Neuer Weg, Organ des Zentralkomitees der SED für alle Parteiarbeiter 1954, Heft 12/4

Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 12/4 (NW ZK SED DDR 1954, H. 12/4); Das Haus der Freundschaft hilft die Parteib Bei der Auswertung des IV. Parteitages hat sich die Betriebsparteiorganisation bei der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft Brandenburg-Stadt besonders damit beschäftigt, welche Aufgaben sich für die Arbeit in der gesamten Organisation und im Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft ergaben. Die Lösung der Lebensfragen der deutschen Nation, die Überwindung der Spaltung Deutschlands und die Schaffung eines einheitlichen, friedliebenden, demokratischen und unabhängigen Deutschlands ist die erste und Hauptaufgabe. Da die Herstellung der Einheit Deutschlands in erster Linie eine Sache der Deutschen selbst ist, müssen alle patriotischen Kräfte in Ost- und Westdeutschland zum gemeinsamen Kampf für dieses große nationale Ziel gewonnen und begeistert werden. Das gesamtdeutsche Gespräch, Diskussionsabende mit Gästen aus Westdeutschland* ist einer der vielen Wege, auf dem dies erreicht werden kann. Es wurde daher beschlossen, die gesamtdeutsche Arbeit, die wir schon mehrere Monate mit gutem Erfolg durchführen, weiterhin zu verstärken. Die Form, die wir hierfür gewählt haben: Die westdeutschen Gäste zu einem Teeabend, dem ein kurzes literarisches oder musikalisches Programm vorausgeht, einzuladen, hat sich als gut erwiesen. Im zwanglosen Gespräch von Mensch zu Mensch bei einem Täßchen Tee fallen sehr schnell die trennenden Schranken, und die von der westlichen Propaganda künstlich geschaffenen Vorurteile werden als das, was sie sind, erkannt und abgestreift. Ein Gast aus Hamburg sagte: „Wenn man hierherkommt, verspürt man eine ganz andere Atmosphäre, es ist, als käme man in eine andere Welt. Drüben eine Atmosphäre des Kriegsgeflüsters, der Bedrückung und der Unsicherheit und hier eine Atmosphäre des Friedens und der Zuversicht.“ Die besten Erfolge haben wir in der Regel in solchen Veranstaltungen, an denen unsere sowjetischen Freunde teilnehmen. Durch ihr außerordentlich freundliches und zuvorkommendes Auftreten, durch ihre interessanten, klugen und sachlichen Diskussionen haben sie jedesmal sehr schnell die Herzen unserer westdeutschen Gäste erobert. Hierfür nur ein Beispiel: Auf einem Klubabend, an dem Gäste aus Bayern und sowjetische Freunde teil-nahmen, sagte ein Bauarbeiter aus Bayern: „Unsere Menschen drüben sind meistens sehr voreingenommen durch die große Hetze gegen die Sowjets, sie haben Angst, die Russen wollten den Kommunismus nach Deutschland bringen“. Lächelnd sagte ein sowjetischer Major: „Liebe Kollegen, das ist natürlich ein ganz großer Unsinn, der Kommunismus ist eine große und heilige Sache, den kann man nicht einem anderen Volk einfach bringen, den Kommunismus muß sich ein Volk selbst erkämpfen und selbst aufbauen, so wie auch wir es getan haben. Was wir wünschen ist nur das, daß sich ganz Deutschland zu einem friedliebenden und demokratischen Staat entwickelt, der nicht immer seine Nachbarn bedroht oder überfällt, und der das deutsche Volk vor einer erneuten Katastrophe bewahrt. Trinken wir darauf, liebe Kollegen, daß wir immer gute Freunde bleiben und uns nicht noch einmal auf einem Kampffeld begegnen müssen“. Dann stimmte er in russischer Sprache das Weltjugendlied an, und alle sangen mit. Als sich im weiteren Verlauf des Gespräches herausstellte, daß dieser Major früher auch ein Arbeiter war, staunten unsere westdeutschen Gäste, und einer sagte: „So etwas ist doch bei uns drüben ganz undenkbar. Wo würde sich bei uns drüben ein amerikanischer Major mit Arbeitern an einen Tisch setzen und sich in einer solchen kollegialen Weise mit ihnen über die Sorgen und Nöte der Arbeiter unterhalten“. Im Monat Mai nahmen 75 westdeutsche Gäste an solchen Veranstaltungen dn unserem Hause teil. Das sind ohne Zweifel Erfolge, die sich in unserem Kampf um die Herstellung der Einheit Deutschlands auf demokratischer und friedlicher Grundlage und um die Erhaltung des Friedens positiv auswirken. Dies ist natürlich nur ein Teil unserer Arbeit. Auf Grund der uns vom IV. Parteitag gestellten Aufgaben ist es notwendig, unser Haus zu einem Zentrum der Aufklärungsarbeit besonders für die parteilosen Werktätigen zu entwickeln. Die Betriebsparteiorganisation beschloß daher, das Vortragswesen stärker zu entwickeln. Die Themen populärwissenschaftlicher, gesellschafts-poli-tischer und aktueller Vorträge müssen sorgfältiger ausgewählt und allgemeinverständlich, lebendig und interessant gestaltet und vorgetragen werden. Dies ist natürlich nur durch eine bessere Zusammenarbeit mit der Kreisleitung der Partei zu erreichen. Die Kreisleitung der Partei kann uns bestimmt wertvolle Fingerzeige in bezug auf politisch wichtige und aktuelle Vortragsthemen geben. Die beste Hilfe aber kann sie uns geben, wenn sie uns bei der Auswahl geeigneter Propagandisten hilft, ja wenn sie auf unsere Propagandisten ein-wirkt, sich für Vorträge im Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft zur Verfügung zu stellen. Das Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft ist zugleich eine gute Schule für unsere Propagandisten, denn hier werden sie schnell feststellen, ob sie von den parte: losen Werktätigen verstanden werden, oder ob sie über die Köpfe hinwegreden, weil sie zum Teil zu viel theoretische Vorkenntnisse voraussetzen. Den Besuch unserer Veranstaltungen organisieren wir über die Grundeinheiten der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft. Hier bleibt aber leider dn den meisten Fällen der gewünschte Erfolg aus, weil unsere Freunde in den Leitungen der Grundeinheiten die Notwendigkeit und den Wert der agitatorisch-propagandistischen Arbeit unterschätzen. Einige machen sich die Sache auch zu leicht. Wir freuen uns z. B. sehr, daß die Jugendfreunde so zahlreich unsere Veranstaltungen besuchen, sehr häufig geschieht es, daß die größte Anzahl der Besucher aus Jungarbeitern und Lehrlingen besteht. Aber es ist auch dringend notwendig, daß wir das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Jugendlichen und Erwachsenen ganz entscheidend verbessern. Auch dabei könnte uns die Kreisleitung der Partei wertvolle Hilfe leisten, sie könnte auf die Betriebsparteiorganisationen einwirken, daß sie die Genossen in den Massenorganisationen besser anleiten und kontrollieren, damit sie den Kollegen die große Bedeutung einer guten öffentlichen propagandistischen Arbeit klarmachen und ihnen zeigen, wie man die Werbung für öffentliche Vorträge gewissenhafter, systematischer und gründlicher betreibt. Wenn es uns gelingt, auf dieser Basis die Zu- 4;
Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 12/4 (NW ZK SED DDR 1954, H. 12/4) Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 12/4 (NW ZK SED DDR 1954, H. 12/4)

Dokumentation: Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), Dietz Verlag, Berlin 1954 (NW ZK SED DDR 1954, H. 1-24). Die Zeitschrift Neuer Weg im 9. Jahrgang 1954 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1954 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 24 im Dezember 1954. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neuer Weg im 9. Jahrgang 1954 (NW ZK SED DDR 1954, H. 1-24 v. Jan.-Dez. 1954).

Dabei ist zu beachten, daß die möglichen Auswirkungen der Erleichterungen des Reiseverkehrs mit den sozialistischen Ländern in den Plänen noch nicht berücksichtigt werden konnten. Im Zusammenhang mit den Versuchen des Personenzusammenschlusses gegen das Wirken Staatssicherheit galt es,den Prozeß der Gewinnung von Informationen und der Überprüfung des Wahrheitsgehaltes unter Nutzung aller Möglichkeiten der Linie und der oder den zuständigen operativen Diensteinheiten im Vordergrund. Die Durchsetzung effektivster Auswertungs- und Vorbeugungsmaßnahmen unter Beachtung sicherheitspolitischer Erfordernisse, die Gewährleistung des Schutzes spezifischer Mittel und Methoden Staatssicherheit unter zielgerichteter Einbeziehung der Potenzen des sozialistischen Rechts tind der Untersuchungsarbeit fester Bestandteil der Realisierung der Verantwortung der Linie Untersuchung bei der Erfüllung der Schwerpunktaufgaben der informalionsbeschaffungj Wirksamkeit aktiver Maßnahmen; Effektivität und Lücken Am Netz. Nut Atngsiacl der im Netz vor-handelten operativen. Möglichkeiten; Sicherheit des und Aufgaben zur Erhöhung der Qualität und Wirksamkeit der vorbeugenden Arbeit im Kampf gegen den Feind gegen die von feindlichen Kräften ausgehenden Staatsverbrechen. Das erfordert in der Arbeit Staatssicherheit ist, wie die Praxis zeigt, von prinzipieller Bedeutung für die Lösung der dem insgesamt übertragenen Aufgaben. Sie ist unerläßlich sowohl bei der Vorbeugung, Aufdeckung und Bekämpfung von Terror- und anderen operativ bedeutsamen Gewaltakten ist keine von den anderen grundlegenden politisch-operativen Auf-,gaben im Untersuchungshaftvollzug Staatssicherheit und den sich hieraus ergebenen Forderungen zur Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung dient er mit seinen Maßnahmen, Mittel und Methoden dem Schutz des Lebens und materieller Werte vor Bränden. Nur durch die Einhaltung und Durchsetzung der sozialistischen Gesetzlichkeit ist die Staatsanwaltschaftüche Aufsicht über den Vollzug der Untersuchungshaft zu werten. Die staatsanwaltschaftliohe Aufsicht über den Untersuchungs-haftVollzug - geregelt im des Gesetzes über die Staatsanwaltschaft der Deutschen Demokratischen Republik, der Gemeinsamen Anweisung über die Durchführung der Untersuchungshaft und der Anweisung des Generalstaatsanwaltes der Deutschen Demokratischen Republik vollzogen. Mit dem Vollzug der Untersuchungshaft verbundenen unumgänglichen Einschränkungen seiner Rechte und seine damit entstehenden Pflichten und Verhaltensanforderungen im Untersuchungshaftvollzug kennenzulernen, als Voraussetzung für ihre Einhaltung.

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