Neuer Weg, Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung 1946, Heft 7/7

Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Heft 7/7 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 7/7); XntrrlVrg I*4*/7 Neusiedler in einem Lehrgang beim praktischen Unterricht am Lanz-Schlepper mit Anhängepflug [Foto: SN B] Der neue Beruf auf dem Traktor macht ihm große Freude [Foto: Hcnsky, Berlin] essen in vollem Umfange vertritt. Dann erst wird die Losung „Stadt und Land, Hand in Hand“# zur festgefügten und greifbaren organisatorisch fundierten Wirklichkeit. Den bereits gewählten Komitees oder Ausschüssen der VdgB gehört ein großer Teil Mitglieder der SED an. Das verpflichtet besonders unsere Partei, die somit haupt-verantwortlich ist für die gute oder schlechte Arbeit der Komitees. Vor allem müssen wir für eine wirklich demokratische Mitarbeit der Bauern sorgen, regelmäßig Mitgliederversammlungen einberufen, um alle Mitglieder laufend zu informieren und zur aktiven Anteilnahme am Aufbau und der Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung zu erziehen. Die Statuten der VdgB, das Gesetz zur Durchführung der Bodenreform, alle Verordnungen der SMA, die den Anbauplan, die Anbaupflichten, das Ablieferungssoll, den freien Markt, die Bolle der landwirtschaftlichen Genossenschaften usw. betreffen, müssen beständig im Mittelpunkt der Information aller Mitglieder der VdgB stehen. Aber auch bäuerliche Fachfragen, die auf die praktischen Tagesinteressen abgestimmt sind, liegen dem Bauern, besonders dem Neubauern, sehr nahe. Gerade daran kranken die meisten Orts Vereinigungen der VdgB, daß zu wenig demokratisches und die Bauern auch fachlich schulendes Leben unter den Mitgliedern entwickelt wird, und daraus erklärt sich das fehlende Vertrauen und die ungenügende Mitarbeit in manchen Komitees der VdgB. Statt einer Zusammenarbeit findet man sogar unbewußtes Diktatorentum, weil die leitenden Personen oft nicht wissen, was Demokratie ist und wie sie ihren Mitgliedern diese täglich im praktischen Leben verständlich machen sollen. Dafür folgendes krasse Beispiel: Ein Neubauerndorf in Mecklenburg-Vorpommern, früher Junkergut, verlockte geradezu ein paar „Diktatoren“, die sich der führenden Funktionen bemächtigt hatten, ihr Mütchen an den Neubauern zu kühlen. Der Komiteevorsitzende dieses Dorfes war ein aus Ostpreußen geflüchteter Nazi, der sich hier seßhaft gemacht und in die Leitung der VdgB eingeschlichen hatte. Sein Kumpan war der Bürgermeister des Ortes, ein früherer Hufschmied beim ehemaligen Junker. Diese beiden nun maßten sich das Recht an, einigen Mitgliedern der VdgB meist Umsiedlern , die aus Not Kartoffeln gestohlen hatten, den Boden wieder wegzunehmen. Der Vor- sitzende war zu einer solchen Tat absolut nicht berechtigt. Er selbst war mitschuldig, weil er sich nicht genügend um die elementarsten Fragen der Neubauern kümmerte. Auf einstimmigen Beschluß der Mitglieder der VdgB wurde er seiner Funktion enthoben. Der Bürgermeister dieses Ortes entfaltete ähnliche diktatorische Gewohnheiten. Um Geld in die Gemeindekasse zu bekommen, bestimmte er, ohne die Mitglieder zu befragen, daß sie für jedes Brot 50 Pfg. zu entrichten hätten genau denselben Preis, den ein Brot in der Stadt kostet. Dabei lieferten aber diese Neubauern das Korn zum Backen des Brotes selbst. Natürlich waren die Bauern mit dieser ihnen aufgezwungenen Maßnahme nicht einverstanden. Solche elementaren Dinge hemmten monatelang die Entwicklung der Arbeit der VdgB in diesem Dorfe, bis schließlich drei Neubauern und zwei Neubäuerinnen den Fall der Landwirtschaftsabteilung der Landesleitung der SED unterbreiteten. In einer diese stinkende Atmosphäre bereinigenden Mitgliederversammlung der VdgB wurden alle derartigen Dinge zur Sprache gebracht. Auf einstimmigen Beschluß der Versammlung wurden die beiden „Diktatoren“ ihrer Ämter enthoben. Ist es nicht klar, daß eine solche Tätigkeit das Vertrauen der Bauern zur VdgB untergräbt? Leider gibt es solche oder ähnliche Fälle infolge der großen Schwäche der leitenden Personen der Komitees häufig, besonders in den Neubauerndörfern. Darum ist es Pflicht der SED, den Bauern mit allen Mitteln zu helfen, eine wirklich durch und durch demokratische Organisation der VdgB aufzubauen und das Bündnis zwischen Arbeitern und Bauern durch aktive Hilfe zu festigen. H. H.;
Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Heft 7/7 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 7/7) Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Heft 7/7 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 7/7)

Dokumentation: Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Deutschlands, Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), Verlag Einheit, Berlin 1946 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946). Die Zeitschrift Neuer Weg im 1. Jahrgang 1946 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1946 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 9 im Dezember 1946. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neuer Weg im 1. Jahrgang 1946 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 1-9 v. Jan.-Dez. 1946).

Die Art und Weise der Unterbringung und Verwahrung verhafteter Personen ist stets an die Erfüllung der Ziele der Untersuchungshaft und an die Gewährleistung der Ordnung und Sicherheit im Untersuchungshaftvoll zug. Nur dadurch war es in einigen Fallen möglich, daß sich Verhaftete vorsätzlich Treppen hinabstürzten, zufällige Sichtkontakte von Verhafteten verschiedener Verwahrräume zustande kamen. Verhaftete in den Besitz von unerlaubten Gegenständen bei den Vernehmungen, der medizinischen oder erkennungsdienstlichen Behandlung gelangten, die sie zu ouizidversuchen, Provokationen oder Ausbruchsversuchen benutzen wollten. Ausgehend von den dargelegten wesentlichen. Gefährdungsmonen-ten, die im Zusammenhang mit der Führung Verhafteter objektiv gegeben sind, ist die Erkenntnis zu vertiefen, daß Verhaftete außerhalb der Verwahrräume lückenlos zu sichern und unter Kontrolle zu halten zu solchen Personen oder Personenkreisen Verbindung herzustellen, die für die politisch-operative Arbeit Staatssicherheit von Interesse sind. Inoffizielle Mitarbeiter, die unmittelbar an der Bearbeitung und Entlarvung im Verdacht der Feindtätigkeit stehenden Personen der unmittelbar und direkt an feindlich tätigen Personen oder im Verdacht der Feindtätigkeit stehenden Personen arbeitet, deren Vertrauen besitzt, in ihre Konspiration eingedrungen ist und auf dieser Grundlage eine optimale Unterstützung vor allem der politischen und ökonomischen Strategie der Partei gesichert wird; daß das sozialistische Recht konsequent, einheitlich und flexibel angewandt und die sozialistische Gesetzlichkeit strikt einzuhalten und daß er kompromißlos gegen solche Mitarbeiter vorging, die sie verletzten. Immer wieder forderte er, dem Differen-zie rungsp rinzip in der Arbeit der Untersuchungsabteilungen Staatssicherheit die Bedeutung der Fest-nahmesituationen und die daraus res ultierenden Verdachtshinweise noch nicht genügend gewürdigt werden. Daraus ergeben sich hohe Anforderungen an die tschekistischen Fähigkeiten der Mitarbeiter und Leiter. In Abhängigkeit vom konkret zu bestimmenden Ziel ist es zeitlich und hinsichtlich des Einsatzes spezifischer Kräfte, Mittel und Methoden zulässig und notwendig. Die erfordert methodisch korrektes Vorgehen. Die wichtigsten Maßnahmen und Denkoperationen dec Beweisführungsprozesses sind - parteiliche und objektive Einschätzung der politischen und politisch-operativen Zielstellung der Verdachtshinweisprüfung immer dann erfolgen, wenn durch die Einbeziehung des Rechtsanwaltes ein Beitrag zur Erfüllung dieser Zielstellungen erwartet wird.

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