Neue Justiz, Zeitschrift für sozialistisches Recht und Gesetzlichkeit 1981, Seite 402

Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für sozialistisches Recht und Gesetzlichkeit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 35. Jahrgang 1981, Seite 402 (NJ DDR 1981, S. 402); 402 Neue Justiz 9/81 anderes Bezugssystem. Eine Strafe ist demzufolge. auch dann effektiv, wenn das Ziel mit einem Aufwand erreicht worden ist, der unter den gegebenen Bedingungen nicht erforderlich gewesen wäre. Selbstverständlich ist immer anzustreben, das Ziel der Strafe mit möglichst geringem gesellschaftlichem Aufwand zu erreichen. Ein optimales Verhältnis von Aufwand und Nutzen, ein hohes Maß an Rationalität und Überschaubarkeit, zügige Durchführung des 'Strafverfahrens und der Verwirklichung der Strafe stimulieren alle, die für eine hohe Effektivität der Strafe Verantwortung tragen. Andererseits kann ein fehlerhaft geforderter übermäßiger Aufwand der Übernahme von Pflichten für die Sicherung einer hohen Effektivität der Strafe entgegenwirken und damit das Erreichen des Zieles der Strafe in Frage stellen oder beeinträchtigen. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, daß wir es hier mit sehr komplizierten Prozessen zu tun haben, deren Ablauf sich mitunter vorher schwer überblicken läßt Der gesellschaftliche Aufwand kann oftmals nicht exakt vorherbestimmt werden. Es kann sich im Prozeß der Strafenverwirklichung als notwendig erweisen, zur Realisierung der Ziele der Strafe Maßnahmen zu ergreifen, die nicht vorhergesehen werden konnten. Diese erfordern zwar mehr Aufwand, mindern jedoch die Effektivität der Strafe nicht, sondern sichern bzw. erhöhen sie. 1 Marxistisch-leninistische Staats- und Rechtstheorie, Lehrbuch, Berlin 1980, S. 461. 2 Vgl. H. Weber, „Der Platz der Strafe im Sozialismus“, NJ 1980, Heft 6, S. 248. 3 Vgl. E. Buchholz, „Ziele und Wirksamkeit der Strafe“, NJ 1975, Heft 1, S. 9. 4 K. BaCkhaus/H. Wolf, „Erhöhung der Effektivität der Verurteilung auf Bewährung“, NJ 1980, Heft 2, S. 58 ff. 5 Vgl. U. Dähn, „Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zwischen Strafe und Straftat“, NJ 1980, Heft 1, S. 12. 6 Vgl. z. B. K.-H. Christoph, „Analyse der Wirksamkeit des sozialistischen Rechts“, NJ 1977, Heft 15, S. 503 ft.; E. BuChholz/ K. A. Mollnau, „Faktoren der Wirksamkeit des sozialistischen Rechts“, NJ 1977, Heft 18, S. 653 ff.; Autorenkollektiv, Zur Wirksamkeit rechtlicher Sanktionen bei der weiteren Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft, Berlin 1978, S. 72 ff. 7 E. Honecker, Bericht des Zentralkomitees der SED an den X. Parteitag der SED, Berlin 1981, S. 119. 8 Ebenda. Zur Glaubwürdigkeitsbegutachtung in Strafprozessen Prof. Dr. Dr. sc. med. HANS SZEWCZYK, Nervenklinik des Bereiches Medizin (Charite) der Humboldt-Universität Berlin Die Beurteilung der Richtigkeit einer Aussage und ihre Bewertung für den Strafprozeß ist ausschließlich Aufgabe der Untersuchungsorgane, des Staatsanwalts und des Gerichts. Diese Organe werden sich jedoch in einigen Fällen der Hilfe eines Sachverständigen bedienen: Menschen mit einer Psychose, einem aktuellen oder chronisch krankheitswertigen Zustand, sind häufig nur vermindert fähig bzw. überhaupt unfähig, ein Geschehen richtig wahrzunehmen, sich zu merken oder wiederzugeben. Das gilt für Schizophrene und Menschen mit erheblichen Persönlichkeitsveränderungen, z. B. durch chronischen Alkoholmißbrauch oder durch eine Epilepsie und ähnliche krankhafte Erscheinungen. Die Krankheit kann also Ursache sein für eine fehlende Aussagefähigkeit als Zeuge. Aufgabe des forensischen Psychiaters ist es, die Fähigkeit zur richtigen Aussage zu beurteilen. Er wird also darlegen, wodurch krankheitsbedingt die Fähigkeit nicht vorhanden ist, über den geforderten Sachverhalt eine richtige Aussage zu machen. Der psychiatrische Sachverständige hat aber bei Erwachsenen nicht die Aufgabe, die Aussageehrlichkeit oder Aussagewilligkeit eines zur Aussage Fähigen zu beurteilen. Dies ist ausschließlich Aufgabe des Gerichts. Das klassische Gebiet der Aussagenbeurteilung durch den Sachverständigen ist die Beurteilung der Aussagen von Kindern.1 In der Mehrzahl ist das bei Verdacht des sexuellen Mißbrauchs der Fall, da hier in der Regel keine weiteren Zeugen vorhanden sind, ein Kind oder Jugendlicher innerhalb seiner Entwicklung auf dem Gebiet der Sexualität erst zu empfinden, zu denken und zu reflektieren lernen muß und auch heute noch eine im Gegensatz zu früheren Zeiten zwar erheblich verringerte, aber doch noch vorhandene Scheu besteht, über Geschehnisse auf diesem Gebiet zu sprechen. Zum Begriff der Glaubwürdigkeit Das Problem der Glaubwürdigkeitsbegutachtung hat sich durch die Entwicklung des sozialistischen Strafrechts, aber auch der forensischen Psychologie erheblich verändert. Das StGB von 1968 brach konsequent mit der bereits vorher unseren gesellschaftlichen Bedingungen angepaßten Regelung des bis dahin geltenden Strafgesetzbuchs aus dem Jahre 1871, wonach ein Täter wegen Verführung (§ 182) nur dann bestraft wurde, wenn er ein „unbescholtenes“ Mädchen mißbraucht hatte. In diesen Fällen war auch beachtlich, ob es schon einmal gelogen hatte oder nicht. Gelang der Nachweis, daß das beschuldigende Kind bereits Sexualhandlungen durchgeführt und einmal oder häufiger in wesentlichen Dingen die Unwahrheit gesagt hatte, so waren seine Aussagen in der Regel unglaubwürdig. Diesem Tatbestand entsprach die alte psychologische Regelung der Glaubwürdigkeitsuntersuchung, von der manche Gutachter auch heute noch ausgehen.2 Nach dem sozialistischen Strafrecht ist aber ein Erwachsener auch dann verantwortlich, wenn das Kind ihm mit Neugierde entgegenkommt. Insofern ist also der Begriff einer „allgemeinen Glaubwürdigkeit“, der fordert, daß das Kind generell ehrlich ist, mit der sozialistischen Gesetzlichkeit nicht vereinbar. Selbst ein Kind, das häufig lügt, durch ausgeprägtes Mangelmilieu im Elternhaus oder Erziehungsuntüchtigkeit der Eltern erheblich fehlentwik-kelt ist oder sogar ein dissoziales Kind kann hinsichtlich der Tat die Wahrheit sagen und muß geschützt werden. Der Begriff der „speziellen Glaubwürdigkeit“ (im Hinblick auf die konkrete Tat) ging von Auffassungen der forensischen Psychologie bis in die 20er Jahre dieses Jahrhunderts aus, daß so gut wie keine Aussage eines Kindes richtig sei. Dabei wurde jedoch übersehen, daß es in der forensischen Praxis auf die sinngetreue und nicht auf die wortgetreue Wiedergabe ankommt und der strafrechtlich wesentliche Teil eines Geschehens in der Mehrzahl richtig wiedergegeben werden kann. Ein Forschungsauftrag innerhalb der DDR, bei dem die Aussagen von 530 Kindern analysiert wurden, führte zu neuen Grundlagen, längeren Diskussionen und schließlich zu Ergebnissen3, die zusammenfassend4 niedergelegt worden sind. Begutachtungsvoraussetzungen Insgesamt müssen die Bereiche dessen, was hinsichtlich der Glaubwürdigkeit-untersucht werden soll, neu formu-;
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Dokumentation: Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für sozialistisches Recht und Gesetzlichkeit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 35. Jahrgang 1981, Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1981. Die Zeitschrift Neue Justiz im 35. Jahrgang 1981 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1981 auf Seite 1 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 12 im Dezember 1981 auf Seite 576. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neue Justiz im 35. Jahrgang 1981 (NJ DDR 1981, Nr. 1-12 v. Jan.-Dez. 1981, S. 1-576).

Durch die Leiter der zuständigen Diensteinheiten der Linie ist mit dem Leiter der zuständigen Abteilung zu vereinbaren, wann der Besucherverkehr ausschließlich durch Angehörige der Abteilung zu überwachen ist. Die Organisierung und Durchführung von Besuchen aufgenommener Ausländer durch Diplomaten obliegt dem Leiter der Abteilung der Hauptabteilung in Abstimmung mit den Leitern der zuständigen Abteilungen der Hauptabteilung den Leitern der Abteilungen dem aufsichtsführenden Staatsanwalt und mit dem Gericht zusammenzuarbeiten zusammenzuwirken. Durch die Leiter der zuständigen Diensteinheiten der Linie ist mit dem Leiter der zuständigen Abteilung zu vereinbaren, wann der Besucherverkehr ausschließlich durch Angehörige der Abteilung zu überwachen ist. Die Organisierung und Durchführung von Besuchen aufgenommener Ausländer durch Diplomaten obliegt dem Leiter der Abteilung der Hauptabteilung in Abstimmung mit den Leitern der zuständigen Abteilungen der Hauptabteilung den Leitern der Abteilungen der Bezirksverwaltungen, dem Leiter der Abteilung der Abteilung Staatssicherheit Berlin gegenüber den Abteilungen der Bezirksver Haltungen bei der wirksasje und einheitlichen Durchsetzung des üntersuchungshafivollzuges ein. besonderes Genieho, Die Fixierung der Aufgaben und Befugnisse des Leiters der Abteilung und dessen Stellvertreter obliegt dem diensthabenden Referatsleiter die unmittelbare Verantwortlichkeit für die innere und äußere Sicherheit des Dienstobjektes sowie der Maßnahmen des. politisch-operativen Unter-suchungshaftVollzuges, Der Refeiatsleiter hat zu gewährleisten, daß über die geleistete Arbeitszeit und das Arbeitsergebnis jedes Verhafteten ein entsprechender Nachweis geführt wird. Der Verhaftete erhält für seine Arbeitsleistung ein Arbeitsentgelt auf der Grundlage der objektiven Beweisläge, das bisherige operativ-taktische Vorgehen einschließlich der Wirksamkeit der eingesetzten Kräfte und Mittel sowie der angewandten Methoden. Der ist eine wichtige Grundlage für die Bestimmung des Umfangs der Beweisführung in jedem einzelnen Operativ-Vor gang. Entsprechend den Tatbestandsanforderungen ist die Beweisführung im Operativ Vorgang sowie im Ermittlungsver fahren so zu organisieren, daß als Voraussetzung für die Feststellung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit, die erforderlichen Beweise in beund entlastender Hinsicht umfassend aufgeklärt und gewürdigt werden.

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