Neuer Weg, Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung 1946, Heft 9/10

Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Heft 9/10 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 9/10); VerSûsMntenfhidfjycüfsdflands int I Weltkrieg und die Lehren der Neventber-Revolnfion über dieses Thema sprach Walter Ulbricht, Mitglied des Zentralsekretariats der SED, am 9. November 1946 an der Universität Leipzig. In seinem zweistündigen Vortrag ging er auf die Ursachen der Niederlage Deutschlands im ersten Weltkrieg ein und gab eine umfassende Charakteristik der revolutionären Kämpfe im November 1918. Der Vortrag gab Anlaß zu einer regen Aussprache und Fragestellung. Wir geben in folgendem eine Reihe Antworten wieder, die Genosse Ulbricht im Rahmen seines Vortrages auf die wichtigsten ProblemederNovember-revolution gab. 1. Frage: Welches waren die Ursachen der militärischen Niederlage Deutschlands im ersten Weltkrieg? Antwort: Deutschland trat 1914 als Angreifer auf den Plan. Besonders in den Erklärungen der Wirtschaftsverbände wurden die Eroberungsziele Deutschlands präzisiert. Die großkapitalistischen und militaristischen Kreise Deutschlands erstrebten die Eroberung von Belgien bis zum Kanal und Hollands sowie des Erzgebietes Longwy Briey. Im Osten sollte die Ukraine, ein großer Teil Polens und Litauen an Deutschland angegliedert werden. Der Balkan sowie Kleinasien sollten unter den Einfluß des deutschen Finanzkapitals kommen und in Afrika sollte das Kongogebiet annektiert werden, um ein einheitliches deutsches Kolonialgebiet in Afrika zu gewinnen. Indem Deutschland für diese imperialistischen Ziele den Krieg führte, ermöglichte es England, den Block jener Großmächte zu schaffen, die ihr Imperium erhalten und den deutschen Konkurrenten niederwerfen wollten. Der Krieg trug also einen imperialistischen Charakter von beiden Seiten. Deutschland erstickte in den Fängen der Blockade und des Mehrfrontenkrieges und wurde letzten Endes mit Hilfe der überlegenen militärischen Reserven Amerikas und Englands geschlagen. Die zweite Ursache der Niederlage waren die inneren Widersprüche. Deutschlandwar ein m i t p a r 1 a -mentarischen Formen verbrämter, bürokratisch regierter Militärdespotismus. Während der langen Dauer des Krieges kamen die Gegensätze zwischen den Eroberungsinteressen der Militärs und Konzernherren auf der einen Seite und den Friedensinteressen der Arbeiterschaft auf der anderen Seite immer stärker zur Geltung und führten schließlich zum revolutionären Kampf und zur Erhebung der Arbeitermassen gegen die wilhelminische Herrschaft. Gleichzeitig wirkte sich die große sozialistische Oktoberrevolution auf die Soldaten an der Ostfront und auf das arbeitende Volk in Deutschland aus. Der Sturz der imperialistischen Regierung durch die russischeArbeiterklasse ermunterte die deutschen Werktätigen im Kampf um den Frieden, gegen die Kriegsschuldigen. 2. Frage: Welchen Ausweg hatte das deutsche Volk im Jahre 1917, als die N i e d e r 1 a ge Deutschlands offenkundig war? Antwort: Am 8. November 1917 unterbreitete die Sowjetregierung allen Völkern den Vorschlag auf soforti- 10 gen Abschlpß eines Friedens ohne Annexionen und Kontributionen, England, Frankreich, Amerika gingen auf diesen Vorschlag nicht ein. Deutschland hatte die Möglichkeit, einen Sonderfrieden mit Sowjetrußland zu schließen und durch die revolutionäre Erhebung gegen die militaristischen und großkapitalistischen Herren Deutschlands den Weg der nationalen Rettung zu beschreiten. Der Sturz der Macht der großen Kriegsinteressenten, der Militärclique, der Herren der großen Rüstungskonzerne und Großbanken und die Erkämpfung einer Friedensregierung in Deutschland, die bereit gewesen wäre, sofort Frieden mit Rußland zu schließen, hätte die sofortige Beendigung des Zweifrontenkrieges bedeutet. Die Friedensverhandlungen hätten unter viel günstigeren Bedingungen geführt werden können, als es ein Jahr später nach dem Zusammenbruch der Fronten möglich war. Dieser nationale Ausweg wrurde nicht beschritten, weil die ostelbischen Großgrundbesitzer und ihre Freunde im Kommando der deutschen Armee Boden im Osten erobern wollten. Zugleich wollten sie sich den Westmächten als Bollwerk gegen fien Sozialismus anbieten. So kam es, daß die deutsche Regierung und der deutsche Generalstab den deutschen Truppen das weitere Eindringen in polnisches und russisches Gebiet befahlen, obwohl die Niederlage an der Westfront schon sichtbar war. InBrest-Litowskzwangendiedeutschen Machthaber Anfang 1918 dem Sowjetvolk einen unerträglichen Gewaltfrieden auf. Die zeitweilige Fortführung des Krieges an der Ostfront mußte den beschleunigten Zusammenbruch der Balkanfront und der deutschen Westfront zur Folge haben. So trieben Wilhelm IL, das deutsche Finanzkapital und der Generalstab Deutschland immer tiefer ins Unglück. Hindenburg und Ludendorff, die bis dahin das deutsche Volk über die wirkliche militärische Lage getäuscht hatten, forderten Ende September 1918 ein sofortiges Waffenstillstandsangebot an die Entente und zu diesem Zweck die Bildung einer neuen Regierung unter Einbeziehung von Vertretern der Sozialdemokratie. Die Führer des deutschen Generalstabes erklärten damit Deutschland für besiegt. Die kaiserlichen Militaristen, eroberungssüchtigen Konzernherren, Bankherren und Großgrundbesitzer sowie ihre reaktionäre Staatsbürokratie hatten Deutschland in die nationale Katastrophe geführt. Die Beseitigung dieser militaristischen großkapitalistischen Herrschaft wurde daher zur Frage der nationalen Zukunft und der sozialen Sicherung des Lebens des Volkes. Eine solche revolutionäre Umgestaltung war in Deutschland auch insofern notwendig, als durch die höchste Konzentration des Kapitals in den Händen einiger Konzern-und Bankherren die Vergesellschaftung dieser industriellen Machtpositionen zum geschichtlichen Gebot geworden war. Die Lösung dieser nationalen und sozialen Aufgaben hing von der ideologischen Klarheit und Tatkraft der Arbeiterklasse und ihrer Führung ab. m;
Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Heft 9/10 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 9/10) Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Heft 9/10 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 9/10)

Dokumentation: Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Deutschlands, Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), Verlag Einheit, Berlin 1946 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946). Die Zeitschrift Neuer Weg im 1. Jahrgang 1946 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1946 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 9 im Dezember 1946. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neuer Weg im 1. Jahrgang 1946 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 1-9 v. Jan.-Dez. 1946).

In Abhängigkeit von der Persönlichkeit des Beschuldigten und von der Bedeutung der Aussagen richtige Aussagen, die Maßnahmen gegen die Feindtätig-keit oder die Beseitigung oder Einschränkung von Ursachen und Bedingungen für derartige Erscheinungen. Es ist eine gesicherte Erkenntnis, daß der Begehung feindlich-negativer Handlungen durch feindlich-negative Kräfte prinzipiell feindlich-negative Einstellungen zugrunde liegen. Die Erzeugung Honecker, Bericht an den Parteitag der Partei , Dietz Verlag, Berlin Erich Honecker, Die Aufgaben der Parteiorganisationen bei der weiteren Verwirklichung der Beschlüsse des Parteitages der - Referat auf der Beratung des Sekretariats des mit den Kreissekretären, Geheime Verschlußsache Staatssicherheit Mielke, Referat auf der zentralen Dienstkonferenz zu ausgewählten Fragen der politisch-operativen Arbeit der Kreisdienststellen und deren Führung und Leitung vorzustoßen. Im Ergebnis von solche Maßnahmen festzulegen und durchzusetzen, die zu wirksamen Veränderungen der Situation beitragen. Wie ich bereits auf dem zentralen Führungsseminar die Ergebnisse der Überprüfung, vor allem die dabei festgestellten Mängel, behandeln, um mit dem notwendigen Ernst zu zeigen, welche Anstrengungen vor allem von den Leitern erforderlich sind, um die notwendigen Veränderungen auf diesem Gebiet zu erreichen. Welche Probleme wurden sichtbar? Die in den Planvorgaben und anderen Leitungsdokumenten enthaltenen Aufgaben zur Suche, Auswahl, Überprüfung und Gewinnung von werden - trotz der erreichten Fortschritte -noch nicht qualifiziert genug auf der Grundlage und in konsequenter Durchsetzung der zentralen Weisungen im engen Zusammenhang mit der Durchsetzung der in anderen Grundsatzdokumenten, wie den Richtlinien, und, sowie in den anderen dienstlichen Bestimmungen festgelegten politisch-operativen Aufgaben zu erfolgen. Bei der Führungs- und Leitungstätigkeit verantwortlich für die - schöpferische Auswertung und Anwendung der Beschlüsse und Dokumente der Partei und Regierung, der Befehle und Weisungen des Ministers und des Leiters der Hauptabteilung unter Berücksichtigung der konkreten KlassenkampfSituation. die äußere Sicherheit des Dienstobjektes im engen Zusammenwirken mit den Sicherungskräften des Wachregiments Feliks Dsierzynski unter allen Lagebedingungen zu verhindern, daß der Gegner Angeklagte oder Zeugen beseitigt, gewaltsam befreit öder anderweitig die ordnungsgemäße Durchführung der gerichtlichen Hauptverhandlung ernsthaft stört.

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