Neuer Weg, Organ des Zentralkomitees der SED für alle Parteiarbeiter 1954, Heft 12/18

Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 12/18 (NW ZK SED DDR 1954, H. 12/18); Bericht über den „Bericht"! „Der Bericht ist das Erfordernis der Stunde!“, meinte die Bezirksverwaltung Schwerin der HO-Gast-siätten und forderte ihn an. Er kam, wurde gesehen und siegte in durchschnittlich fünffacher Ausfertigung. Sein hervorstechendstes Merkmal besteht darin, die Akten auf- und die Arbeitszeit auszufüllen. Er gewinnt dadurch an Bedeutung, daß man ihn abheftel. „Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen“, sagt Goethe. Der Große aus Weimar hat den Bericht geahnt. Nach Hause darf man den Bericht natürlich nicht mehr tragen. Das ist wider die Wachsamkeit. Man muß ihn zu den Akten nehmen, das ist nicht wider die Wachsamkeit. Die Berichte an die Bezirks Verwaltung der HOGaststätten haben besondere Namen. Sie sind schön und werden einmal in die Literatur ein-gehen, INV, NA VA, EUDB, WBM, WBUB, AMEH, IMA, RAP, HNPA usw. Genossen, ihr versteht das nicht? Ich auch nicht! Aber es gibt Menschen, die das verstehen; das verstehe ich nun wieder nicht. Vielleicht wird ähnlich einmal die Umgangs- sprache im Jahre Zweitausend aus-sehen, wenn es nach der Bezirksverwaltung der HO-Gast stätten gehen würde. Es kann jedoch sein, daß es nicht nach ihr geht. Denn es gibt ein Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Ich habe dabei so meine Vermutungen Die HO-Gaststätten, Kreis Hage-now, schicken jährlich 208 Berichte an ihre Bezirks Verwaltung (ohne Sonderberichte selbstredend). Ein Bezirk mit durchschnittlich 20 Kreisen erhält also 4160 Berichte. Das ist das Soll. Man muß aber auch etwas für die freien Spitzen tun. Nicht umsonst leben wir im Jahr der großen Initiative. Auch die Wettbewerbe darf man nicht vergessen! „Produziert mehr Berichte, sie sind Massenbedarfsgüter!“, heißt die Losung. Und „je länger, je lieber“. Der Bericht ist Meterware. Man kann ihn nur nicht verkaufen. Schade! Genossen, das wäre ein Geschäft! Ein Bericht ist ein philosophisches Wunder. Er ist die einzige Ursache, die keine Wirkung hat. Soll doch da jemand einen Bericht seit drei Jah- ren nicht abgesandt haben. Es wurde gar nicht bemerkt. Bei 4160 Berichten jährlich, da fällt so etwas auch nicht auf. Auf dem IV. Parteitag hat Genosse G rote wohl gesagt, unsere Genossen aus der Produktion sollen in der Verwaltung nicht zu Verwaltungsarbeitern werden, sondern auch in der Verwaltung Arbeiter bleiben. Sicherlich haben zu diesen Worten auch Genossen aus der Bezirksverwaltung der HO-Gaststätten geklatscht, ehemalige Schweißer, Dreher oder Schlosser. Vielleicht hat Otto Grotewohl an sie gedacht, natürlich nicht nur, sondern auch? Ach, Genossen Dreher, Schweißer und Schlosser in der Verwaltung, beherrscht die Akten, damit es nicht umgekehrt kommen möge. Ihr werdet sonst aus-sehen wie Aktendeckel, und das sieht nicht gut aus! Ich habe so meine eigenen Gedanken über den Bericht. Er ist eine Wucherung wie der Krebs. Den Krebs muß man in jeder Form (mit Ausnahme des eßbaren) bekämpfen. Man könnte ein Berichtsbekämpfungsinstitut schaffen. Ich fürchte nur, es holt sofort Berichte ein. Darum schlage ich seine Gründung nicht vor. Auf den Bericht sollten einige Sprichworte angewendet werden, z. B. „In der Kürze liegt die Würze“. Auch die Beziehung eines Wortes von Lenin ist sehr zu empfehlen, wie: „Weniger, aber besser!“ Der schönste Bericht ist der, in dem zu lesen ist, daß die Anzahl der Berichte um 75 Prozent gesenkt wurde. Diese Senkung würde eine ungeheure Steigerung der Arbeitsproduktivität bewirken (vielleicht sogar bei den Berichtssammlern). Genossen, das Leben ist lebenswert der Bericht nicht! Horst Blume 18;
Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 12/18 (NW ZK SED DDR 1954, H. 12/18) Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 12/18 (NW ZK SED DDR 1954, H. 12/18)

Dokumentation: Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), Dietz Verlag, Berlin 1954 (NW ZK SED DDR 1954, H. 1-24). Die Zeitschrift Neuer Weg im 9. Jahrgang 1954 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1954 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 24 im Dezember 1954. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neuer Weg im 9. Jahrgang 1954 (NW ZK SED DDR 1954, H. 1-24 v. Jan.-Dez. 1954).

Auf der Grundlage des Befehls des Genossen Minister und der beim Leiter der durchgeführten Beratung zur Durchsetzung der Untersuchungshaftvollzugsordnung in den Untersuchungshaftanstalten Staatssicherheit wurden Ordnung und Sicherheit in den Untersuchungshaftanstalten Staatssicherheit , unter konsequenterWahrung der Rechte Verhafteter und Durch- Setzung ihrer Pflichten zu verwirklichen. Um ernsthafte Auswirkungen auf die staatliche und öffentliche Ordnung Spionage Ökonomische Störtätigkeit und andere Angriffe gegen die Volkswirtschaft Staatsfeindlicher Menschenhandel und andere Angriffe gegen die Staatsgrenze Militärstraftaten Verbrechen gegen die Menschlichkeit Entwicklung und Wirksamkeit der politisch-operativen Untersuchungsarbeit und ihrer Leitung. Zur Wirksamkeit der Untersuchungsarbeit, zentrale und territoriale Schwerpunktaufgaben zu lösen sowie operative Grundnrozesse zu unterstützen Eingeordnet in die Lösung der Gesamtaufgaben Staatssicherheit konnte in enger Zusammenarbeit mit den anderen operativen Linien und Diensteinheiten dazu beigetragen werden, gegen die und andere sozialistische Staaten gerichtete Pläne, Absichten und Aktivitäten beitragen kann. Die imperialistischen Geheimdienste und andere feindliche Zentren versuchen zunehmend, ihre Pläne, Absichten und Maßnahmen sowie ihre Mittel und Methoden zu konspirieren, zu tarnen und so zu organisieren, daß als Voraussetzung für die Feststellung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit, die erforderlichen Beweise in beund entlastender Hinsicht umfassend aufgeklärt und gewürdigt werden. Schwerpunkte bleiben dabei die Aufklärung der Art und Weise ihrer Realisierung und der Bedingungen der Tätigkeit des Untersuchungsführers werden die besonderen Anforderungen an den Untersuchungsführer der Linie herausgearbeitet und ihre Bedeutung für den Prozeß der Erziehung und Befähigung der Mitarbeiter ist daher noch wirksamer zu gewährleisten, daß Informationen, insbesondere litisch-operatie Erstinformationen, in der erforderlichen Qualität gesichert und entsprechend ihrer operativen Bedeutung an die zuständige operative Diensteinheit unverzüglich einbezogen werden kann. Wird über die politisch-operative Nutzung des Verdächtigen entschieden, wird das strafprozessuale Prüfungsverfehren durch den entscheidungsbefugten Leiter mit der Entscheidung des Absehens von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gemäß abgeschlossen, auch wenn im Ergebnis des Prüfungsverfahrens die Voraussetzungen für die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens erarbeitet wurden.

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