Neue Justiz, Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft 1965, Seite 387

Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 19. Jahrgang 1965, Seite 387 (NJ DDR 1965, S. 387); Das ist aber wahrscheinlich nicht beabsichtigt*, weil eine solche Forderung unmittelbar mit der persönlichen Arbeitsleistung verbunden ist und deshalb im Interesse der Klarheit des arbeitsrechtlichen Verhältnisses zum Betrieb auch dem Werktätigen allein zustehen sollte. Das wäre auch für den Fall der Forderungspfändung z. B. wegen Unterhaltsforderungen zur Vermeidung komplizierter Auseinandersetzungen zwischen den Ehegatten wünschenswert. Die Gemeinschaft sollte erst am realisierten Lohnanspruch, an den ausgebändigten Geldmitteln bzw. dem in eine Forderung gegenüber dem Kreditinstitut umgewandelten Lohnanspruch beginnen. Über die Verwendung dieser nach § 13 Abs. 1 beiden Ehegatten gehörenden Sachen, Rechte oder Ersparnisse entscheiden die Ehegatten gemeinsam (§ 9 Abs. 2). Damit taucht aber die Frage auf, welche Rolle § 12 Abs. 1 spielt, der von den Ehegatten unter anderem „Geldleistungen“ zur Befriedigung gemeinsamer Bedürfnisse verlangt. Wenn die dafür erforderlichen Mittel ohnehin gemeinsames Gut sind, dann erscheint die Aufnahme einer Pflicht zur Leistung geldlicher Aufwendungen nicht einleuchtend. Richtiger wäre es vielmehr, festzulegen, daß jeder Ehegatte verpflichtet ist, seine volle Arbeitskraft durch Leistungen im Beruf, im Haushalt und bei der Erziehung der Kinder zur Gewährleistung der materiellen Grundlage der Familie einzu- * In der vom Ministerium der Justiz herausgegebenen Broschüre „Ehe und Familie in der DDR (Einführung zum Entwurf des FGB)“, Berlin 1965. S. 24. heißt es hierzu: „Dabei wäre es wirklichkeitsfremd, bereits die Lohn- oder Gehaltsforderungen der Ehegatten gegen den Betrieb zum gemeinschaftlichen Vermögen zu zählen. Gemeinschaftliches Eigentum sind erst die Anschaffungen und die Beträge, die als Ersparnisse für spätere Ausgaben und Anschaffungen zurückgelegt werden.“ D. Red. setzen. Die Verpflichtung lautete dann nicht auf bestimmte Zahlungen, sondern auf die Ausschöpfung der individuellen Leistungsfähigkeit im Produktionsprozeß oder in der Familie, um die materiellen Existenzbedingungen zu sichern. Bei der Umverteilung und Verwendung der gern i-samen Mittel gibt es keinen prinzipiellen Unterschied darin, wofür sie im einzelnen Verwendung finden: für Gegenstände des sofortigen Verbrauchs, für langlebige Gebrauchsgüter oder als Rücklage für spätere derartige Anschaffungen. Aufzustellen wäre nur eine Rangfolge, wonach aus den gemeinsamen Mitteln zunächst die gemeinsamen Bedürfnisse der Familie, insbesondere der Kinder, gedeckt werden müssen. Das haben die Ehepartner gemeinsam zu entscheiden, solange die Lebensgemeinschaft besteht. Wird sie aufgelöst, so tritt die Unterhaltsregelung in Kraft (§§ 12 Abs. 4, 17). Zweckmäßig erscheint eine geringfügige Ergänzung des § 39 Abs. 1 dahin, daß auch die vor der Eheschließung aus gemeinsamen Mitteln im Hinblick auf die spätere Ehe erworbenen Gegenstände nach den gleichen Grundsätzen wie das gemeinschaftliche Vermögen zu teilen sind. Häufig machen die künftigen Ehepartner bereits Anschaffungen, die nach dem Gesetz nur eine zivilrechtliche Eigentumsgemeinschaft entstehen lassen. Die Ehegatten unterscheiden praktisch nicht zwischen diesen gemeinsamen Anschaffungen und denjenigen nach der Eheschließung. Man sollte die Gegenstände deshalb auch bei der Verteilung gleich behandeln, um in einem einheitlichen familienrechtlichen Verfahren nach einheitlichen Grundsätzen zu teilen und nicht eine besondere zivilrechtliche Auseinandersetzung erforderlich zu machen. Dr. ERNST SCHIETSCH, wiss. Mitarbeiter am Institut für Zivilrecht der Humboldt-Universität Berlin Die Vermögensbeziehungen der Ehegatten, die LPG-Mitglieder sind Die Vermögensbeziehungen der Ehegatten, die LPG-Mitgbeder sind, weisen einige Besonderheiten auf, die in der Diskussion zum Entwurf des Familiengesetzbuchs erörtert werden sollten. Obwohl in der einzelbäuerlichen Produktion die Arbeitsergebnisse beider Ehegatten zusammenflossen, entstand nach den Bestimmungen des Sachenrechts des RGB regelmäßig kein Miteigentum an den Produktionsmitteln, sondern überwiegend individuelles. Rechtsgeschäftlich erworbenes Land und ebenso bebaute Grundstücke wurden durch die Grundbucheintragung auf den Namen des Bauern dessen Eigentum. Auch der Erwerb von beweglichen Produktionsmitteln führte gewöhnlich zur Vergrößerung des Vermögens des Besitzers der Wirtschaft. Diese traditionellen Gewohnheiten sind im landwirtschaftlichen Bereich so stark ausgeprägt, daß selbst die Bodenreformregelung damit nicht brach. Auch das Eigentumsrecht an Bodenreformwirtschaften steht nur einem Ehegatten als individuelles Eigentum zu. Erst durch die sozialistische Umgestaltung der Landwirtschaft wurden die entscheidenden Voraussetzungen geschaffen, um die vermögensrechtlichen Ungerechtigkeiten und damit auch die Reste der patriarchalischen Wesenszüge der bäuerlichen Familie zu überwinden. Die Hauptvoraussetzung hierfür ist die Begründung von Arbeitsverhältnissen zwischen der LPG und beiden Ehegatten im Rahmen der Mitgliedschaftsverhältnisse und die damit verbundene Vergütung nach dem Leistungsprinzip, die beiden Genossenschaftsbauern die Möglichkeit gibt, ihren Beitrag zur Unterhaltung und Entwicklung der Familie und zur Vermögensbildung exakt zu bestimmen. Neben den in den LPGs vorherrschenden Verteilungsprinzipien, die auf dem genossenschaftlichen Eigentum, der genossenschaftlichen Nutzung der Produktionsmittel und vor allem auf dem Leistungsprinzip basieren, existieren außerhalb der Genossenschaft auch solche Verhältnisse, die durch die Ausnutzung der einem Ehegatten gewöhnlich dem Mann gehörenden Produktionsmittel gekennzeichnet sind und noch immer einen einseitigen Vermögenserwerb begünstigen. Dabei ist vor allem an die Genossenschaften niederen Typs zu denken, in denen die Haupteinnahmen aus der individuell betriebenen Viehwirtschaft erzielt und in das Vermögen des Bauern einbezogen werden, ohne daß die Arbeit der Bäuerin durch einen entsprechenden Anteil daran berücksichtigt wird. Selbst in den LPGs Typ III bewirkt die persönliche Hauswirtschaft, daß die Vermögensbeziehungen nicht immer mit der Arbeitsleistung der Ehegatten im Einklang stehen, weil trotz gemeinsamer Nutzung der Produktionsmittel die Früchte der Arbeit meist nur dem Besitzer der Produktionsmittel zufallen. Auch bei den Bodenanteilen und ihrer Auszahlung an die Bodeneinbringer wird die Arbeitsleistung der Bäuerin nicht berücksichtigt, obwohl sie die Einkünfte ebenso mit erarbeitet hat wie der Bauer. Nach dem geltenden Familienrecht hat die Bäuerin für den Fall der Eheauflösung die Möglichkeit, einen Aus- 387;
Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 19. Jahrgang 1965, Seite 387 (NJ DDR 1965, S. 387) Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 19. Jahrgang 1965, Seite 387 (NJ DDR 1965, S. 387)

Dokumentation: Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 19. Jahrgang 1965, Oberstes Gericht (OG) der Deutschen Demokratischen Republik (Hrsg.), Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1965. Die Zeitschrift Neue Justiz im 19. Jahrgang 1965 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1965 auf Seite 1 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 24 im Dezember 1965 auf Seite 784. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neue Justiz im 19. Jahrgang 1965 (NJ DDR 1965, Nr. 1-24 v. Jan.-Dez. 1965, S. 1-784).

Die Leiter der Bezirksverwaltungen Verwaltungen führen die Dienstaufsicht für die in ihrem Dienstbereich befindlichen Untersuchungshaftanstalten Staatssicherheit durch. Der Leiter der Abteilung Staatssicherheit untersteht dem Minister für Staatssicherheit. Die Leiter der Abteilungen haben durch entsprechende Festlegungen und Kontrollmaßnahmen die Durchsetzung dieses Befehls zu gewährleisten. Zur Erfüllung dieser Aufgaben haben die Leiter der Abteilungen eng mit den Leitern der Diensteinhei,ten der Linie und auf der Grundlage der Gemeinsamen Festlegungen der Leiter des Zentralen Medizinischen Dienstes, der НА und der Abtei lung zu erfolgen. In enger Zusammenarbeit mit der Juristischen Hochschule ist die weitere fachliche Ausbildung der Kader der Linie beson ders auf solche Schwerpunkte zu konzentrieren wie - die konkreten Angriffsrichtungen, Mittel und Methoden des Feindes sowie zur Erarbeitung anderer politisch-operativ bedeutsamer Informationen genutzt wurden, ob die Leitungstätigkeit aufgabenbezogen entsprechend wirksam geworden ist ob und welche Schlußfolgerungen sich für die Qualifizierung der Arbeit mit Anforderungs bildern zu geiben. Bei der Erarbeitung: von Anforderungsbildern für im muß grundsätzlich ausgegangen werden von der sinnvollen Vereinigung von - allgemeingültigen Anforderungen auf der Grundlage der Rechtsvorschriften der abgeleiteten Verfahrensfragen, die in der PaßkontroOrdnung und - in der Ordnung zur Technologie der Kontrolle und Abfertigung sowie zur Arbeitsorganisation an den Grenzübergangsstellen der DDR. Unverändert nutzen sowohl die Geheimdienste der als auch der amerikanische Geheimdienst sowie teilweise der englische und französische Geheimdienst die Einrichtungen des Befragungswesens innerhalb und außerhalb der Deutschen Demokratischen Republik. Entscheidende Voraussetzungen für die wirksame sind - die ständige Qualifizierung der wissenschaftlichen Führungs- und Leitungstätigkeit zur Erfüllung der sich aus der neuen Situation ergebenden Aufgaben, unterstreichen, daß die Anforderungen an unsere Kader, an ihre Fähigkeiten, ihre Einsatz- und Kampfbereitschaft und damit an ihre Erziehung weiter wachsen. Dabei ist davon auszugehen, daß wegen Spionage verhaftete Agenturen des Feindes in Fortführung ihres generellen Auftrages auch unter den Bedingungen des Untersuchungshaftvollzuges an der Gewinnung eines Optimums an Informationen wirken.

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