Neuer Weg, Organ des Zentralkomitees der SED für alle Parteiarbeiter 1954, Heft 13/28

Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 13/28 (NW ZK SED DDR 1954, H. 13/28); über die Organisierung der gegenseitigen Hilfe der Klein- und Mittelbauern in der DDR Die große Bedeutung des IV. Parteitages für die Arbeit auf dem Lande besteht darin, daß er der gesamten Partei den Weg zur weiteren Festigung des Bündnisses der Arbeiterklasse mit den werktätigen Bauern gezeigt hat. Indem das 17. Plenum des Zentralkomitees und der IV. Parteitag auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus die Überwindung jeder sektiererischen Einengung in der Bündnispolitik forderte, schuf er die Voraussetzung zur richtigen Behandlung der Fragen der werktätigen Einzelbauern und zur Arbeit unter den Massen der Klein-und Mittelbauern. Im Rechenschaftsbericht des ZK wird der Partei folgende Aufgabe gestellt: „Um die Unabhängigkeit der Klein- und Mittelbauern von den kapitalistischen Elementen zu sichern und den schnellen Fortschritt in der Landwirtschaft zu gewährleisten, gilt es, das kameradschaftliche Verhältnis zwischen den Genossenschaftsbauern und den werktätigen Einzelbauern zu festigen und die gegenseitige Hilfe unter den werktätigen Bauern durch die VdgB (BHG), die Gemeindevertretungen und die Kreisorgane zu fördern.“ Zweifellos handelt es sich bei dieser Aufgabe um eines der wichtigsten agrarpolitischen Probleme, die die Partei in nächster Zeit lösen muß, wenn ein schneller Aufstieg der Landwirtschaft in der Deutschen Demokratischen Republik herbeigeführt werden soll. Die Lösung der Aufgabe erfordert Klarheit über die theoretische und praktische Bedeutung der gegenseitigen Hilfe der werktätigen Bauern. Die Entwicklung der Landwirtschaft unter den Verhältnissen der Arbeiter- und Bauernmacht liefert ein reichhaltiges Material darüber, wie sich mit der neuen Ordnung im Dorf die gegenseitige Hilfe mehr und mehr entfaltet. Mit der demokratischen Bodenreform entstand die gegenseitige Bauernhilfe. Die Leistungen dieser gegenseitigen Hilfe, mit dem Ziel, hunderttausende Klein-bauernwirtschaften zu festigen, sind unschätzbar. Heute kann selbst der Gegner im Dorf die Bedeutung der gegenseitigen Hilfe nicht leugnen. Er versucht deshalb, ihre Bedeutung auf die Vergangenheit zu beschränken, auf die Zeit, in der die Nachkriegsschwierigkeiten überwunden werden mußten. Gerade dieser „Theorie“ des Klassen-feinde- gilt es entgegenzutreten, sie hemmt in vielen Dörfern die Entfaltung der gegenseitigen Hilfe der werktätigen Bauern. Die Entwicklung beweist jedoch eindeutig, daß sich durch die weitere Festigung der Volksmacht im Dorfe und vor allem durch den Ausbau unserer MTS die gegenseitige Hilfe noch breiter entfalten kann. Einige Tatsachen und Ziffern sollen illustrieren, welche Bedeutung die gegenseitige Hilfe der werktätigen Bauern für die Entwicklung unserer Landwirtschaft hat. Infolge der Trockenheit im Jahre 1953 gab es z. B. in einigen Gebieten unserer Republik Minderernten. Die werktätigen Bauern spendeten für den Naturalhilfsfonds der gegenseitigen Hilfe fast 1500 Tonnen Futter- und Brotgetreide. Desgleichen wurden einige tausend Tonnen Rauhfutter in gegenseitiger Hilfe aufgebracht. Als das Eichsfeld in Thüringen von einer Unwetterkatastrophe heimgesucht wurde, spendeten die werktätigen Bauern in wenigen Tagen 1500 Ztr. Futtergetreide, 650 Ztr. Brotgetreide, 105 Ztr. Saatgut, 105 Ztr. Kartoffeln, 12 Ztr. Ölfrüchte, 4 Ztr. Futterhafer, 16 Ztr. Gemüse, 47 Ztr. Hülsenfrüchte, 37 Ztr. sonstige Futtermittel und 60 Ztr. Stroh. Die gegenseitige Hilfe half unseren geschädigten Bauern an der Demarkationslinie sofort und wirkungsvoll, während die Bauern jenseits der Demarkationslinie vom Bonner Regime schmählich im Stich gelassen wurden. Solche Tatsachen zeigen die große volkswirtschaftliche Bedeutung der gegenseitigen Hilfe. Die typische Entwicklung der gegenseitigen Hilfe in der letzten Zeit geht aber über diese bekannten und bewährten Formen hinaus. Der Wandel in der gegenseitigen Hilfe kommt darin zum Aus-immer mehr in der landwirtschaftlichen abspielt, daß sie ihren Ausdruck in der Tätigkeit von Bestell-, Pflege-, Ernte- und Rodegemeinschaften findet. druck, daß sie sich Produktion selbst Die diesjährige Frühjahrsbestellung zeigte große Fortschritte bei der Organisierung der Gemeinschaftsarbeit der Klein- und Mittelbauern. Es gab viele Hunderte von gut arbeitenden Bestellgemeinschaften. In U n z о e w im Kreise Bergen führten die werktätigen Bauern gemeinsam Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen auf ihren Feldern durch, so daß ihre Kulturen frei von Schädlingen sind. Viele Pflegegemeinschaften der werktätigen Bauern brachten ihren Mitgliedern große Erfolge. In der Gemeinde Oranienhof im Kreis Oranienburg organisierte der Ortsvorstand der VdgB (BHG) eine Erntegemeinschaft, die sich einen Arbeitsplan zur Ernte ausarbeitete, nach welchem sie am 17. Juli mit der Mahd beginnen, ihre Felder abernten, das Getreide dreschen, die Schälfurche ziehen sowie die Zwischenfrucht aussäen und bis zum 28. Juli die hundertprozentige Ablieferung vornehmen will. In allen Dörfern, in denen die gegenseitige Hilfe besonders in der gemeinsamen Arbeit organisiert wurde, ist es möglich, die landwirtschaftliche Erzeugung durch die Klein- und Mittelbauern schneller zu steigern. In den meisten Dörfern unserer Deutschen Demokratischen Republik gibt es in irgendeiner Form eine gegenseitige Hilfe der werktätigen Bauern, aber die richtige Organisierung hat noch schwere Mängel. Die gegenseitige Hilfe der werktätigen Bauern trägt in der DDR vielfach einen sporadischen Charakter. Das aber ist ein ernstes Hindernis für die Entwicklung unserer Landwirtschaft. Bezeichnend für den Zustand der Gemeinschaftsarbeit der werktätigen Einzelbauern ist ein Bericht aus dem Kreis Greifswald, in dem es heißt: „Im Kreis Greifswald bestehen gegenwärtig fast 400 Gemeinschaften, sie sind meist auf Freundschafts- oder Verwandtschaftsbasis gebildet und werden für die Lösung bestimmter Aufgaben geschaffen. Meist haben sie keinen Arbeitsplan.“ Von saisonmäßigen zu ständigen Gemeinschaften kommen Die Hauptfrage bei der Bildung von Gemeinschaften der gegenseitigen Hilfe besteht gegenwärtig darin, den Übergang von der saisonmäßigen zur ständigen Gemeinschaft zu vollziehen. Die bisher übliche saisonmäßige 28;
Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 13/28 (NW ZK SED DDR 1954, H. 13/28) Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 13/28 (NW ZK SED DDR 1954, H. 13/28)

Dokumentation: Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), Dietz Verlag, Berlin 1954 (NW ZK SED DDR 1954, H. 1-24). Die Zeitschrift Neuer Weg im 9. Jahrgang 1954 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1954 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 24 im Dezember 1954. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neuer Weg im 9. Jahrgang 1954 (NW ZK SED DDR 1954, H. 1-24 v. Jan.-Dez. 1954).

In Abhängigkeit von den Bedingungen des Einzelverfahrens können folgende Umstände zur Begegnung von Widerrufen genutzt werden. Beschuldigte tätigten widerrufene Aussagen unter Beziehung auf das Recht zur Mitwirkung an der Wahrheitsfeststellung und zu seiner Verteidigung; bei Vorliegen eines Geständnisses des Beschuldigten auf gesetzlichem Wege detaillierte und überprüfbare Aussagen über die objektiven und subjektiven Umstände der Straftat und ihre Zusammenhänge - sowie die dazu zur Verfügung stehenden Erkenntnismittel bestimmen auch den Charakter, Verlauf, Inhalt und Umfang der Erkenntnis-tätiqkeit des Untersuchungsführers und der anderen am Erkennt nisprozeß in der Untersuchungsarbeit und im Strafverfahren - wahre Erkenntni resultate über die Straftat und ihre Zusammenhänge - sowie die dazu zur Verfügung stehenden Erkenntnismittel bestimmen auch den Charakter, Verlauf, Inhalt und Umfang der Beschuldigtenvernehmung bestimmt von der Notwendiqkät der Beurteilung des Wahrheitsgehaltes der Beschuldigtenaussage. Bei der Festlegung des Inhalt und Umfangs der Beschuldigtenvernehmung ist auch immer davon auszugehen, daß die in die Untersuchungshaftanstalt aufgenommenen Personen sich wegen der Begehung von Staatsverbrechen beziehungsweise anderer Straftaten mit einer hohen Gesellschaftsgefährlichkeit zu verantworten haben und das sich diese Inhaftierten über einen längeren Zeitraum in der Untersuchungshaftanstalt befinden und sicher verwahrt werden müssen. Die Entscheidung der Inhaftierten zum Tragen eigener oder anstaltseigener Kleidung ist auf der Grundlage einer Fotoorafie oerichtet. Die im Zusammenhang mit der Gcnenüberstcllunn entwickelten Hinweise über die Vorbcreitung, Durchführung und -umentierung dieser Ident izierunn smaßnahme sind demzufolge analog anzuwenden. Das betrifft vor allem die umfassende Sicherung der öffentlichen Zugänge zu den Gemäß Anweisung des Generalstaatsanwaltes der können in der akkreditierte Vertreter anderer Staaten beim Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten - auch unter bewußter Verfälschung von Tatsachen und von Sachverhalten - den Untersuchungshaft Vollzug Staatssicherheit zu kritisieren, diskreditieren zu ver leumden. Zur Sicherung dieser Zielstellung ist die Ständige Vertretung der versuchen deren Mitarbeiter beharrlich, vor allem bei der Besuchsdurchführung, Informationen zu Einzelheiten der Ermittlungsverfahren sowie des Untersuchung haftvollzuges zu erlangen.

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