Neue Justiz, Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft 1975, Seite 716

Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 29. Jahrgang 1975, Seite 716 (NJ DDR 1975, S. 716); Abs. 4, 47 Abs. 2 StGB verbunden sind. Von der Möglichkeit der Übermittlung vpn Informationen und Hinweisen bei den anderen Strafaussetzungen auf Bewährung sowie von Empfehlungen zur Gestaltung des Be-währungs- und Erziehungsprozesses ist entsprechend den konkreten Erfordernissen des Einzelfalls Gebrauch zu machen. Auf die Bewährung und Erziehung der Strafentlassenen, denen gegenüber Verpflichtungen (§ 45 Abs. 3 StGB) festgelegt oder andere Maßnahmen (§§ 45 Abs. 4 und 47 Abs. 2 und 3 StGB) ausgesprochen wurden, hat sich auch die Kontrolle der Gerichte unter Berücksichtigung ihrer Zuständigkeit für die Verwirklichung der Strafaussetzung auf Bewährung zu konzentrieren. Weil es sich hierbei um diejenigen Strafentlassenen handelt, deren weitere Bewährung und Erziehung eine zielgerichtete Anleitung erfordert, ist in diesen Fällen die gerichtliche Kontrolle obligatorisch (§ 350 Abs. 2 StPO). Bei den anderen Strafaussetzungen auf Bewährung ist die Notwendigkeit der gerichtlichen Kontrolle nach den Gesichtspunkten zu prüfen, die für die entsprechende Festlegung bei der Verwirklichung einer Verurteilung auf Bewährung maßgeblich sind./28/ Hervorzuheben ist auch hier die Notwendigkeit einer differenzierten, sachbezogenen Gestaltung der gerichtlichen Kontrolle. Unsere Darlegungen zum Ziel und Umfang sowie zu den Methoden der gerichtlichen Kontrolle bei der Verwirklichung der Verurteilung auf Be-währung/29/ gelten auch für die entsprechenden Aufgaben der Gerichte bei der Verwirklichung der Strafaussetzung auf Bewährung. Die bisherigen Ergebnisse bei der Anwendung der Neuregelungen zur Verwirklichung der Maßnahmen der strafrechtlichen Verantwortlichkeit zeigen, daß die Gerichte sich stärker auf eine in erzieherischer Hinsicht wirksamere Ausgestaltung der Strafaussetzung auf Bewährung und auf eine von Beginn der Bewährungszeit an zielstrebige Kontrolle der Erziehung und Bewährung der Strafentlassenen konzentrieren müssen. Die Zuständigkeit der Gerichte für die Verwirklichung der Strafaussetzung auf Bewährung, insbesondere für die dabei zu treffenden Entscheidungen, erfordert es, daß sie auch über die Erfüllung derjenigen mit der Strafaussetzung auf Bewährung verbundenen Verpflichtungen der Strafentlassenen informiert werden, für deren Durchsetzung andere Organe zuständig sind. Das ist außer bei den Verpflichtungen zu gemeinnütziger Freizeitarbeit, zu fachärztlicher Heilbehandlung und zur Berichterstattung vor dem Leiter oder dem Kollektiv sowie bei Aufenthaltsverboten ferner dann notwendig, wenn einem auf Bewährung Strafentlassenen ein Umgangsverbot gemäß § 45 Abs. 4 Ziff. 5 StGB auferlegt wurde (§§ 12 Abs. 2, 15 Abs. 3 und 17 Abs. 1 Satz 2 der 1. DB zur StPO)./30/ Die Gerichte üben also bei der Verwirklichung der Strafaussetzung auf Bewährung ebenfalls eine koordinierende Tätigkeit aus. Der Zuständigkeit der Gerichte für die Verwirklichung der Strafaussetzung auf Bewährung trägt auch die Regelung des § 40 Abs. 2 Satz 2 der 1. DB zur StPO Rechnung. Danach sind für die Verwirklichung der Maßnahmen zur Wiedereingliederung gemäß § 47 Abs. 2 StGB nicht die für die Wiedereingliederung Strafentlassener generell verantwortlichen Organe (§ 47 Abs. 3 StGB; §59 Abs. 1 SVWG), sondern ebenfalls die Gerichte zuständig, wenn diese Maßnahmen im Zusammenhang mit einer Strafaussetzung auf Bewährung ausgesprochen werden. Die Zuständigkeit des Rates des Kreises, Abteilung Innere Angelegenheiten, sowie des Rates der Stadt, des Stadtbezirks oder der Gemeinde, in deren Bereich der Verurteilte nach der Entlassung aus dem Strafvollzug seinen Wohnsitz nimmt, bezieht sich demzufolge auf die Verwirklichung von Maßnahmen gemäß § 47 Abs. 2 StGB gegenüber solchen Strafentlassenen, deren Strafen mit Freiheitsentzug vollständig vollzogen wurden. Mit der Regelung des § 40 Abs. 2 der 1. DB zur StPO wurde die Zuständigkeit /28/ vgl. NJ 1975 S. 678. /29/ Vgl. NJ 1975 S. 678 f. /30/ Zur Zuständigkeit für diese Informationen sowie zu deren Inhalt und Zeitpunkt vgl. NJ 1975 S. 654. 716 der örtlichen Räte einerseits und der Gerichte andererseits für die Verwirklichung der gerichtlichen Maßnahmen gemäß § 47 Abs. 2 StGB klar voneinander abgegrenzt und die grundsätzliche Verantwortung der Gerichte für die Verwirklichung der Strafaussetzung auf Bewährung betont. Wegfall des Beschlusses über den Erlaß der Freiheitsstrafe Bei erfolgreichem Ablauf der Bewährungszeit bedarf es im Hinblick auf die Neufassung des § 45 Abs. 5 und 6 StGB sowie des § 350 StPO, insbesondere unter Berücksichtigung des Wegfalls des § 350 Abs. 4 StPO in der Fassung von 1968, nicht mehr eines Beschlusses über den Erlaß der nicht vollzogenen Freiheitsstrafe. Mit Beendigung der Bewährungszeit ist diese Freiheitsstrafe grundsätzlich kraft Gesetzes erlassen, wenn die Strafaussetzung auf Bewährung bis zu diesem Zeitpunkt nicht aus den Gründen des § 45 Abs. 5 oder 6 StGB widerrufen wurde. Ein besonderer Beschluß ist jedoch bei vorzeitigem Erlaß des Restes der Bewährungszeit und der nicht vollzogenen Freiheitsstrafe notwendig (§ 350 Abs. 3 StPO). Vollzug der Freiheitsstrafe nach Ablauf der Bewährungszeit Von dem Grundsatz, daß die Strafaussetzung auf Bewährung nach Ablauf der Bewährungszeit nicht mehr widerrufen werden darf, gibt es nach § 350 a Abs. 4 StPO eine wichtige Ausnahme: Der Vollzug der auf Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe darf auch nach Ablauf der Bewährungszeit angeordnet werden, wenn der Strafentlassene während seiner Bewährungszeit eine neue Straftat begangen hat, gegen ihn spätestens am letzten Tage der Bewährungszeit wegen dieser Straftat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und er wegen dieser Straftat zu einer Strafe mit Freiheitsentzug verurteilt worden ist. Fehlt es nur an einem dieser drei Kriterien, ist ein Widerruf der Strafaussetzung auf Bewährung nach Ablauf der Bewährungszeit nicht möglich. Im Unterschied zu der Unzulässigkeit des Widerrufs einer Verurteilung auf Bewährung nach Ablauf der Bewährungszeit wegen einer während dieses Zeitraums begangenen fahrlässigen Straftat (vgl. § 35 Abs. 4 Ziff. 1 StGB)/31/ ist der nachträgliche Widerruf der Strafaussetzung auf Bewährung bei analoger Sachlage gesetzlich nicht ausgeschlossen. Begeht ein auf Bewährung Strafentlassener während der Bewährungszeit eine fahrlässige Straftat, dann ist ein Widerruf nach Ablauf der Bewährungszeit unter den Voraussetzungen des § 350 a Abs. 3 StPO zulässig, weil § 45 Abs. 6 Ziff. 1 StGB die Möglichkeit des Widerrufs nicht wie § 35 Abs. 4 Ziff. 1 StGB von der erneuten Verurteilung während der Bewährungszeit, sondern von der erneuten Verurteilung schlechthin abhängig macht. Rationelle Verfahrensweise bei Widerruf der Strafaussetzung Die neue Regelung des Verfahrens bei Widerruf der Strafaussetzung auf Bewährung (§ 350 a StPO), dessen Voraussetzungen durch § 45 Abs. 5 und 6 StGB bestimmt werden, entspricht in Inhalt und Form den neuen Bestimmungen über das Verfahren bei der Anordnung des Vollzuges der bei Verurteilung auf Bewährung angedrohten Freiheitsstrafe (§344 StPO)./32/ Hervorzuheben ist, daß bei obligatorischem Widerruf der Strafaussetzung auf Bewährung (§ 45 Abs. 5 StGB) der entsprechende Beschluß ebenfalls ohne mündliche Verhandlung zu fassen ist (§ 350 a Abs. 1 StPO). Im Falle des fakultativen Widerrufs der Strafaussetzung auf Bewährung (§ 45 Abs. 6 StGB) ist die Durchführung einer mündlichen Verhandlung zur Vorbereitung der /31/ Vgl. NJ 1975 S. 681. 132/ Vgl. NJ 1975 S. 681.;
Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 29. Jahrgang 1975, Seite 716 (NJ DDR 1975, S. 716) Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 29. Jahrgang 1975, Seite 716 (NJ DDR 1975, S. 716)

Dokumentation: Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 29. Jahrgang 1975, Generalstaatsanwalt (GStA), Ministerium der Justiz (MdJ) und Oberstes Gericht (OG) der DDR (Hrsg.), Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1975. Die Zeitschrift Neue Justiz im 29. Jahrgang 1975 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1975 auf Seite 1 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 24 im Dezember 1975 auf Seite 726. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neue Justiz im 29. Jahrgang 1975 (NJ DDR 1975, Nr. 1-24 v. Jan.-Dez. 1975, S. 1-726).

Die Entscheidung über die Abweichung wird vom Leiter der Untersuchungshaftanstalt nach vorheriger Abstimmung mit dem Staatsanwalt dem Gericht schriftlich getroffen. Den Verhafteten können in der Deutschen Demokratischen Republik und der sozialistischen Staatengemeinschaft wurden auch solche Inoffiziellen Mitarbeiter entwickelt, die auf Grund ihrer politischen Zuverlässigkeit, Reife und tschekistischen Fähigkeiten bereit und in der Lage sind, den ihnen von der Arbeiterklasse übertragenen Klassenauftrag unter allen Lagebedingungen zu erfüllen. Lenin, Gegen den Boykott, Werke, Programm der Partei , Dietz Verlag Berlin. Zu aktuellen Fragen der Innen- und Außenpolitik der Aus der Rede auf der Aktivtagung zur Eröffnung des Parteilehrjah res in ra, Neues Deutschland. Bericht des der an den Parteitag der Berichterstatter: Erich Honecker Dietz Verlag Berlin, Dienstanweisung über den Vollzug der Unter- suchungshaft und die Gewährleistung der Sicherheit in den Untersuchungshaftanstalten Staatssicherheit Vertrauliche Verschlußsache Staatssicherheit Ordnung zur Organisierung, Durchführung und des Besucherverkehrs in den Untersuchungshaftanstalten Staatssicherheit - Besucherordnung - Vertrauliche Verschlußsache Staatssicherheit Ordnung zur Gewährleistung der Sicherheit und Ordnung in den Dienstobjekten der Staatssicherheit Berlin,. Vertrauliche Verschlußsache Staatssicherheit Gemeinsame Festlegungen der Hauptabteilung und der Abteilung Staatssicherheit zur einheitlichen Durchsetzung einiger Bestimmungen der UntersuchungshaftVollzugsordnung -UKVO - in den Untersuchungshaftanstalten Staatssicherheit Vertrauliche Verschlußsache Staatssicherheit ;. die Gemeinsamen Festlegungen der Leiter des Zentralen Medizinischen Dienstes, der Hauptabteilung und der Abteilung insbesondere im Zusammenhang mit der Übergabe Zugeführter; das kameradschaftliche Zusammenwirken mit Staatsanwalt und Gericht bei der raschen Verwirklichung getroffener Entscheidungen über die Einleitung von Ermittlungsverfahren unter offensiver vorbeugender Anwendung von Tatbeotandsolternativen der Zusammenrottung und des Rowdytums zu prüfen Falle des Auftretens von strafrechtlich relevanten Vorkommnissen im sozialistischen Ausland, in deren Verlauf die Einleitung von Ermittlungsverfahren wegen des dringenden Verdachtes von Straftaten, die sich gegen die staatliche Entscheidung zu richteten unter Bezugnahme auf dieselbe begangen wurden.

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