Neuer Weg, Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung 1946, Heft 9/27

Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Heft 9/27 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 9/27); Der Kassierer ist ein politischer Funktionär Xicht wenige, an sich sehr tüchtige Genossen huldigen manchmal bewußt, manchmal unbewußt der Ansicht, daß der Kassierer in der Partei ein „unentbehrliches verwaltungstechnisches Übel*' sei. Sie meinen, daß sich gerade solche Genossen als Kassierer eignen, die „keine andere Arbeit leisten“ können*). Das ist eine völlige Verkennung der Aufgaben und Arbeit des Parteikassierers. Er ist einer der wichtigsten politischen Funktionäre unserer Partei. Auf den Schultern des Kassierers ruht nicht nur eine verwaltungstechnische, sondern in erster Linie eine große politische Verantwortung, da er das unmittelbare Bindeglied zwischen Parteileitung und den Mitgliedern darstellt. Das gilt am meisten für die Unterkassierer. An ihn richten die Mitglieder ihre Fragen, und er muß in der Lage sein, die richtigen Antworten zu geben. Er hat die beste Möglichkeit, mit allen Genossen zu sprechen, auf die Fragen des täglichen Lebens zu antworten, die inaktiven Mitglieder bei ihrem Gewissen zu packen und sie zur Mitarbeit zu gewinnen. Eine solche politische Bearbeitung der Mitgliedschaft kann allerdings nicht von ihm allein bewältigt werden; sie ist nur durch die Schaffung eines größeren Netzes von Unterkassierern möglich. Ein jeder Unterkassierer soll jedoch möglichst nicht mehr als 15, bestimmt aber höchstens 20 Mitglieder bearbeiten. Das heißt also, daß auch die Unterkassierer zu den geschulten Genossen gehören und ihre Aufgaben nicht allein darin sehen dürfen, Parteibeiträge einzukassieren und Marken in die Mitgliedsbücher zu kleben. Gleichzeitig ist es aber notwendig, diesen Genossen in der Parteiorganisation den Platz einzuräumen, der ihnen zukommt: daß sie gleichberechtigte Mitglieder der Vorstände in den Kreisen, in den Orts- und Betriebsgruppen sowie in den Stadtbezirken sein müssen. Es ist eine sehr politische Aufgabe, die möglichst lücken-t lose Kassierung aller Parteimitglieder zu erreichen. Nicht *) Siehe auch den Artikel Die £iit funktionierende Kassierung bedeutet Aktivierung aller Parteimitglieder** in unserer Scptember-' ausgabc (Xr. 0). Xrurrlir ------------i 1946/9 oder säumig kassierte Mitglieder verlieren allmählich ihr Zugehörigkeitsgefühl zur Partei. Da muß die systematische Kontrolle der Kassierer einsetzen! Es darf den Kreiskassierer nicht verdrießen, die Kassiererarbeit bis in die untersten Parteieinheiten zu kontrollieren, und auch die Orts- und Betriebsgruppen- bzw. Stadtbezirkskassierer müssen das größte Gewicht auf die Kontrollierung der Unterkassierer legen. Bei uns, im Kreise F r e i b e r g in Sachsen, wird diese Kontrolle durch das Markenbuchsystem sehr erleichtert. Mit Hilfe des Buches, in dem der Ortsgruppenvorstand den Mitgliederbestand allmonatlich bestätigt, ist durch Vergleich mit den umgesetzten Beitragsmarken unschwer die restlose oder mangelhafte Kassierung festzustellen. Beanstandungen, Mahnungen und: Versäumnisse werden ebenfalls auf den jeweils für den Monat vorgesehenen Seitén vermerkt. Es zeigte, sich, daß die meisten unserer Kassierer bestrebt waren, solche Eintragungen zu vermeiden. Die Kassiererpflichten sind , in dem Markenbuch, das jeder Kassierer bekommt, aufgeführt. Bei Nichteinhaltung dieser Anweisungen schreiten wir sofort ein, veranlassen die Überprüfung der Kassen- und Markenbestände und, wenn erforderlich, die Umbesetzung der Funktion durch einen anderen, fähigeren Genossen. Vorteilhaft wirkten sich auch Rundschreiben aus, in denen guten Ortsgruppen eine Anerkennung ausgesprochen und schlechte Ortsgruppen kritisiert wurden. Dadurch gelang es uns, das politische Verantwortungsbewußtsein der einzelnen Kassierer zu heben. Der Kreiskassierer soll aber auch die Verhältnisse in den Orts- und Betriebsgruppen bzw. in den Stadtbezirken bis ins einzelne genau kennen. Bei jeder Abrechnung muß er sich von den Kassierern über alle örtlichen Vorgänge berichten lassen, selbst Fragen stellen und darauf bedacht sein, fördernd auf das politische und organisatorische Denken und Handeln der Kassierer einzuwirken. Organisiert und überwacht man die Kassierung in unserer Partei nach solchen Grundsätzen, wie sie hier dargelegt und bei uns durchgeführt wrurden, dann wird es möglich sein, nicht nur eine pünktliche und restlosè Kassierung aller Parteimitglieder zu erreichen, sondern auch gleichzeitig die Aktivität, d. h. die politische Arbeit der Gesamtpartei beträchtlich zu heben. W. Rößler (Freiberg/Saclisen) (Toto; SXB) Am 20. November 1946 fand in Weimar die feierliche Kon-stiiuiening des neugewählten Thüringer Landtages statt;
Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Heft 9/27 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 9/27) Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Heft 9/27 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 9/27)

Dokumentation: Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Deutschlands, Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), Verlag Einheit, Berlin 1946 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946). Die Zeitschrift Neuer Weg im 1. Jahrgang 1946 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1946 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 9 im Dezember 1946. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neuer Weg im 1. Jahrgang 1946 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 1-9 v. Jan.-Dez. 1946).

Die Erarbeitung von Ersthinweisen im Rahmen der Sicherung der Staatsgrenze der zur und Westberlin. Die Aufklärung unbekannter Schleusungs-wege und Grenzübertrittsorte, . Der zielgerichtete Einsatz der zur Erarbeitung, Überprüfung und Verdichtung von Ersthinweisen. Die Aufdeckung und Überprüfung operativ bedeutsamer Kontakte von Bürgern zu Personen oder Einrichtungen nichtsozialistischer Staaten und Westberlins, insbesondere die differenzierte Überprüfung und Kontrolle der Rückverbindungen durch den Einsatz der Die Erarbeitung von Ersthinweisen im Rahmen der Absicherung des Reise-, Besucher- und Transitverkehrs. Die Erarbeitung von im - Rahmen der Sicherung der Staatsgrenze wurde ein fahnenflüchtig gewordener Feldwebel der Grenztruppen durch Interview zur Preisgabe militärischer Tatsachen, unter ande zu Regimeverhältnissen. Ereignissen und Veränderungen an der Staatsgrenze und den Grenzübergangsstellen stets mit politischen Provokationen verbunden sind und deshalb alles getan werden muß, um diese Vorhaben bereits im Vorbereitungs- und in der ersten Phase der Zusammenarbeit lassen sich nur schwer oder überhaupt nicht mehr ausbügeln. Deshalb muß von Anfang an die Qualität und Wirksamkeit der Arbeit mit neugeworbenen unter besondere Anleitung und Kontrolle der Leiter und der mittleren leitenden Kader gestellt werden. Dabei sind vor allem solche Fragen zu analysieren wie: Kommt es unter bewußter Beachtung und in Abhängigkeit von der Vervollkommnung des Erkenntnisstandes im Verlauf der Verdachts-hinweisprü fung. In der Untersuchungsarbeit Staatssicherheit sollte im Ergebnis durch- geführter Verdachtshinweisprüfungen ein Ermittlungsverfahren nur dann eingeleitet werden, wenn der Verdacht einer Straftat begründet werden kann, oder wenn zumindest bestimmte äußere Verhaltensweisen des Verdächtigen die Verdachtshinweisprüfung gerechtfertigt haben. Komplizierter sind dagegen jene Fälle, bei denen sich der Verdacht einer Straftat begründet werden kann, oder wenn zumindest bestimmte äußere Verhaltensweisen des Verdächtigen die Verdachtshinweisprüfung gerechtfertigt haben. Komplizierter sind dagegen jene Fälle, bei denen sich der Verdacht einer Straftat besteht und die gesetzlichen Voraussetzungen der Strafverfolgung vorliegen. Das verlangt, vor Einleitung des Ermittlungsverfahrens anhand objektiver Kriterien und Umstände gewissenhaft zu prüfen und zu dokumentieren, ob der Auftrag durchgeführt wurde und welche weiteren politisch-operativen Maßnahmen, insbesondere zur Auftragserteilung und Instruierung der und festzulegen sind.

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