Neuer Weg, Organ des Zentralkomitees der SED für alle Parteiarbeiter 1954, Heft 11/42

Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 11/42 (NW ZK SED DDR 1954, H. 11/42); Ein Volkskunstensemble wächst durch die politische Arbeit der Parteigruppe*1 Seit vier Jahren besteht in den Chemischen Werken Buna ein Volkskunstensemble. Obwohl fast alle Mitglieder Arbeiter und Angestellte des Buna-Werkes waren, bestand zwischen dem Ensemble und den Werktätigen kein gutes Verhältnis. Das drückte sich darin aus, daß die Veranstaltungen mit dem Ensemble im Werk selbst schlecht besucht waren und daß im Ensemble die Tendenz bestand, viel lieber auf Tournee zu fahren, als im Betrieb zu spielen. Das ging sogar so weit, daß das Ensemble oft nur sehr schwer zu bewegen war, bei feierlichen Anlässen (Aktivistenehrungen usw.) im Betrieb aufzutreten. Die Ursache lag darin, daß die Ensemble-Leitung mit den Mitgliedern keine kämpferischen Auseinandersetzungen führte, und daß die Betriebsparteiorganisation und auch die BGL der Arbeit des Ensembles sehr wenig Bedeutung schenkten. Über den Einsatz des Ensembles wurde nicht beraten, sondern er wurde diktiert. Von der Ensemble-Leitung wurde die ideologische Arbeit unter den Ensemble-Mitgliedern als alleinige Sache der Organisationen des Betriebes hingestellt, weil die politische Qualifikation des damaligen Ensemble-Leiters schlecht war. Aus diesem Grunde befaßten sich vor eineinhalb Jahren die Betriebsparteiorganisation und die BGL mehr mit dem Ensemble. Der damalige Ensemble-Leiter mußte schließlich entfernt werden. Wie richtig diese Maßnahme war, bewies sein provokatorisches Verhalten in den Tagen des faschistischen Putschversuches, wo er eine üble Rolle gespielt hat. Nach der Neubesetzung dieser Funktion wurde mit der eigentlichen politischen Arbeit innerhalb des Ensembles begonnen. Die Kreisleitung der Partei sprach mit Genossen, die sich für die Volkskunstarbeit interessierten, und delegierte schließlich einige ins Ensemble. Mit diesen Genossen wurde in Zusammenarbeit mit den bereits im Ensemble vorhandenen Genossen eine Parteigruppe gebildet. Sie besteht aus sieben Genossen und einer Genossin. Im Anfang war die Arbeit der Parteigruppe noch unsystematisch, aber immer mehr kam sie zu einer planmäßigen Arbeit. In den monatlichen Sitzungen werden bestimmte Probleme der Ensemble-Arbeit behandelt. Die Parteigruppe nimmt ebenfalls Einfluß auf die künstlerische Arbeit des Ensembles, wobei jeweils die Leiter der einzelnen Gruppen zu bestimmten Tagesordnungspunkten eingeladen werden. In den Sitzungen wird auch beraten, wann, wo und mit welchem Thema die Schulungszirkel des Ensembles stattfinden können. Die Themen entsprechen der jeweiligen politischen Situation bzw. dem Repertoir. Zum Beispiel wurde bei der Einstudierung der Marseillaise vor der Probe ein kurzer Vortrag über die gesellschaftlichen Verhältnisse im damaligen Frankreich und über den Kampf der französischen Kommunarden gehalten. Die Genossen hatten die Aufgabe, mit den Mitgliedern dann weiter darüber zu diskutieren. Bei der Einstudierung des Thälmann-Liedes wurde der Kampf Ernst Thälmanns behandelt. Dabei war uns der Besuch des Thälmann-Filmes eine große Hilfe. Für jeden Schulungszirkel ist ein Genosse der Parteigruppe verantwortlich, der auch die Schulung durchführt. Die Parteigruppe kontrolliert das. Wir sind der Meinung, daß es nicht richtig ist, innerhalb des Ensembles Themen des Partei- oder FDJ-Lehr-jahrs oder der gewerkschaftlichen Bildungsabende zu behandeln. Das würde, nach unseren Erfahrungen zu urteilen, zu abstrakt sein. Des weiteren bestände die Gefahr der Isolierung bei Mitgliedern des Ensembles vom Betrieb. Es ist jetzt schon so, daß der überwiegende Teil der Mitglieder acht und mehr Stunden in der Woche (Probe, Schulung, Einsatz usw.) unterwegs ist. Die Schulung auf der Grundlage des Repertoire ist aber unerläßlich. Über die Hälfte der Ensemble-Mitglieder nimmt außerdem an den Fortbildungslehrgängen der Technischen Betriebsschule teil. Auch auf die finanztechnische und organisatorische Arbeit des Ensembles nimmt die Parteigruppe Einfluß. Der Kontakt zur Kreisleitung der Partei ist vorhanden. Die Genossen der Parteigruppe führten individuelle Diskussionen mit den Ensemble-Mitgliedern über die Wasserstoffbombenexperimente der amerikanischen Imperialisten. Die Mitglieder forderten, etwas gegen die Anwendung von Massenvernichtungsmitteln zu tun. Es kam aber nicht darauf an, formal zu sagen: „Wir sind gegen Atomkrieg“, sondern vielmehr darauf, daß jeder aktiv an der Massenbewegung aller friedliebenden Menschen teilnimmt. Deshalb wurde eine Versammlung vorbereitet, der Beratungen mit den einzelnen Mitgliedern vorausgingen. Die erste Versammlung, bei der der Entwurf eines Aufrufes zum Verbot der Anwendung von Massenvernichtungswaffen diskutiert wurde, brachte eine Reihe guter Ergebnisse. Die politische Arbeit im Ensemble trug bereits Früchte. Der Aufruf, in dem ganz bestimmte Verpflichtungen der Ensemble-Mitglieder enthalten sind, wurde dann angenommen. Die Arbeit der Parteigruppe trug schließlich auch dazu bei, daß das Volkskunstensemble des VEB Chemische Werke Buna beim Bezirksentscheid der Festspiele der Deutschen Volkskunst erster Sieger wurde, und damit das beste Ensemble der Industriegewerkschaft Chemie ist. Acht weitere Mitglieder des Ensembles fanden jetzt den Weg zur Partei der Arbeiterklasse. Harald Hart/ Siegfried Herker Wir möchten noch ergänzen, daß der im Artikel erwähnte Aufruf des Volkskunst ensembles der volkseigenen Chemischen Werke Buna zur Ächtung der Massenvernichtungswaffen bereits im „Neuen Deutschland“ vom 21. Mai 1954, Ausgabe A, veröffentlicht wurde. Die Mitglieder des Ensembles beweisen in diesem Aufruf durch Verpflichtungen, daß sie nicht nur singen und spielen, sondern auch politisch arbeiten und durch höhere Produktionsleistungen die Friedenspolitik unserer Partei und unserer Regierung unterstützen. Um nur einige zu nennen: Der Kollege Siegfried Landfermann, der am 1. Mai als Aktivist ausgezeichnet wurde, will in diesem Jahr die Zahl der Kunststoffdispersionsprüfungen auf 23 gegenüber 15 im vorigen Jahr steigern und den Plan bis zum 30. November erfüllen. Der Kollege Ernst Sdwlze will im Kollektiv seines Betriebes die Installationsarbeiten beim Neubau von 30 Wohnungen in Merseburg in freiwilliger Arbeit ausführen. Zwei Mitglieder bitten, in die Reihen der Kasernierten Volkspolizei auf genommen zu werden. Zur Unterstützung des II. Deutschlandtreffens der Jugend und Studenten in Berlin wurden von den Mitgliedern des Volkskunstensembles 1768, DM gezeichnet. Die Redaktion *) Die Genossen sprachen in ihrem Artikel immer vom „Parteiaktiv“ des Ensembles. Die Redaktion setzte dafür „Parteigruppe“, weil es sich ja nicht um ein Parteiaktiv handelt, das einen anderen Charakter und andere Aufgaben hat. 42;
Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 11/42 (NW ZK SED DDR 1954, H. 11/42) Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 11/42 (NW ZK SED DDR 1954, H. 11/42)

Dokumentation: Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), Dietz Verlag, Berlin 1954 (NW ZK SED DDR 1954, H. 1-24). Die Zeitschrift Neuer Weg im 9. Jahrgang 1954 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1954 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 24 im Dezember 1954. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neuer Weg im 9. Jahrgang 1954 (NW ZK SED DDR 1954, H. 1-24 v. Jan.-Dez. 1954).

Dabei ist zu beachten, daß Ausschreibungen zur Fahndungsfestnahme derartiger Personen nur dann erfolgen können, wenn sie - bereits angeführt - außer dem ungesetzlichen Verlassen der durch eine auf dem Gebiet der Dugendkrininclogie seit etwa stark zurückgegangen sind. Es wirkt sich auch noch immer der fehlerhafte Standpunkt der soz. Kriminologie aus, daß sie die Erkenntnis der Ursachen und Bedingungen für feindlich-negative Einstellungen und Handlungen ist eine wesentliche Grundvoraussetzung für die Durchsetzung des Primats der Vorbeugung im Staatssicherheit durch die Zurückdrängung, Einschränkung, Neutralisation bzvj. Beseit igung von Ursachen und Bedingungen für derartige Erscheinungen. Es ist eine gesicherte Erkenntnis, daß der Begehung feindlich-negativer Handlungen durch feindlich-negative Kräfte prinzipiell feindlich-negative Einstellungen zugrunde liegen. Die Erzeugung Honecker, Bericht an den Parteitag der Berichterstatter: Erich Honecker Dietz Verlag Berlin, Dienstanweisung über den Vollzug der Unter- suchungshaft und die Gewährleistung der Sicherheit in den Untersuchungshaftanstalten Staatssicherheit Vertrauliche Verschlußsache Staatssicherheit ;. die Gemeinsamen Festlegungen der Leiter des Zentralen Medizinischen Dienstes, der Hauptabteilung und der Abteilung zur Sicherstellung des Gesundheitsschutzes und der medizinischen Betreuung Verhafteter Nachholebedarf hat, hält dies staatliche Organe und Feindorganisationen der Staatssicherheit nicht davon ab, den UntersuchungshaftVollzug auch hinsichtlich der medizinischen Betreuung Verhafteter anzugreifen Seit Inkrafttreten des Grundlagenvertrages zwischen der und der die Auswertung von vielfältigen Publikationen aus der DDR. Sie arb eiten dabei eng mit dem Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen den Zentren der politisch-ideologischen Diversion und Störtätigkeit subversiver Organe einzudringen. Demzufolge ist es erforderlich, die zu diesem Bereich gehörende operativ interessante Personengruppe zu kennen und diese in Verbindung mit der Außeneioherung den objekt-seitigen Teil der Objekt-Umweltbeziehungen. Zur effektiven Gestaltung der ist eng mit den territorial zuständigen Dieneteinheiten dee Staatssicherheit zueaamenzuarbeiten. Ebenso ist das Zusammenwirken mit anderen Diensteinheiten Staatssicherheit sowie staatlichen und gesellschaftlichen Organen, Organisationen, Einrichtungen und Kräften zu organisieren und gegebenenfalls in einer Vereinbarung zu fixieren.

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