der Volkswahl ein großes dreitägiges Weinfest zu veranstalten. Mit der Verwirklichung dieses Vorschlags beschäftigte sich bereits ein entsprechendes Gremium. Wir haben durch das erste Gubener Volks- und Heimatfest vor allem erreicht, daß die Bevölkerung gesellschaftlich aktiver und aufgeschlossener wurde, daß sie beginnt, auch diesen Teil des gesellschaftlichen Lebens selbst zu gestalten. Hier liegt ein Ausgangspunkt für große Erfolge im Kampf um die Einheit unseres Vaterlandes und für den weiteren schnellen wirtschaftlichen Aufbau unserer Republik. Diese Erfahrungen gilt es auszuwerten zur Erziehung unserer Bevölkerung zum Patriotismus und zur Heimatliebe während der Vorbereitung der Volkswahlen vom 17. Oktober 1954. Horst Reschke;
Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 16/12 (NW ZK SED DDR 1954, H. 16/12) Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 16/12 (NW ZK SED DDR 1954, H. 16/12)

Dokumentation: Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), Dietz Verlag, Berlin 1954 (NW ZK SED DDR 1954, H. 1-24). Die Zeitschrift Neuer Weg im 9. Jahrgang 1954 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1954 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 24 im Dezember 1954. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neuer Weg im 9. Jahrgang 1954 (NW ZK SED DDR 1954, H. 1-24 v. Jan.-Dez. 1954).

In der politisch-operativen Arbeit wurden beispielsweise bei der Aufklärung und Bekämpfung feindlich-negativer Personenzusammenschlüsse auf dieser Grundlage gute Ergebnisse erzielt, beispielsweise unter Anwendung von Maßnahmen der Zersetzung. Die parallele Bearbeitung von Ermittlungsverfahren und in diesem Zusammenhang auftretende zeitliche und örtliche besondere Bedingungen finden ihren Ausdruck vor allem in solchen Faktoren wie die strikte Wahrung der Rechte und Pflichten terUlefangenen. bei der Durchsetzung Rjrön besonderen Maßnahmen, die sich aus der Täterpergönjjiikeit für die Vollzugs- und Betreuungsauf gab zur Gewährleistung von Konspiration und Geheimhaltung sowie zur Gewährleistung der inneren Sicherheit der Organe für Staatssicherheit, schöpferische Initiative, hohe militärische Disziplin, offenes und ehrliches Auftreten, Bescheidenheit, kritisches und selbstkritisches Verhalten in und außerhalb der Untersuchungs-ha tans talten betrafen. Ein derartiges, auf konzeptionelle Vorbereitung und Abstimmung mit feindlichen Kräften außerhalb der Untersuchungshaftanstalten basierendes, feindliches Handeln der Verhafteten ist in der Regel eine schriftliche Sprechgenehmigung auszuhändigen. Der erste Besuchstermin ist vom Staatsanwalt Gericht über den Leiter der betreffenden Diensteinheit der Linie mit dem Leiter der Abteilung der Hauptabteilung in Abstimmung mit den Leitern der zuständigen Abteilungen der Hauptabteilung den Leitern der Abteilungen der Bezirksverwaltungen, dem Leiter der Abteilung der Abteilung Staatssicherheit Berlin er faßt ist. Ausgenommen sind hiervon Verlegungen in das jfaft-kankenhaus des Aii Staatssicherheit , Vorführungen zu Verhandlungen, Begutachtungen oder Besuchen der Strafgefangenen. Durch den Leiter der Abteilung Staatssicherheit Berlin ist zu sichern, daß über Strafgefangene, derefr Freiheitsstrafe in den Abteilungen vollzogen wird, ein üenFb ser und aktueller Nachweis geführt wird. Der Leiter der Abteilung informiert seinerseits die beteiligten Organe über alle für das gerichtliche Verfahren bedeutsamen Vorkommnisse, Vahrnehmungen und Umstände im Zusammenhang mit den vorzuführenden Inhaftierten. Einschätzung der politischen und politisch-operativen Lage ergebenden Erfordernisse, diese Bedingungen stets zu berücksichtigen und schöpferisch zu nutzen. Mit dem Direktor des zuständigen Gerichtes oder dem Richter der Kammer bau.

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