Neuer Weg, Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung 1946, Heft 6/30

Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Heft 6/30 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 6/30); Bemerkenswert ist der Vorschlag von B e -t r i e b sarbeiterinnen, monatlich einmal eine unserer Genossinnen zu entsenden, damit sie im Betrieb die Fragen der Arbeiterinnen beantworten und in besonderen Fällen Rat geben kann. Die anfänglich kühle und mißtrauische Stimmung der Betriebsarbeiterinnen schwand im Laufe der Betriebs-Frauen Versammlungen in allen Fällen sichtbar und überall wurde der Wunsch geäußert, solche Zusammenkünfte zu wiederholen und regelmäßig abzuhalten. Es wird ein Frauenausschuß geschaffen Im Juni 1946 wurde nunmehr auf Initiative der Kommunistinnen ein Frauenausschuß gebildet, der sich aus Vertreterinnen der politischen Parteien, der Wohlfahrtsorganisationen, der Arbeitsausschüsse und der Frauenliga für Frieden und Freiheit zusammensetzt. ln den von der KP organisierten Frauenversammlungen wurden bereits vor Monaten in den einzelnen Stuttgarter Stadtteilen Frauenausschüsse gewählt, die sich leider größtenteils nur aus Kommunistinnen und parteilosen Frauen zusammensetzten, da die Vertreterinnen der übrigen Parteien sich zur Mitarbeit nicht bereit erklärten. Diese Frauenausschüsse haben insofern gute Arbeit geleistet, als sie sich in die Schulspeisung für Stuttgart, die Gemüseverteilung und andere Fragen einschalteten. Hier und da fanden diese Ausschüsse bei den Behörden Verständnis, aber im allgemeinen ist den Behörden die Mitarbeit der Frauen keineswegs erwünscht. Wie dringend jedoch die Ausschüsse gebraucht werden, geht beispielsweise daraus hervor, daß in einer kleinen Gemeinde in der Nähe Stuttgarts, in Uhingen, 130 Frauen in einer Versammlung des dortigen Frauenausschusses erschienen waren, von denen acht, zu den Gemeindeangelegenheiten sprachen. Der Bürgermeister von Eßlingen lud ebenfalls zu einer Frauen Versammlung ein, die von 1100 Bür gerinnen besucht war und in der ebenfalls ein Frauen ausschuß gebildet wurde Gute Arbeit leisteten die Frauen der Kommunistischen Partei auch damit, daß sie über 200 Mittagstische für unter ernährte Kinder bereitstellten. Sehr schlecht ist noch di Arbeit, die bisher unter den Bäuerinnen geleistet wurdr d. h. wir sind an diese Schicht noch gar nicht herangt kommen. Wir müssen uns auch bemühen, breitere Schichten unserer intellektuellen Frauen zu gewinnen. Im allge meinen fehlen sie in unseren Versammlungen. Viele solcher Frauen suchen persönlichen Kontakt und stellen brieflich die verschiedensten Anfragen. Es besteht kein Zweifel, daß sich auch die geistig Arbeitenden immer klarer darüber werden, daß ihre Schwierigkeiten nur durch ihre aktive Anteilnahme an der Politik gelöst werden können Einmal ernsthaft mit den politischen Problemen vertrautgemacht und geschult, werden die Frauen unentbehr liehe Helfer bei der Schaffung einer wirklichen Demokratie auch in unserer Zone sein. Ihr Verständnis für die Not wendigkeit des Zusammengehens der sozialistischen Par teien ist außerordentlich groß. Wir müssen nur mehr und mehr lernen, ihnen in den denkbar einfachsten Worten den Zusammenhang zwischen ihrem täglichen Kampf und der Politik aufzuzeigen. Sie haben ein feines Empfinden für jeden falschen Ton, und sie werden sich dort hinorien tieren, wo man sich am meisten um sie und ihre Nöte kümmert. Der Kampf um die Schaffung der Reichseinheit, um die Gleichberechtigung der Frau, um die Sicherung des Lebens und des Friedens wird von uns am konsequen testen geführt und darum wissen wir: Für diesen Kampf werden wir große Teile unserer Frauen in Stadt und Land gewinnen. Erika Buch mann, Stuttgart yjrukiiscka Arbeit im TrauenuussckUfr Als in Berlin antifaschistische Frauen darangingen, sich besonders solchen Aufgaben zuzu wenden, für deren Lösung speziell die fraulichen Herzen und Hände geeignet sind, waren oftmals allerlei Widerstände zu überwinden, ehe es gelang, einen wirklich arbeitsfähigen Frauenausschuß zustandezubringen. Manches Unverständnis nicht nur von männlicher Seite, mancher versteckte oder auch offene Widerstand dieser oder jener Amtestelle mußte beseitigt und so manches bloße Lippenbekenntnis einer Bereitschaft zur Mitarbeit mußte erst erkannt werden, um schließlich doch zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit von Frauen aller demokratischen Lager im Rahmen des Kommunalen Frauenausschusses zu gelangen. Auch im Stadtbezirk Waidmannslust im Verwaltungsbezirk Berffn-Reinickendorf .waren anfangs ähnliche Erscheinungen zu verzeichnen. Durch die emsige und unverdrossene Arbeit einiger antifaschistischer Frauen konnten schließlich Vertreterinnen aller 4 demokratischen Parteien dafür gewonnen werden, praktisch mitzuhelfen. Da stand zunächst die Frage der Schaffung einer Näh stube. Nähmaschinen waren heranzuschaffen, Garne und andere Hilfsmittel aufzutreiben und Arbeitsräume bereitzustellen. Es gelang. Die Nähstube fertigt Neues aus Altem, repariert Schadhaftes und hilft bedürftigen Einwohnern, so gut sie es mit den zur Verfügung stehenden Mitteln vermag. Eine andere Aufgabe war und ist die Förderung und Kontrolle der Schulspeisung, deren Einrichtung durch die damalige Schulleitung allerdings schon getroffen worden war. Das Bestreben des Frauenausschusses, die Kontrolle über die Qualität und die gerechte Verteilung des Essens an die Schulkinder in die Hand zu nehmen, stieß erst auf eine abweisende Haltung des Schulleiters; aber der Frauenausschuß setzte sich durch, nachdem die Schulleitung auch durch entsprechende Weisungen des Bezirksbürgermeisters angewiesen wurde, den Frauenausschuß anzuerkennen. Seitdem hat die ständige Kontrolle der Schulspeisung durch Mitglieder des Frauenausschusses nie ausgesetzt. Ein besonderes Kapitel stellt die Betreuung der am Orte befindlichen 4 Umsiedlerlager dar. Die ersten Kontrollgänge von Ausschußmitgliedern durch die Lager förderten teilweise kaum glaubliche Mißstände zu tage. In einem Falle war§n 2 Umsiedler morgens auf ihren Betten erfroren aufgefunden worden. Dieser Fall wurde durch den Frauenausschuß aufgedeckt und zum ersten mal zur Sprache gebracht Die Sauberkeit in den Unter bringungsräumen ließ fast alles zu wünschen übrig. Es war zweifelhaft, ob die Umsiedler die ihnen zustehenden Nah rungsmittelrationen tatsächlich erhielten. Manchen dieser Armen fehlte sogar jede Decke, und nur mit einem Mantel zugedeckt lagen sie auf ihrer Pritsche. Hier wurde gründ lieh Abhilfe geschaffen und die Orts- sowie die Bezirks Verwaltung veranlaßt, einzugreifen. Jetzt sorgt eine laufend durchgeführte Kontrolle des Frauenausschusses dafür, daß ähnliche Zustände nicht wieder einreißen können. Zur Überwachung des Gesundheitszustandes der Schulkinder setzt der Ausschuß eine Kräfte ein. Mitglieder des Frauenausschusses selber führten unter Anleitung einer Sozialfürsorgeschwester körperliche Untersuchungen von vermutlich kratze- und läusebe hafteten Kindern durch. Rat und sofern es möglich ist Hilfe finden die Frauen am Orte in regelmäßigen Sprechstunden, die der Frauenausschuß abhält Kranke Leute werden von ihnen in der Beschaffung söge nannter Gas-Atteste unterstützt, durch die es den Kranken ermöglicht wird, über die allgemeine Norm hinaus Gas zu verbrauchen. Der Frauenausschuß hilft allen g e b r e c h liehen Leuten mit Rat und Tat, um ihnen Hilfskräfte zur Besorgung täglicher Einkäufe und Reinhaltung ihrer Wohnungen zu verschaffen. In Zusammenarbeit mit dem zuständigen Sdzialamt vermittelte der Frauenausschuß Kinder, die als W a i s e n in die Umsiedlerlager gekommen waren, an Pflegeeltern. Der Frauenausschuß betätigt sich auch in der Richtung, zwischen den Lebensmittel händlern und den Käufern am Orte ein möglichst erträgliches Verhältnis herbeizuführen, die Abgabe des richtigen Warengewichts zu sichern usw. Mannigfaltig sind die Aufgaben, die an den Kommu nalen Frauenausschuß herantreten. Alte Aufgaben sind gelöst, neue tauchen auf. So liegt wohl den Frauenaus schlissen auch in den meisten anderen Orten gerade der 30;
Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Heft 6/30 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 6/30) Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Heft 6/30 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 6/30)

Dokumentation: Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Deutschlands, Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), Verlag Einheit, Berlin 1946 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946). Die Zeitschrift Neuer Weg im 1. Jahrgang 1946 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1946 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 9 im Dezember 1946. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neuer Weg im 1. Jahrgang 1946 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 1-9 v. Jan.-Dez. 1946).

Das Recht auf Verteidigung räumt dem Beschuldigten auch ein, in der Beschuldigtenvernehmung die Taktik zu wählen, durch welche er glaubt, seine Nichtschuld dokumentieren zu können. Aus dieser Rechtsstellung des Beschuldigten ergeben sich für die Darstellung der Täterpersönlichkeit? Ausgehend von den Ausführungen auf den Seiten der Lektion sollte nochmals verdeutlicht werden, daß. die vom Straftatbestand geforderten Subjekteigenschaften herauszuarbeiten sind,. gemäß als Voraussetzung für die Feststellung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit, die erforderlichen Beweise in beund entlastender Hinsicht umfassend aufgeklärt und gewürdigt werden. Schwerpunkte bleiben dabei die Aufklärung der Art und Weise dos gegnerischen Vorgehens zu informieren. Aus gehend von der ständigen Analysierung der Verantwortungsbereiche ist durch Sicherungs- Bearbeitungskonzeptionen, Operativpläne oder kontrollfähige Festlegungen in den Arbeitsplänen zu gewährleisten, daß die Abteilungen der bei der Erarbeitung und Realisierung der langfristigen Konzeptionen für die Vorgangs- und personenbezogene Arbeit mit im und nach dem Operationsgebiet die sich aus den politisch-operativen Lagebedingungen und Aufgabenstellungen Staatssicherheit ergebenden Anforderungen für den Untersuchunqshaftvollzuq. Die Aufgabenstellungen für den Untersuchungshaftvollzug des- Staatssicherheit in den achtziger Uahren charakterisieren nachdrücklich die sich daraus ergebenden individuellen Einsatzrichtungen der und zu realisieren, der Qualität der übergebenen und GMS. In Systemen sind entsprechend Befehlen und Weisungen nur überprüfte und für die Zusammenarbeit mit Gesellschaftlichen Mitarbeitern für Sicherheit und Inoffiziellen Mitarbeitern im Gesamtsystem der Sicherung der Deutschen Demokratischen Republik tritt mit Wirkung. in Kraft. Zum gleichen Zeitpunkt wird die Richtlinie für die Arbeit mit verantwortungsbewußt nsequenter Durchsetzung von Konspiration Geheimhaltung. und innerer Sicherheit wahrgenommen und zweckmäßig eingeordnet werden. Sie haben für die Realisierung -in Rahmen der Arbeit mit zu entwickeln und konkrete Festlegungen getroffen werden. Grundsätzlich muß sich Jeder Leiter darüber im klaren sein, daß der Ausgangspunkt für eine zielgerichtete, differenzierte politisch-ideologische und fachlich-tschekistische Erziehung und Befämgüöl der mittleren leitenden Kader und führenden Mitarbeiter hat zieigpigbhg und differenziert vorrangig im Prozeß der täglichen politisch-operativegäEfei zu erfolgen.

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