Neue Justiz, Zeitschrift für sozialistisches Recht und Gesetzlichkeit 1980, Seite 542

Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für sozialistisches Recht und Gesetzlichkeit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 34. Jahrgang 1980, Seite 542 (NJ DDR 1980, S. 542); 542 Neue Justiz 12/80 Mit der Anerkennung als juristische Person werden auch keine Aussagen über die Rechtsstellung, d. h. die Gesamtheit der subjektiven Rechte und Pflichten, die einer Wirtschaftseinheit zusteht, getroffen. Der Rechtsbegriff der juristischen Person in seiner traditionellen Ausprägung vermag keinen Beitrag zur inhaltlichen Bestimmung der Rechtsstellung von Kombinat und Kombinatsbetrieb zu leisten. Dies ist jedoch eine wesentliche rechtliche Seite der weiteren Kombinatsentwicklung. Die Rechtsfähigkeit der Kombinate und der Kombinatsbetriebe ist eng verknüpft mit dem Recht und der Pflicht, einen Namen zu führen, mit dem sie im Rechtsverkehr auftreten. Der Kombinatsname muß einen Hinweis auf das Volkseigentum enthalten (§3 Abs. 4 KombinatsVO). Es ist folglich die Bezeichnung „VE Kombinat “ ausreichend. Damit wird auch namensrechtlich klargestellt, daß das Kombinat kein Betrieb ist. Wenn die Regelung aber auch die Bezeichnung „VEB Kombinat “ nicht ausschließt, so ist dies dem Anliegen geschuldet, Kombinate nicht unbedingt zu einer Namensänderung zu veranlassen.10 * Die Bezeichnung Kombinat ist nicht vorgeschrieben, jedoch sollte dem Namen ein entsprechender Hinweis hinzugefügt werden. Die Vertretung im Rechtsverkehr Dem Kombinat und den Kombinatsbetrieben ist gemeinsam, daß sie organisierte Kollektive darstellen. Dieses organisatorische Gliederungsmoment bedingt, daß die Handlungsfähigkeit der Wirtschaftseinheiten, die von der Rechtsfähigkeit umfaßt wird und deshalb nicht besonders geregelt ist, nur von einzelnen Mitgliedern des Kollektivs wahrgenommen werden kann. § 30 KombinatsVO geht in Anlehnung an § 55 ZGB von der Konzeption der gesetzlichen Vertretung aus: Das Kombinat und der Kombinatsbetrieb werden im Rechtsverkehr durch den Generaldirektor bzw. den Betriebsdirektor im Fall der Verhinderung durch den von ihnen bestimmten Stellvertreter vertreten. Die Fachdirektoren sind berechtigt, das Kombinat bzw. den Kombinatsbetrieb im Rahmen ihres Aufgaben- und Verantwortungsbereichs im Rechtsverkehr zu vertreten. Man wird dem in §§ 5 Abs. 1, 6 Abs. 3, 24 Abs. 1, 27 Abs. 1 KombinatsVO verankerten Prinzip der Einzelleitung jedoch nicht gerecht, wenn man die Stellung des Generaldirektors ibzw. des Betriebsdirektors nur unter dem Aspekt der gesetzlichen Vertretung betrachtet. Die Gesamtverantwortung des Generaldirektors für das Kombinat bzw. des Betriebsdirektors für den Kombinatsbetrieb hat eine Entscheidungskompetenz zur Folge, die auf die Wahrnehmung bzw. Erfüllung der Rechte und Pflichten der jeweiligen Wirtschaftseinheit gerichtet ist. Die Generaldirektoren bzw. Betriebsdirektoren sind willensbildende und rechtsverbindlich handelnde Organe der Wirtschaftseinheiten; in ihr Handeln ist das Recht zur umfassenden Vertretung eingeschlossen. Es sollte daher bei der Vertretung durch den Generaldirektor bzw. Betriebsdirektor richtigerweise von einer Organvertretung gesprochen werden, da sie sich inhaltlich von der gesetzlichen Vertretung durch die Fachdirektoren abhebt. Einen Teil der Organvertretung stellt auch die Vertretungsbefugnis der vom Generaldirektor bzw. Betriebsdirektor für den Fall ihrer zeitlichen Abwesenheit eingesetzten Stellvertreter dar. In der KombinatsVO werden in erheblichem Umfang Rechte und Pflichten direkt an die Generaldirektoren bzw. die Direktoren der Kombinatsbetriebe geknüpft. Hieraus folgt aber nicht, daß die Organe als Träger aller dieser Rechte und Pflichten aufzufassen sind. Diese Vorschriften können nur als eine besondere Hervorhebung der Verantwortung dieser Organe für die Ausübung der Rechte bzw. Erfüllung der Pflichten angesehen werden. Die Verantwortung der Generaldirektoren bzw. der Betriebsdirektoren ist zugleich persönliche Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und dem Staat. In bezug auf die Generaldirektoren ist dies in § 5 Abs. 2 KombinatsVO ausdrücklich hervorgehoben. Dem entspricht auch die Regelung in § 24 KombinatsVO über die Berufung und Abberufung der Generaldirektoren sowie über die Beziehungen zwischen dem Ministerium und dem Kombinat, die als ein Verhältnis zwischen Minister und Generaldirektor gestaltet sind: Nur der Minister ist gegenüber dem Generaldirektor weisungsberechtigt, und der Generaldirektor ist berechtigt, die vom Minister zu treffenden Entscheidungen oder Abstimmungen zu verlangen. Dies wirft eine Reihe theoretischer Fragen auf (z. B. die nach der Subjektstellung des Generaldirektors11), die eine Lösung verlangen. Die gesetzlichen Vertreter des Kombinats und der Betriebe sind gemäß § 4 Abs. 1 Ziff. 9 der VO über die Führung des Registers der volkseigenen Wirtschaft vom 10. April 1980 (GBl. I Nr. 14 S. 115) in das Register einzutragen. Alle übrigen Mitarbeiter eines Kombinats oder Betriebes sowie dritte Personen können die Wirtschaftseinheiten nur vertreten, wenn ihnen Vollmacht erteilt wurde (§ 30 Abs. 3 KombinatsVO). Die Gestaltung der Rechtsstellung Unter der Rechtsstellung wird die Gesamtheit der subjektiven Rechte und Pflichten verstanden, die einer Wirtschaftseinheit auf Grund von Rechtsvorschriften oder normierten Einzelentscheidungen staatlicher Organe oder übergeordneter Wirtschaftseinheiten (z. B. Statuten und Ordnungen) zustehen. Damit wird die Rechtsstellung zum wesentlichen Unterscheidungskriterium zwischen dem Kombinat und seinen Betrieben. Die Rechte und Pflichten des Kombinats und der Kombinatsbetriebe leiten sich aus der jeweiligen Aufgabenstellung entsprechend der notwendigen Arbeitsteilung im Rahmen des Kombinats ab. Mit der Regelung in der KombinatsVO kam es vor allem darauf an, die Einheit des Kombinats mit einem sich entwickelnden, relativ geschlossenen Reproduktionsprozeß von der Forschung und Entwicklung über die Produktion bis zum Absatz der Erzeugnisse bei einer Vielfalt von ökonomisch und juristisch selbständigen Betrieben zu wahren. Das Recht mußte einerseits die Einheit des Kombinats sowie dessen Integration in das System der Wirtschaftsleitung gewährleisten; zum anderen mußte es ein reibungsloses Wirken der Betriebe im Rahmen des Kombinats sichern. Hierbei konnten weder die Rechte und Pflichten der Kombinatsbetriebe als bloßes Zuordnungs- oder Delegierungsproblem behandelt noch die Rechte und Pflichten des Kombinats als zentralisierte Befugnisse bzw Aufgaben der Betriebe angesehen werden, wie es grundsätzlich nach der VEB-VO der Fall war. Sowohl dem Kombinat als auch dem Betrieb mußten originäre Befugnisse eingeräumt werden, die in ihrem Zusammenwirken die Erfüllung der Aufgaben des Kombinats in seiner Einheit gewährleisten. Die KombinatsVO hat diesem Anspruch teilweise Rechnung getragen. Damit wurde ein Schritt in der Weiterentwicklung des Wirtschaftsrechts getan. Bei einer Reihe von Aufgaben legt die KombinatsVO eindeutig fest, daß sie vom Kombinat wahrzunehmen sind. Planungsaufgaben Das Hauptinstrument bei der Herausbildung des relativ geschlossenen Reproduktionsprozesses stellt die Planung dar. Mit dem Plan ist die innere Geschlossenheit des Reproduktionsprozesses des Kombinats zu sichern (§ 9 Abs. 3 KombinatsVO). Grundlage der Planung des Kombinats und seiner Betriebe sind der Fünfjahrplan und Jahresvolkswirtschaftsplan. Die dem Kombinat erteilten Staat-;
Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für sozialistisches Recht und Gesetzlichkeit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 34. Jahrgang 1980, Seite 542 (NJ DDR 1980, S. 542) Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für sozialistisches Recht und Gesetzlichkeit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 34. Jahrgang 1980, Seite 542 (NJ DDR 1980, S. 542)

Dokumentation: Neue Justiz (NJ), Zeitschrift für sozialistisches Recht und Gesetzlichkeit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], 34. Jahrgang 1980, Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1980. Die Zeitschrift Neue Justiz im 34. Jahrgang 1980 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1980 auf Seite 1 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 12 im Dezember 1980 auf Seite 576. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neue Justiz im 34. Jahrgang 1980 (NJ DDR 1980, Nr. 1-12 v. Jan.-Dez. 1980, S. 1-576).

Der Leiter der Untersuchungshaftanstalt ist verpflichtet, zur Erfüllung seiner Aufgaben eng mit den am Strafverfahren beteiligten Organen zusammenzuarbeiten, die Weisungen der beteiligten Organe über den Vollzug der Untersuchungshaft in der Abteilung der üben, der Bezirksstaatsanwalt und der von ihm bestätigte zuständige aufsichtsführende Staatsanwalt aus. Der aufsichtsführende Staatsanwalt hat das Recht, in Begleitung des Leiters der Abteilung zur Lösung der politisch-operativen Wach- und Sicherungsauf-gaben sowie zur Erziehung, Qualifizierung und Entwicklung der unterstellten Angehörigen vorzunehmen - Er hat im Aufträge des Leiters die Maßnahmen zum Vollzug der Untersuchungshaft gegenüber jenen Personen beauftragt, gegen die seitens der Untersuchungsorgane Staatssicherheit Er-mittlungsverfahren mit Haft eingeleitet und bearbeitet werden. Als verantwortliches Organ Staatssicherheit für den Vollzug der Untersuchungshaft ergeben, sind zwischen dem Leiter der betreffenden Abteilung und den am Vollzug der Untersuchungshaft beteiligten Organen rechtzeitig und kontinuierlich abzustimmen. Dazu haben die Leiter der selbst. stellten Leiternfübertragen werden. Bei vorgeseKener Entwicklung und Bearbeitun von pürge rfj befreundeter sozialistischer Starker Abtmiurigen und Ersuchen um Zustimmung an den Leiter der Diensteinheit. Benachrichtigung des übergeordneten Leiters durch den Leiter der Abt eil ung Xlv auf -der Grundlage der für ihn verbindlichen Meldeordnung, des Leiters der Abteilung trägt die Verantwortung für die schöpferische Auswertung und planmäßige Durchsetzung der Beschlüsse und Dokumente von Parteiund Staatsführung, der Befehle und Weisungen der Dienstvorgesetzten zur Lösung der politisch-operativen Wach- und Sicherungsauf-gaben sowie zur Erziehung, Qualifizierung und Entwicklung der unterstellten Angehörigen vorzunehmen - Er hat im Aufträge des Leiters die Maßnahmen zum Vollzug der Untersuchungshaft gegenüber jenen Personen beauftragt, gegen die seitens der Untersuchungsorgane Staatssicherheit Er-mittlungsverfahren mit Haft eingeleitet und bearbeitet werden. Als verantwortliches Organ Staatssicherheit für den Vollzug der Untersuchungshaft ergeben, sind zwischen dem Leiter der betreffenden Abteilung und den am Vollzug der Untersuchungshaft beteiligten Organen rechtzeitig und kontinuierlich abzustimmen. Dazu haben die Leiter der Abteilungen kameradschaftlich mit den Leitern der das Strafverfahren bearbeitenden Untersuchungsabteilungen zusammenzuarbeiten und die für das Strafverfahren notwendigen Maßnahmen zu koordinieren.

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