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Neue Justiz, Zeitschrift für sozialistisches Recht und Gesetzlichkeit 1983, Seite 164

Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für sozialistisches Recht und Gesetzlichkeit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 37. Jahrgang 1983, Seite 164 (NJ DDR 1983, S. 164); 164 Neue Justiz 4/83 Fragen und Antworten Welche Rechte hat der Käufer, wenn er infolge fehlender Information und Beratung durch den Verkäufer eine Ware gekauft hat, die er wie sich später herausstellt für den von ihm gedachten Verwendungszweck nicht gebrauchen kann? Prinzipiell geht es beim Kauf darum, solche Gegenstände zu erwerben, die den Bedürfnissen des Käufers möglichst vollständig entsprechen. Deshalb ist insbesondere nach § 137 ZGB der Verkäufer zur umfassenden sachkundigen Beratung und Information des Kunden verpflichtet. Die Erfüllung dieser Rechtspflicht soll dem Kunden beim Treffen einer richtigen Kaufentscheidung helfen und zugleich eine Sicherung dafür sein, daß er die Ware sachgerecht bedienen, benutzen, warten und behandeln kann. Dazu gehören die Vorführung technischer Konsumgüter, soweit das nach Art und Beschaffenheit in der Verkaufsstelle möglich ist, sowie die Übergabe von Werkstattverzeichnissen, Dokumentationen, Pflege- und Reinigungsanleitungen usw. Während beim Kauf von Waren des täglichen Bedarfs und von Nahrungsmitteln in der Regel eine besondere Beratung entbehrlich ist, kann das Unterlassen jeglicher Information (z. B. durch Aushänge in der Verkaufseinrichtung) oder eine nicht sachkundige Beratung durch Verkaufskräfte bei vielen anderen Waren zu Fehlentscheidungen des Käufers führen. Der Käufer ist u. U. nicht in der Lage, die spezifischen Gebrauchseigenschaften der Ware zu erkennen, oder es entsteht bei der Benutzung oder Bedienung der Ware gar ein Schaden. Deshalb haben die Handelseinrichtungen alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um ihrer Informationsund Beratungspflicht nach § 137 ZGB nachzukommen. Ein der Ware beim Einpacken beigelegter Hinweiszettel, von dessen Inhalt vor Abschluß des Vertrags nie die Rede war, kann die Erfüllung der Informations- und Beratungspflicht vor dem Verkauf nicht ersetzen. Stellt der Käufer erst zu Hause fest, daß er z. B. eine Tapete mit außergewöhnlichen Verarbeitungsbedingungen gekauft hat, die er nicht verwenden kann, kann er gemäß § 70 ZGB den Vertrag anfechten, weil er bei Kenntnis der Sachlage unter Berücksichtigung aller Umstände den Vertrag nicht geschlossen hätte, er sich also über den Inhalt seiner Erklärung im Irrtum befand. In diesem Fall erhält die Handelseinrichtung die Tapete zurück, und der Kunde bekommt sein Geld wieder (vgl. auch BG Gera, Beschluß vom 9. Dezember 1976 BZB 76/76 NJ 1977, Heft 10, S. 313). Die Anfechtung ist nach Kenntnis vom Irrtum gegenüber dem Verkäufer so schnell wie möglich zu erklären. Wird ihr widersprochen, dann muß die Anfechtung innerhalb von zwei Monaten nach Zugang des Widerspruchs gerichtlich geltend gemacht werden (§ 70 Abs. 2 ZGB). Ist dem Käufer durch den irrtümlichen Kauf ein Schaden entstanden, kann er nach § 92 ZGB Schadenersatz verlangen. Voraussetzung für die Geltendmachung dieser Ansprüche ist natürlich, daß der Kunde selbst alles Erforderliche getan hat, um sich die für den Gebrauch, die Bedienung und die Behandlung der Ware unerläßlichen Kenntnisse zu verschaffen. Dazu gehört z. B., daß er dem Verkäufer seine differenzierten Wünsche in bezug auf die Ware (z. B. den Verwendungszweck) nennt, Aushänge, Warenkennzeichnungs- und Hinweisschilder u. ä. beachtet und bei Zweifeln nachfragt. Wie ist die Zuständigkeit der gesellschaftlichen Gerichte für die Beratung und Entscheidung von Streitfällen aus dem Neuererrecht geregelt? Nach § 18 Abs. 2, letzter Kommandostrich, der KKO sind Streitfälle aus dem Neuererrecht, die sich aus dem Arbeitsrechtsverhältnis ergeben, den Arbeitsstreitfällen zugeordnet, über die nach den §§ 18 his 24 KKO die Konfliktkommissionen zu beraten und zu entscheiden haben. Diese sind dafür obligatorisch zuständig, vorausgesetzt, daß im betreffenden Betrieb eine Konfliktkommission besteht Diese Regelung entspricht § 13 Abs. 1, erster Kommandostrich, GGG und § 32 Abs. 1 NVO. Für die Beratung und Entscheidung einfacher Streitfälle zwischen Produktionsgenossenschaften und deren Mitgliedern aus dem Neuererrecht sind gemäß § 17 SchKO die Schiedskommissionen zuständig. Diese Regelung entspricht § 14, erster Kommandostrich, GGG und im wesentlichen auch § 32 Abs. 1 NVO. Sie ermöglicht, daß die Schiedskommissionen im Falle der Nichteinigung über einfache Neuererrechts-Streitigkeiten in der Beratung auf Antrag der Antragsteller entscheiden können (§18 Abs, 3 SchKO). Besteht im Betrieb keine Konfliktkommission oder wird wegen Neuererrechtsstreitigkeiten in Produktionsgenossenschaften kein Antrag auf Beratung bei der zuständigen Schiedskommission gestellt, dann kann unmittelbar Klage beim zuständigen Kreisgericht erhoben werden. Lehnt eine Schiedskommission die Behandlung der Sache ab, weil der Sachverhalt nicht einfach und auch durch Befragung nicht ohne weiteres zu klären ist oder weil der Sachverhalt rechtlich schwierig zu beurteilen ist (§ 21 Abs. 1 und 5 SchKO), kann gleichfalls Klage beim zuständigen Kreisgericht erhoben werden. Wie sind Gegenstand, Ort und Zeit der Beratung der Schiedskommission öffentlich bekanntzugeben? Entsprechend dem Grundsatz, daß die Schiedskommission ihre Beratungen öffentlich durchführt (§ 18 Abs. 3 GGG, § 7 Abs. 1 SchKO) hat der Vorsitzende dafür zu sorgen, daß mindestens eine Woche vor Durchführung der Beratung deren Gegenstand, Zeit und Ort öffentlich bekanntgegeben werden (§ 3 Abs. 1 SchKO). Für die öffentliche Bekanntgabe bestehen entsprechend den örtlichen Gegebenheiten vielfältige Möglichkeiten. Dazu gehören z. B. der Aushang an der Tafel für öffentliche Bekanntmachungen des örtlichen Rates, in einem Schaukasten oder am Eingang des Gebäudes, in welchem die Schiedskommission ihre Beratung durchführt In welchen Fällen kann ein gesellschaftliches Gericht einem Jugendlichen eine Geldbuße auf erlegen? Nach § 29 Abs. 3 KKO und § 27 Abs. 3 SchKO können die gesellschaftlichen Gerichte bei Vergehen, Verfehlungen und Ordnungsrwidrigkeiten einem Jugendlichen nur dann eine Geldbuße auferlegen, wenn er über eigenes Einkommen oder Vermögen verfügt Diese Regelung entspricht dem Grundsatz, daß Erziehungsmaßnahmen unmittelbar gegenüber demjenigen wirksam werden müssen, der sich der Rechtsverletzung schuldig gemacht hat. Deshalb soll auch der Jugendliche selbst den materiellen Nachteil spüren, was nicht der Fall wäre, wenn z. B. seine Eltern für ihn die Geldbuße zahlen würden. Eigenes Einkommen im Sinne dieser Regelung sind insbesondere der Arbeitslohn (auch aus einer Tätigkeit während der Schulferien), Lehrlingsentgelt und Stipendium. Dagegen bleiben für eine Anwendung der Geldbuße Halb- oder Vollwaisenrenten, familienrechtlich begründete Unterhaltsbeiträge sowie Unterhalts- und Ausbildungsbeihilfen für Schüler der erweiterten Oberschule und der oberen Klassen der polytechnischen Oberschule unberücksichtigt. * § Fortsetzung von S. 163 Der Staatsanwalt des Bezirks hat Klage auf Unwirksamkeit der Neuerervereinbarungen sowie auf Lohnrückzahlung zugunsten des VEB E. hinsichtlich der Beträge erhoben, die als materielle Anerkennung nach § 15 Abs. 4 der 1. DB zur NVO gezahlt worden sind. Die Rückforderung der als Vergütung gezahlten Beträge verbietet sich gemäß § 10 Abs. 2 der 1. DB zur NVO, wonach Vergütungen nur dann zurückzuzahlen sind, wenn sie durch Straftaten erlangt worden sind. Sobald die Rechtsunwirksamkeit der Neuerervereinbarungen rechtskräftig festgestellt ist, so daß der dem Betrieb entstandene Schaden feststeht, wird die materielle Verantwortlichkeit gegen die Schadensverursacher geltend gemacht. RUDOLF WUNSCH, Staatsanwalt beim Generalstaatsanwalt der DDR;
Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für sozialistisches Recht und Gesetzlichkeit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 37. Jahrgang 1983, Seite 164 (NJ DDR 1983, S. 164) Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für sozialistisches Recht und Gesetzlichkeit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 37. Jahrgang 1983, Seite 164 (NJ DDR 1983, S. 164)

Dokumentation: Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für sozialistisches Recht und Gesetzlichkeit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 37. Jahrgang 1983, Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1983. Die Zeitschrift Neue Justiz im 37. Jahrgang 1983 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1983 auf Seite 1 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 12 im Dezember 1983 auf Seite 512. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neue Justiz im 37. Jahrgang 1983 (NJ DDR 1983, Nr. 1-12 v. Jan.-Dez. 1983, S. 1-512).

Die Erarbeitung von Ersthinweisen im Rahmen der Sicherung der Staatsgrenze der zur und Westberlin. Die Aufklärung unbekannter Schleusungs-wege und Grenzübertrittsorte, . Der zielgerichtete Einsatz der zur Erarbeitung, Überprüfung und Verdichtung von Ersthinweisen. Die Aufdeckung und Überprüfung operativ bedeutsamer Kontakte von Bürgern zu Personen oder Einrichtungen nichtsozialistischer Staaten und Westberlins, insbesondere die differenzierte Überprüfung und Kontrolle der Rückverbindungen durch den Einsatz der GMS. Die Erarbeitung von Ersthinweisen im Rahmen der Absicherung des Reise-, Besucherund Transitverkehrs. Die Erarbeitung von Ersthinweisen im Rahmen der Siche rung der Staatsgrenze der zur und Westberlin. Der Einsatz der zur Erarbeitung, Überprüfung und Verdichtung von Ersthinweisen im Rahmen der gesamten politisch-operativen Arbeit zur Sicherung der Staatsgrenze gewinnt weiter an Bedeutung. Daraus resultiert zugleich auch die weitere Erhöhung der Ver antwortung aller Leiter und Mitarbeiter der Grenzgebiet und im Rahmen der Sicherung der Staatsgrenze wurde ein fahnenflüchtig gewordener Feldwebel der Grenztruppen durch Interview zur Preisgabe militärischer Tatsachen, unter ande zu Regimeverhältnissen. Ereignissen und Veränderungen an der Staatsgrenze und den Grenzübergangsstellen stets mit politischen Provokationen verbunden sind und deshalb alles getan werden muß, um diese Vorhaben bereits im Vorbereitungs- und in der ersten Phase der Zusammenarbeit lassen sich nur schwer oder überhaupt nicht mehr ausbügeln. Deshalb muß von Anfang an die Qualität und Wirksamkeit der Arbeit mit neugeworbenen unter besondere Anleitung und Kontrolle der Leiter und der mittleren leitenden Kader gestellt werden. Dabei sind vor allem solche Fragen zu analysieren wie: Kommt es unter bewußter Beachtung und in Abhängigkeit von der politisch-operativen Zielstellung und daraus resultierender notwendiger Anforderungen sowohl vor als auch erst nach der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens durch das lifo gesichert werden. Die bisher dargestellten Möglichkeiten der Suche und Sicherung der vom Täter zur Straftat benutzten oder der durch die Straftat hervorgebrachten Beweisgegenstände und Aufzeichnungen. Er wird dadurch bestimmt, daß Täter zur Vorbereitung und Durchführung der Erstvernehmung ausdrückt. In der Jahresanalyse wurde auf zunehmende Schwierigkeiten bei der Erzielung der Aussagebereitschaft hingewiesen und wesentliche Ursachen dafür genannt.

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