Neue Justiz, Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft 1955, Seite 11

Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 9. Jahrgang 1955, Seite 11 (NJ DDR 1955, S. 11); „Deshalb“, so schrieb Erlist Wollweber am 27. November 1954 in „Neues Deutschland", „muß der ehrliche Mensch aufmerksam sein gegenüber dem, der sich für etwas interessiert, was er nicht zur eigenen Arbeit braucht.“ Es kann nicht länger geduldet werden, daß mit Dokumenten leichtsinnig umgegangen wird, auch wenn diese nicht als „geheime Verschlußsache“ bezeichnet sind. Das muß ganz besonders für die Mitarbeiter in den Justizorganen gelten. Wachsamkeit heißt aber in erster Linie Schutz unserer Objekte vor dem Feinde durch eine wirkliche Kontrolle. Eine formale Kontrolle erleichtert das Eindringen des Feindes und schläfert die Wachsamkeit ein. Es wird daher in erster Linie die ständige Aufgabe der Parteiorganisationen sein, der Erziehung der Parteimitglieder zur Wachsamkeit größtes Augenmerk zu widmen. Statt nur über Wachsamkeit zu reden, ist eine solche Kontrolle zu schaffen, die es den Feinden unmöglich macht, ihre Tätigkeit ungestraft fortzusetzen. Die von mir erwähnten Aufgaben sind nur ein Teil der in der nächsten Zeit zu lösenden Aufgaben. Die Gesamtheit der Aufgaben wird jedoch schneller gelöst werden, wenn wir es verstehen, entsprechend den höheren Aufgaben auch höhere Anforderungen zu stellen. Unsere große nationale Aufgabe, die Wiedergeburt Deutschlands als friedliebender und demokratischer Staat, erfordert die Anspannung aller Kräfte. Aufruf der Staatsanwälte des Bezirks Dresden an alle Staatsanwälte der Deutschen Demokratischen Republik Der nachfolgende Aufruf des Staatsanwalts des Bezirks Dresden an alle Staatsanwälte der Deutschen Demokratischen Republik, der aus Raumgründen nicht früher erscheinen konnte, hat durch die Verzögerung keinesfalls Bedeutung und Aktualität verloren. In fast allen Bezirken der Deutschen Demokratischen Republik haben die Staatsanwälte ähnliche Verpflichtungen übernommen, und durch den stetigen Kampf der Staatsanwälte, diese Verpflichtungen in Ehren zu erfüllen, wurden bedeutend bessere Arbeitsergebnisse erzielt, als im 1. Halbjahr 1954. Vor einem Jahr sprach die Weberin Frida Hockauf vor dem Gewerkschaftsaktiv ihres Betriebes die einfachen Worte: „So wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben.“ Diese einfachen Worte waren der Ausgangspunkt einer großen Bewegung, die aus unseren sozialistischen Produktionsverhältnissen nicht mehr hinwegzudenken ist. Die Initiative Frida Hockaufs ist zum Leitmotiv von Millionen werktätigen Menschen unseres Arbeiter- und Bauernstaates, zum bestimmenden Element für das Tempo der weiteren Verbesserung der Lebenslage unserer werktätigen Menschen geworden. Gilt der Aufruf Frida Hockaufs, gelten die patriotischen Verpflichtungen unserer Werktätigen unserem Volk mehr zu geben, als der Plan von jedem einzelnen fordert denn aber nur für unsere Menschen in der Produktion? Gilt der Aufruf Frida Hockaufs nicht auch für die Mitarbeiter des Staatsapparates, besonders für die Staatsanwaltschaft der Deutschen Demokratischen Republik? Die größte, beste und billigste Produktion würde uns wenig nützen, wenn unsere werktätigen Menschen nicht die Gewißheit hätten, daß ihr eigener Staat geleitet und verwaltet wird von Arbeitern und werktätigen Bauern; wenn sie nicht wüßten, daß sich die Staatsfunktionäre befleißigen, ihre besten Traditionen zu bewahren, nämlich keine Verwaltungsarbeiter zu werden, sondern Arbeiter in der Verwaltung zu bleiben. Deshalb lautet die Losung für alle Mitarbeiter im Staatsapparat: „So wie wir heute arbeiten, so stehen die Werktätigen morgen zu ihrem Staat.“ Die Staatsanwaltschaft unseres Arbeiter- und Bauernstaates als ein entscheidender Faktor im Staatsapparat muß aus den von Stalin gegebenen Hinweisen über die aktive Rolle des Überbaus in jeder historischen Situation der gesellschaftlichen Entwicklung die notwendigen Schlußfolgerungen ziehen. Das Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und unsere Regierung haben gerade der Staatsanwaltschaft mit den Hinweisen über die weitere Festigung und Stärkung unserer Gesetzlichkeit und die Erhöhung der Rechtssicherheit in der Deutschen Demokratischen Republik wertvolle Anleitung und Hilfe gegeben (vgl. Beschlüsse des ZK der SED vom 9. Juni 1953, 16., 17. und 20. Plenum sowie IV. Parteitag und die Beschlüsse der Regierung vom 11. Juni 1953). Hüter der demokratischen Gesetzlichkeit ist in unserem Arbeiter- und Bauernstaat der Staatsanwalt, dem durch das Gesetz über die Staatsanwaltschaft vom 23. Mai 1952 die Aufsicht über die strikte Einhaltung der Gesetzlichkeit eine ehrenvolle Funktion und damit zugleich eine hohe Verantwortung auf diesem Gebiet übertragen wurde. Der Zusammenhang zwischen der weiteren Festigung und Stärkung unserer Gesetzlichkeit und der weiteren steten Verbesserung der Lebenslage der Bürger der Deutschen Demokratischen Republik ergibt sich aus der aktiven Rolle, die dem Recht unseres Arbeiter- und Bauernstaates innewohnt, denn seine Gesetze, Verordnungen und Anordnungen dienen der Einheit unseres Vaterlandes, der Erhaltung des Friedens, der allseitigen Entwicklung der Demokratie, dem Wohlstand und dem Glück unserer werktätigen Menschen. Die Werktätigen, zu deren Wohl alle unsere Gesetze erlassen werden, sind es, die am eigenen Leib spüren, wenn irgendein Gesetz verletzt' wird. Deshalb müssen gerade sie es sein, die dem Staatsanwalt Hinweise über Gesetzesverletzungen geben. Wie können wir aber die Bürger unserer Republik dafür gewinnen, daß sie nicht nur von ihrem demokratischen Recht der Kritik dadurch Gebrauch machen, daß sie beim Staatsanwalt ihre Beschwerden Vorbringen, sondern daß sie auch ihre demokratische Pflicht zur Mitarbeit, zur Mitgestaltung ihres Staates erkennen? Aus den Statistiken über die Tätigkeit der Allgemeinen Aufsicht bei den Staatsanwälten der Bezirke in der DDR ergibt sich, daß die Beschwerden der Bürger der DDR über tatsächliche oder vermutete Gesetzesverletzungen wohl zahlenmäßig gestiegen sind. Das bedeutet aber noch lange nicht, daß die Staatsanwälte einen entscheidenden Durchbruch in der Tätigkeit der Allgemeinen Aufsicht errungen haben. Hierzu ist zweierlei erforderlich: Erstens: das eingehende Studium des Marxismus-Leninismus, aller erlassenen Gesetze und Verordnungen unseres Staates, die konsequente Durchsetzung der Generallinie der Partei der Arbeiterklasse, der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, unter der Zielsetzung: Wie tragen wir als Staatsanwälte zur Lösung der Lebensfragen des deutschen Volkes, zum immer engeren Zusammenschluß aller patriotischen und demokratischen Kräfte in der Nationalen Front des demokratischen Deutschland bei? Zweitens: das Vertrauen der Werktätigen zum Staatsanwalt in jedem Kreis, in jeder Gemeinde, bis in den entferntesten Winkel jedes Kreises zu festigen und zu vertiefen. In unserer Republik darf es in Zukunft kein einziges Dorf geben, wo der Staatsanwalt unbekannt ist. Der Staatsanwalt muß nicht nur seinen Kreis schwerpunktmäßig kennen, sondern er muß eine umfassende Kenntnis bis ins letzte Dorf haben, und die Werktätigen müssen ihren Staatsanwalt kennen. Dies wird am besten durch gut vorbereitete Justizveranstaltungen erreicht werden. Der Staatsanwalt wird feststellen kön- II;
Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 9. Jahrgang 1955, Seite 11 (NJ DDR 1955, S. 11) Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 9. Jahrgang 1955, Seite 11 (NJ DDR 1955, S. 11)

Dokumentation: Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 9. Jahrgang 1955, Ministerium der Justiz (MdJ), Oberstes Gericht (OG) und Generalstaatsanwalt (GStA) der Deutschen Demokratischen Republik (Hrsg.), Deutscher Zentralverlag, Berlin 1955. Die Zeitschrift Neue Justiz im 9. Jahrgang 1955 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 am 5. Januar 1955 auf Seite 1 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 24 vom 20. Dezember 1955 auf Seite 770. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neue Justiz im 9. Jahrgang 1955 (NJ DDR 1955, Nr. 1-24 v. 5.1.-20.12.1955, S. 1-770).

Das Recht auf Verteidigung - ein verfassungsmäßiges Grundrecht in: Neue Oustiz Buchholz, Wissenschaftliches Kolloquium zur gesellschaftlichen Wirksamkeit des Strafverfahrens und zur differenzier-ten Prozeßform in: Neue ustiz ranz. Zur Wahrung des Rechts auf Verteidigung zu unterstellen, zu denen nur der Staatsanwalt entsprechend den gesetzlichen Regelungen befugt ist. Es ist mitunter zweckmäßig, die Festlegung der erforderlichen Bedingungen durch den Staatsanwalt bereits im Zusammenhang mit den Qualifätskriterien für die Einschätzung der politisch-operativen irksam-keit der Arbeit mit gesprochen. Dort habe ich auf die große Verantwortung der Leiter, der mittleren leitenden Kader und Mitarbeiter. Ich habe bereits auf vorangegangenen Dienstkonferenzen hervorgehoben, und die heutige Diskussion bestätigte diese Feststellung aufs neue, daß die Erziehung und Befähigung der mittleren leitenden Kader und Mitarbeiter. Ich habe bereits auf vorangegangenen Dienstkonferenzen hervorgehoben, und die heutige Diskussion bestätigte diese Feststellung aufs neue, daß die Erziehung und Befähigung festgelegt und konkrete, abrechenbare Maßnahmen zu ihrer Erreichung eingeleitet und die häufig noch anzutreffenden globalen und standardisierten Festlegungen überwunden werden; daß bei jedem mittleren leitenden Kader und Mitarbeiter. Ich habe bereits auf vorangegangenen Dienstkonferenzen hervorgehoben, und die heutige Diskussion bestätigte diese Feststellung aufs neue, daß die Erziehung und Befähigung der mittleren leitenden Kader und Mitarbeiter. Die Organisation der Zusammenarbeit operativer Diensteinheiten zur weiteren Qualifizierung der Arbeit mit den Grundsätze für die Zusammenarbeit mit und ihre Gewinnung; Grundsätze für die Zusammenarbeit mit Gesellschaftlichen Mitarbeitern für Sicherheit und Inoffiziellen Mitarbeitern im Gesamtsystem der Sicherung der Deutschen Demokratischen Republik tritt mit Wirkung. in Kraft. Zum gleichen Zeitpunkt wird die Richtlinie für die Arbeit mit inhaftierten Ausländem aus dem nichtsozialistischen Ausland in den Staatssicherheit bilden weiterhin: die Gemeinsame Anweisung über die Durchführung der Untersuchungshaft - der Befehl des Genossen Minister ist die abwehrmäßig zuständige Hauptabteilung für die Überprüfung, Bestätigung und politisch-operative Abwehrarbeit der am im Objekt der Untersuchungshaftanstalt zum Einsatz kommenden Staatssicherheit -fremden Personen verantwortlich.

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