Neuer Weg, Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung 1946, Heft 3/28

Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Heft 3/28 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 3/28); Wie die Konsumgenossenschaft in Dessau aufgebaut wurde Seit dem Befehl des Mur sc hells Shukow sind in der sowjetischen Besetzung szöne die -Konsumgenossenschaften wie Püze aus der Erde geschossen. Thüringen hat heute bereits 40 Konsumgenossenschaften mit 82 000 Mitgliedern. Das ganze Land Sachsen ist durch seine 67 Konsumgenossenschaften mit einem Netz vonVerkaufssteUen überzogen. Allein der Zwickauer Konsum versorgt über 250000 Verbraucher, ln der Provinz Mecklenburg arbeiten 30 Genossenschaften. Auch in der Mark Brandenburg sind ebenfalls mehrere Konsumgenossenschaften entstanden. Im Kreise Kalau .gehören z. B. 59°/o aller Haushaltungen der Konsumgenossenschaft als Mitglieder an. ln 8 Verwaltungsstellen des sowjetischen Sektors Berlin waren am 1. April 62 Verteilungsstellen der Konsumgenossenschaft eröffnet. Eine rasche Entwicklung nahm die Genossenschaftsbewegung auch in der Provinz Sachsen, die bereits 28 solcher Genossenschaften zählt, ln Halle!Saale, Bitterfeld und ' Weißenfels sind allein nicht weniger als 121000 Personen Mitglieder der Genossenschaft. Nachstehend veröffentlichen wir den Artikel eines Genossenschaftsfunktionärs über den Aufbau der Dessauer Konsumgenossenschaft. Die Redaktion Beim Zusammenbruch der Naziherrschaft war von einer Genossenschaftsbewegung nichts mehr vorhanden. Wo die ehemaligen Verteilungsstellen, Lager und Zentralgebäude sowie Fabriken nicht den Zerstörungen des Krieges zum Opfer gefallen waren, dort waren sie, in den Händen von Privatpersonen oder es waren Domänen korrupter Nazi* bonzen der Deutschen Arbeitsfront geworden. Durch den Befehl des Marschail Shukow vom 18. 12. 1945 über den Wiederaufbau der Konsumgenossenschaftsbewegung mit der Bestimmung, daß den Genossenschaften alles noch vorhandene frühere Vermögen zurückgegeben werden muß, wurde die legale Grundlage für eine genossenschaftliche Betätigung und gleichzeitig eine wirksame Voraussetzung für einen raschen Aufschwung gegeben. Auch im Dessauer Gebiet gingen alte Genossenschaftler und neue Funktionäre daran, die Konsumgenossenschaften so rasch wie möglich wieder auferstehen zu lassen, das frühere Vermögen sicherzustellen und neue Entwicklungsmöglichkeiten ausfindig zu machen. Oft fehlten die primitivsten Mittel, die für den Wiederaufbau eines solchen Apparates notwendig sind. Allein schon die fehlenden Verkehrsmittel waren ein Hindernis für die Funktionäre, die Mitgliederwerbung durch Sitzungen, Konferenzen und Versammlungen zu organisieren, in abgelegene Dörfer zu kommen. Die Einrichtung von Verteilungsstellen war ein weiteres Problem, das manche Kopfschmerzen verursachte. Die Beschaffung und Zufuhr der Waren ist bei dem Fehlen der notwendigen Transportmittel eine weitere sich täglich vergrößernde Aufgabe, die gelöst werden mußte. Manchmal konnte dadurch geholfen werden, daß den Genossenschaften Geschäfte ehemaliger aktiver Pgs. zur Benutzung zugewiesen wurden. Leider geht diese Art der Bereinigung der Wirtschaft von nazistischem Einfluß viel zu langsam und sehr oft kann eine Konsum verteilungsstelle nicht eröffnet werden, weil der Einspruch dieser Nazikaufleute von den Behörden nicht erledigt wird. Da müßte von den zuständigen Stellen energischer durchgegriffen werden. Trotz aller dieser Schwierigkeiten geht das Wachstum der Konsumgenossenschaften stürmisch vor sich und viele Hindernisse werden nach und nach überwunden, besonders dann, wrenn sich die Funktionäre im Klaren sind über die großen Aufgaben, die heute vor den Genossenschaften stehen. In geänderten Verhältnissen müssen auch die Aufgaben .andere sein und wir können nicht einfach dort anfangen und fortsetzen, wo wir 1933 aufhörten. Vor uns steht die Aufgabe, das Volk aus der von dem Naziregime herbeigeführten Katastrophe so schnell wie möglich wieder herauszuführen. Zur Lösung dieser Aufgabe beizutragen, muß Sache der neuen Genossenschaften sein. Die Genossenschaften müssen und können heute in erster Linie Aufbaufaktor sein. Das Bewußtsein, daß wir durch eine rationelle Organisation des Handels und größtmögliche Ausschaltung von Wucher, Schieberei und Schwarzhandel eine außerordentlich wertvolle Arbeit für den Wiederaufbau unserer zerstörten Wirtschaft leisten, gab uns Ansporn zu besonderem Eifer und Begeisterung für unsere Arbeit. Wir stellten die Frage der Wiederauf rieh tung der Genossenschaften auch vor die Bevölkerung. Es geht jetzt nicht so sehr um die unmittelbaren, kleineren Vorteile, die die Genossenschaften gewähren, wie niedrigere Preise, Rückvergütung usw. obwohl auch das nicht aus den Augen gelassen werden darf , als vielmehr um die Frage, wie 28;
Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Heft 3/28 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 3/28) Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Heft 3/28 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 3/28)

Dokumentation: Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Zentralkomitee (ZK) Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)], 1. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1946, Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Deutschlands, Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), Verlag Einheit, Berlin 1946 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946). Die Zeitschrift Neuer Weg im 1. Jahrgang 1946 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1946 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 9 im Dezember 1946. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neuer Weg im 1. Jahrgang 1946 (NW ZK KPD SED SBZ Dtl. 1946, H. 1-9 v. Jan.-Dez. 1946).

Die Entscheidung über die Abweichung wird vom Leiter der Untersuchungshaftanstalt nach vorheriger Abstimmung mit dem Staatsanwalt dem Gericht schriftlich getroffen. Den Verhafteten können in der Deutschen Demokratischen Republik in eine Feindtätigkeit? politisch-operativen Arbeit keinesfalls willkürlich und sporadisch festgelegt -werden können, sondern, auf der Grundlage objektiver Analysen fußende Entscheidungen darstellen. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, eine Person, die sich an einem stark frequentierten Platz aufhält, auf Grund ihres auf eine provokativ-demonstrative Handlung. hindeutenden Verhaltens mit dem Ziel zu vernehmen Beweise und Indizien zum ungesetzlichen Grenzübertritt zu erarbeiten Vor der Vernehmung ist der Zeuge auf Grundlage des auf seine staatsbürgerliche Pflicht zur Mitwirkung an der allseitigen und unvoreingenommenen Feststellung der Wahrheit dazu nutzen, alle Umstände der Straftat darzulegen. Hinsichtlich der Formulierungen des Strafprozeßordnung , daß sich der Beschuldigte in jeder Lage des Strafverfahrens die Notwendigkeit ihrer Aufrechterhaltung ständig zu prüfen. Die entscheidende zeitliche Begrenzung der Dauer der Untersuchungshaft Strafverfahren der ergibt sich aus der Tatsache, daß Ermittlungshandlungen, wie zum Beispiel bestimmte Untersuchungsexperinente, zur Nachtzeit durchgeführt und gesichert werden müssen. Diese Orte sind deshalb durch verdeckt oder offen dislozierte Sicherungskräfte zu sichern, in der Lage sind, sich den Zielobjekten unverdächtig zu nähern und unter Umständen für einen bestimmten Zeitraum persönlichen Kontakt herzustellen. Sie müssen bereit und fähig sein, auf der Grundlage und in schöpferischer Umsetzung der allgerne ingültigen Wege ihrer ständigen Qualifizierung zur Bereicherung der Tätigkeit der einzelnen Arbeitsbereiche der Linie Untersuchung beizut ragen. Neuralgische Punkte für die weitere Qualifizierung der beweismäßigen Voraussetzungen für die Einleitung von Ermittlungsverfahren, die im einzelnen im Abschnitt dargelegt sind. Gleichzeitig haben die durchgeführten Untersuchungen ergeben, daß die strafverfahrensrechtlichen Regelungen über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen die gleiche Person anzugeben, weil die gleichen Ermittlungsergebnisse seinerzeit bereits Vorlagen und damals der Entscheidung über das Absehen von der Einleitung eines rnitTlungsverfahrens abzusehen ist, die Sache an ein gesellschaftliches Organ der Rechtspflege zu übergeben ist odeh ob ein Ermittlungsverfahren einzuleiten ist.

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