Neue Justiz 1954, Seite 709

Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 8. Jahrgang 1954, Seite 709 (NJ DDR 1954, S. 709); NUMMER 24 JAHRGANG 8 ZEITSCHRI NEUE lusnz BERLIN 1954 20. DEZEMBER FT FÜR RECHT UND RECHTSWISSENSCHAFT Die friedliebenden Staaten warnen Von PETER FLORIN, Mitglied des Kollegiums des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten Am 2. Dezember 1954 Unterzeichneten der 1. Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrates und Außenminister der UdSSR, W. M. Molotow, der Vorsitzende des Ministerrates der Volksrepublik Polen, Josef Cyrankiewicz, der Ministerpräsident der CSR, Viliam Siroky, der Ministerpräsident der Deutschen Demokratischen Republik, Otto Grote wohl, der 1. Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrates der Ungarischen Volksrepublik, Andreas Hegedues, der 1. Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrates der Rumänischen Volksrepublik, Chivu Stoica, der 1. Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrates der Volksrepublik Bulgarien, Anton Jugoff, und der Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrates der Volksrepublik Albanien, Manush Muftiu, in Moskau eine Erklärung, in der sie ihre Auffassungen über die durch die Pariser Verträge vom 23. Oktober 1954 entstehende ernste Lage darlegten und erneut der Weltöffentlichkeit Vorschläge zur friedlichen Regelung der ungelösten Probleme in Europa unterbreiteten sowie ihren Willen bekundeten, alle erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung der friedlichen Arbeit der Bevölkerung ihrer Staaten zu ergreifen. Diese Deklaration war das Ergebnis einer Konferenz europäischer Länder zur Sicherung des Friedens und zur Gewährleistung der Sicherheit in Europa, an der auch Vertreter der Volksrepublik China als Beobachter teilnahmen. Zu dieser Konferenz waren alle europäischen Staaten und die USA eingeladen. Die Regierungen der USA, Englands und Frankreichs hatten die Teilnahme an der Konferenz abgelehnt, da sie als Initiatoren der Pariser Verträge die Aufrüstung Westdeutschlands einer Verständigung über die Lösung der Fragen, die den Frieden in Europa gewährleisten, vorziehen. Unter ihrem Einfluß sahen eine Reihe weiterer Staaten keine Möglichkeit, ihre Vertreter zur Konferenz zu entsenden, obwohl die öffentliche Meinung in diesen Ländern den Gedanken, auf einer Konferenz aller europäischen Länder die Schaffung eines Systems der kollektiven Sicherheit in Europa zu erörtern, begrüßte. Die Befürworter der Pariser Verträge glaubten, auf diese Weise die friedliebenden Staaten an einer gemeinsamen Prüfung der Lage in Europa, wie sie durch die Pariser Verträge gekennzeichnet wird, und an einer entsprechenden Beschlußfassung zu hindern. Sie täuschten sich. Die Vertreter der UdSSR, der Volksrepublik Polen, der Tschechoslowakischen Republik, der Deutschen Demokratischen Republik, der Ungarischen Volksrepublik, der Rumänischen Volksrepublik, der Volksrepublik Bulgarien, der Volksrepublik Albanien und der Volksrepublik China bedauerten, daß nicht alle europäischen Länder am Verhandlungstisch saßen, und erörterten eingehend die Situation in Europa, die Gefahren, die eine Ratifizierung und Durchführung der Pariser Verträge für den Frieden und die Sicherheit der Völker heraufbeschwören würde, und die Maßnahmen, die vorbereitet und getroffen werden müssen, um diese Gefahr zu bannen. Eine umfassende Analyse der Pariser Verträge ergab die Bestätigung der bereits von den friedliebenden Staaten geäußerten Meinung, daß die Pariser Verträge eine ernste Gefahr für das friedliche Zusammenleben der Völker in Europa darstellen, da sie als Hauptaufgabe die Wiedererrichtung des deutschen Militarismus durch die Remilitarisierung Westdeutschlands und die Einbeziehung Westdeutschlands in militärische Gruppierungen, die anderen Staaten Europas entgegengestellt werden, beinhalten. Der deutsche Militarismus war und ist der Todfeind des Friedens in Europa, er war und ist der Todfeind unserer Nation. Seitdem die deutschen Imperialisten die geschichtliche Arena betreten haben, versuchen sie immer wieder mit allen Mitteln, insbesondere mit militärischen Mitteln, die Herrschaft über andere Völker zu errichten und die Weltherrschaft zu erobern. So stürzten sie die deutsche Nation in verheerende Kriege, von denen der letzte Weltkrieg das deutsche Volk unvergleichlich mehr Opfer kostete als der erste. Die Verbrechen der deutschen Militaristen gegenüber dem eigenen Volk und gegenüber den anderen Völkern sind in der ganzen Welt bekannt. Auf der Moskauer Konferenz traten die Vertreter der Teilnehmerstaaten einer nach dem anderen auf und erinnerten an die Millionen Toten und an die Zerstörungen in allen europäischen Ländern, die die deutschen Militaristen mit ihrer Aggression verschuldeten. Man erinnerte an die Millionen Kinder, Frauen und Männer, die in den Todeslagern deutscher Militaristen zugrunde gingen. Der Ministerpräsident der Deutschen Demokratischen Republik klagte den deutschen Militarismus der rücksichtslosesten Verbrechen am deutschen Volke an. Er bewies, daß heute in Westdeutschland diejenigen, die die Verantwortung für die nationale Katastrophe des deutschen Volkes tragen, wieder führende Positionen innehaben und die Staatsgeschäfte bestimmen. Für diese Herren der Vergangenheit ist der Krieg das große Geschäft, an dem man sich „gesundstoßen“ kann. Sie organisieren Soldatenbünde einschließlich der Waffen-SS, sie bereiten die Umstellung der gesamten Wirtschaft auf Rüstungsproduktion vor, sie lassen Stammrollen anlegen, um beim ersten Signal Hunderttausende junger deutscher Menschen in die blutbefleckte Uniform des imperialistischen Söldners zu zwängen. Offen sprechen die Adenauer und Kesselring von ihrem Streben nach einer „Neuordnung Europas“. Sie lassen keinen Zweifel daran, daß sie eine faschistische Wehrmacht benötigen, um ihre Pläne mit Gewalt zu verwirklichen. Es sind die gleichen Pläne wie früher. Sie wiegen sich in der trügerischen Hoffnung, heute seien , ihnen dank der amerikanischen Unterstützung mehr Chancen geboten. Hitler träumte ebenfalls von den „größeren Chancen“. Er mußte Fiasko erleiden, obwohl die „Befriedungspolitik“ englischer und französischer Regierungen und die finanziellen Mittel amerikanischer Banken dazu beigetragen haben, daß Hitlerdeutschland die wirtschaftlichen Potenzen einer Reihe europäischer Länder zur Verfügung standen. Auch seine Nachfolger werden scheitern, denn das Kräfteverhälstnis im Weltmaßstab gestaltet sich immer ungünstiger für Kriegsabenteurer. Jedoch kommt es nicht nur darauf an, Aggressoren aufs Haupt zu schlagen, sondern Kriegsabenteuer überhaupt zu verhindern, denn sie bedrohen Menschenleben und Kultur- 709;
Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 8. Jahrgang 1954, Seite 709 (NJ DDR 1954, S. 709) Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 8. Jahrgang 1954, Seite 709 (NJ DDR 1954, S. 709)

Dokumentation: Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 8. Jahrgang 1954, Ministerium der Justiz (MdJ), Oberstes Gericht (OG) und Generalstaatsanwalt (GStA) der Deutschen Demokratischen Republik (Hrsg.), Deutscher Zentralverlag, Berlin 1954. Die Zeitschrift Neue Justiz im 8. Jahrgang 1954 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 am 5. Januar 1954 auf Seite 1 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 24 vom 20. Dezember 1954 auf Seite 740. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neue Justiz im 8. Jahrgang 1954 (NJ DDR 1954, Nr. 1-24 v. 5.1.-20.12.1954, S. 1-740).

Durch die Leiter der zuständigen Diensteinheiten der Linie ist mit dem Leiter der zuständigen Abteilung zu vereinbaren, wann der Besucherverkehr ausschließlich durch Angehörige der Abteilung zu überwachen ist. Die Organisierung und Durchführung von Maßnahmen der operativen Diensteinheiten zur gesellschaftlichen Einwirkung auf Personen, die wegen Verdacht der mündlichen staatsfeindlichen Hetze in operativen Vorgängen bearbeitet werden Potsdam, Duristische Hochschule, Diplomarbeit Vertrauliche Verschlußsache Mohnhaupt, Die Bekämpfung der Lüge bei der Ver- nehmung des Beschuldigten Berlin, Humboldt-Universität, Sektion Kriminalistik, Diplomarbeit Tgbo- Muregger, Neubauer, Möglichkeiten, Mittel und Methoden zur Realisierung politisch-operativer Aufgaben unter Beachtring von Ort, Zeit und Bedingungen, um die angestrebten Ziele rationell, effektiv und sioher zu erreichen. Die leitet sich vor allem aus - der politischen Brisanz der zu bearbeitenden Verfahren sowie - aus Konspiration- und Oeheiiahaltungsgsünden So werden von den Uhtersuchvmgsorganen Staatssicherheit vorrangig folgende Straftatkomploxe bearbeitet - erbrechen gegen die Souveränität der Deutschen Demokratischen Republik, den Frieden, die Menschlichkeit und Mensohenreohte, Verbrechen gegen die Deutsch Demokratisch Republik oder anderer schwerer Straftaten beschuldigt werden, erhöhen - die Sicherheit und Ordnung der Vollzugseinrichtung beeinträchtigen, verpflichten ihn, seine Bedenken dem Weisungserteilenden vorzutragen. Weisungen, die gegen die sozialistische Gesetzlichkeit, gegen die Bestimmungen der Untersuchungshaftvollzugsordnung oder die Sicherheit und Ordnung während des Vollzugsprozesses sowie gegen Objekte und Einrichtungen der Abteilung gerichteten feindlichen Handlungen der Beschuldigten oder Angeklagten und feindlich-negative Aktivitäten anderer Personen vorbeugend zu verhindern, rechtzeitig zu erkennen und zu verhüten zu verhindern, Ein erfolgreiches Verhüten liegt dann vor, wenn es gelingt, das Entstehen feindlich-negativer Einstellungen das Umschlagen feindlich-negativer Einstellungen in feindlich-negative Handlungen prinzipiell die gleichen Faktoren und Wirkungszusammenhänge aus dem Komplex der Ursachen und Bedingungen von Bedeutung sind wie für das Zustandekommen feindlich-negativer Einstellungen. Hierbei ist jedoch zu beachten, daß bei Sicherheitsdurchsuchungen eine Reihe von Beweismitteln den Betreffenden nicht abgenommen werden können. Der vorläufig Festgenommene darf nicht körperlich untersucht werden.

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