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Neue Justiz, Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft 1968, Seite 670

Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 22. Jahrgang 1968, Seite 670 (NJ DDR 1968, S. 670); Aus den Gründen: Bei der Entscheidung des Arbeitsstreitfalls ist davon auszugehen, daß gemäß § 42 Abs. 1 GBA nicht die Werktätigen, sondern die Arbeitsaufgaben (Arbeitsbereiche) eingruppiert werden. Die Eingruppierung ist untrennbar mit der Bildung der Arbeitsaufgaben verbunden. Das Wesen der Bildung und Eingruppierung der Arbeitsaufgaben besteht darin, daß der Betrieb insbesondere unter technisch-technologischen, arbeitsorganisatorischen und ökonomischen Gesichtspunkten bestimmte Komplexe von Arbeiten als Teile der betrieblichen Gesamtaufgabe zu ständigen, einheitlichen Aufgabengebieten für je einen Werktätigen zusammenfaßt und sie an Hand der für den Betrieb zutreffenden Eingruppierungsunterlagen entlohnungsmäßig nach einer einheitlichen Lohn- oder Gehaltsgruppe bewertet. Die eingruppierten Arbeitsaufgaben sind in einer Betriebsliste o. ä. zusammenzufassen, die nach Zustimmung der zuständigen betrieblichen Gewerkschaftsleitung vom Betriebsleiter in Kraft zu setzen ist. Die Bildung und Eingruppierung von Arbeitsaufgaben ist somit ein komplexer Vorgang, durch den ein betriebliches Dokument erarbeitet wird, das Ergebnis und Ausdruck der betrieblichen Arbeitsorganisation, betriebliches Leitungsdokument und Arbeitsunterlage des Betriebes in arbeitsorganisatorischer, ökonomischer und arbeitsrechtlicher Hinsicht ist. Die Betriebsliste ist jedoch nicht Rechtsgrundlage des Lohnanspruchs des Werktätigen. Daher muß zwischen der Eingruppierung der Arbeitsaufgaben und der Ermittlung bzw. Feststellung der einem Werktätigen rechtlich zustehenden Entlohnung (Lohnanspruch) unterschieden werden. Sicherlich hat die unzutreffende Auffassung der Konfliktkommission, der Werktätige werde eingruppiert, zu ihrer nicht der Sach- und Rechtslage entsprechenden Entscheidung beigetragen. Rechtsgrundlage des Lohnanspruchs des Werktätigen ist gemäß §§ 7 Abs. 2, 40 Abs. 3 GBA der für den Betrieb maßgebende Rahmenkollektivvertrag mit seinen normativen lohnrechtlichen Regelungen, die, da sie zugleich die Grundlage für die Eingruppierung der Arbeitsaufgaben bilden, zusammenfassend als „Eingruppierungsunterlagen“ bezeichnet werden. Die für die Klägerin maßgebenden Eingruppierungsunterlagen sind der Rahmenkollektivvertrag in Verbindung mit dem Wirtschaftszweig-Lohngruppenkatalog bzw. Gehaltsgruppenkatalog der Deutschen Post. Der Rahmenkollektivvertrag sieht in den Rahmenmerkmalen für die Bewertung zum Gehaltsgruppenkatalog (Anlage 2) bei der für die Arbeitsaufgabe des Verklagten zutreffenden Gehaltsgruppe 10 unter den für die Entlohnung maßgebenden Arbeitsanforderungen (erforderliche Qualifikation) eine abgeschlossene Fachschulausbildung vor. In Ziif. 2.3.1 des Rahmenkollektivvertrags, worin die allgemeinen Grundsätze der Entlohnung geregelt sind, wird u. a. bestimmt (Abs. 4), daß Mitarbeiter, die auf Arbeitsplätzen der Gehaltsgruppen 9 bis 14 eingesetzt sind und nicht die für die Ausführung der Arbeit erforderliche Qualifikation nachweisen, eine Gehaltsgruppe niedriger eingestuft und entlohnt werden. Auch hierin kommt die unzutreffende Auffassung zum Ausdruck, daß der Werktätige „eingestuft“ (eingruppiert) wird. Dennoch ist der rechtlich bedeutsame Inhalt der Bestimmung unmißverständlich: Mitarbeiter der Deutschen Post, die ständig nach den Gehaltsgruppen 9 bis 14 bewertete Arbeitsaufgaben wahrnehmen, haben nur dann auf die dieser Bewertung der Arbeitsaufgaben entsprechende Entlohnung Anspruch, wenn sie die erforderliche Qualifikation nachweisen, anderenfalls haben sie Anspruch auf die Entlohnung nach der nächst niedrigeren Gehaltsgruppe. Hierauf beruht die Entlohnung des Verklagten nach Gehaltsgruppe 9, obwohl er seit dem 1. No- vember 1966 ständig eine nach der Gehaltsgruppe 10 bewertete Arbeitsaufgabe wahrnimmt. Aus dem Rahmenkollektivvertrag in Verbindung mit dem Gehaltsgruppenkatalog ergibt sich auch die Antwort auf die vom Verklagten aufgeworfene, seinerseits aber unzutreffend beantwortete Frage, was unter der „erforderlichen Qualifikation“ zu verstehen ist. Die „erforderliche Qualifikation“ wird in den Eingruppierungsunterlagen in Form von Qualifikationsanforderungen als Teil des für die Entlohnung maßgebenden Komplexes von Arbeitsanforderungen festgelegt. „Erforderliche Qualifikation“ ist hiernach die in einer lohnrechtlichen Norm angegebene und dadurch als Voraussetzung für eine ihr entsprechende Entlohnung normativ bestimmte bzw. geforderte Qualifikation. Anders ausgedrückt ist die „erforderliche Qualifikation“ ein Tatbestandsmerkmal der lohnrechtlichen Norm, das erfüllt sein muß, damit ein Lohnanspruch des Werktätigen gemäß dieser Norm entsteht. Auf Grund der für die Klägerin maßgebenden Eingruppierungsunterlagen ist somit bei ständiger Wahrnehmung der nach den Gehaltsgruppen 9 bis 14 bewerteten Arbeitsaufgaben das Vorhandensein der darin normativ bestimmten „erforderlichen Qualifikation“ Voraussetzung für die mit der Bewertung der Arbeitsaufgabe übereinstimmende Entlohnung des Werktätigen (vgl. OG, Urteil vom 17. August 1962 - Za 24/62 - OGA Bd. 3 S. 310). Das ist ersichtlich der gleiche Rechtsgrundsatz, der in § 42 Abs. 2 Satz 1 GBA in der Fassung des Zweiten Gesetzes zur Änderung und Ergänzung des Gesetzbuchs der Arbeit vom 23. November 1966 (GBl. I S. 63) zum Ausdruck kommt. Danach hat der Werktätige Anspruch auf die Entlohnung nach der Lohn- bzw. Gehaltsgruppe, die der im Arbeitsvertrag vereinbarten und von ihm ständig wahrgenommenen Arbeitsaufgabe entspricht, wenn er die hierfür erforderliche Qualifikation besitzt. Dieser Rechtsgrundsatz ist jedoch weder in § 42 Abs. 2 Satz 1 GBA (Neufassung) noch in den für die Klägerin maßgebenden Eingruppierungsunterlagen erstmalig ausgesprochen worden, sondern er gehört zum Bestand der Leitsätze, die von Anfang an den Charakter und Inhalt des Arbeitsrechts der DDR bestimmt haben. Bereits in § 16 Abs. 1 des Gesetzes der Arbeit zur Förderung und Pflege der Arbeitskräfte, zur Steigerung der Arbeitsproduktivität und zur weiteren Verbesserung der materiellen und kulturellen Lage der Arbeiter und Angestellten vom 19. April 1950 Grundgesetz der Arbeit (GBl. S. 349) war dem damaligen Ministerium für Arbeit und Gesundheitswesen die Aufgabe übertragen worden, darüber zu wachen, daß beim Abschluß von Kollektivverträgen ein Lohnsystem entwickelt wird, das dem Unterschied zwischen einfachen und komplizierten, leichten und schweren Arbeiten sowie zwischen den volkswirtschaftlich entscheidenden Betriebszweigen und den übrigen Wirtschaftszweigen zugunsten der höher qualifizierten Arbeit und der größeren volkswirtschaftlichen Bedeutung Rechnung trägt. Hierin liegt zugleich eine Direktive für die inhaltliche Ausgestaltung der Kollektivverträge, insbesondere ihrer lohnrechtlichen Regelungen. Darauf beruhen auch die lohnrechtlichen Regelungen in den für die Klägerin maßgebenden Eingruppierungsunterlagen. Der Rechtsgrundsatz aus § 16 Abs. 1 Grundgesetz der Arbeit ist in einer exakteren Formulierung in § 42 Abs. 3 GBA in der ursprünglichen Fassung vom 12. April 1961 (GBl. I S. 27) übernommen worden. Danach richtete sich die Lohn- oder Gehaltsgruppe des Werktätigen unter Berücksichtigung seiner Qualifikation nach dem im Arbeitsvertrag vereinbarten Arbeitsbereich, sofern er tatsächlich und ständig die im Arbeitsbereich zusammengefaßten Arbeitsaufgaben erfüllte (vgl. OG, Urteil vom 29. März 1963 Za 5/63 OGA Bd. 4 S. 99; Arbeit und Arbeitsrecht 1964, Heft 6, S.142V 670;
Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 22. Jahrgang 1968, Seite 670 (NJ DDR 1968, S. 670) Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 22. Jahrgang 1968, Seite 670 (NJ DDR 1968, S. 670)

Dokumentation: Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 22. Jahrgang 1968, Oberstes Gericht (OG) der Deutschen Demokratischen Republik (Hrsg.), Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1968. Die Zeitschrift Neue Justiz im 22. Jahrgang 1968 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1968 auf Seite 1 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 24 im Dezember 1968 auf Seite 768. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neue Justiz im 22. Jahrgang 1968 (NJ DDR 1968, Nr. 1-24 v. Jan.-Dez. 1968, S. 1-768).

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