Das Selbst begegnet sich selbst. Kein Spiegel steht dazwischen, keine Fläche, die zurückwirft, sondern es ist das eigene selbst, doppelt im Raum, sich selbst gegenüber stehend, befindend. Ein Etwas, das nicht weggeht, das nicht blinzelt, das einfach da ist. Den Blick in die eigenen Augen aushaltend, unbeirrbar, ohne irgendeine Ausweichmöglichkeit, ohne den Trost einer jedlichen Ablenkung.
Es ist vertraut und zugleich fremd. Zwei Körper scheinen da zu sein, zwei Gestalten, zwei Atemzüge, doch in der Tiefe bleibt es ein einziges Selbst. Nähe und Fremdheit überlagern sich, das Eigene tritt hervor wie etwas Unbekanntes, das zugleich schon immer da war. In dieser Begegnung öffnet sich ein Raum, den kein Spiegel je geben könnte. Ein Raum, in dem das Selbst nicht Bild ist, nicht Oberfläche, sondern ein Wesen, das sich unverstellt gegenübertritt. Es ist ein, der Moment, in dem man das Eigene nicht mehr verbergen, nicht mehr zerstreuen kann. Der Blick trifft auf den Blick, Beobachter und Beobachteter verschmelzen, und das Selbst erfährt sich selbst, unmittelbar und ohne Fluchtweg.
Der Augenblick trägt eine Schwere und eine Zärtlichkeit zugleich. Er zeigt, wie schwer es ist, sich selbst standzuhalten, wie ungewohnt es bleibt, nicht auszuweichen. Und er zeigt auch, wie bedeutungsvoll es werden kann, wenn man diesem Blick einmal nicht entkommt. Was entsteht, lässt sich nicht benennen. Es ist ein Schweigen, das den Raum füllt, eine Spannung, die bleibt, auch wenn das Bild weiterläuft. Ein Abdruck, der sich legt in das Gedächtnis, als hätte man sich selbst zum ersten Mal wirklich gesehen.
Die Aufnahmen zu der Videoarbeit ";" wurden gemeinsam mit Matthias Melster am Samstag, dem 23.Dezember 2023 in der schwarze Gummizelle der Stasi an einem anderen Ort von Arthur Schmidt (Gvoon) realisiert. Des Weiteren wurde ein experimentelles Video verwendet, das am Montag, dem 27. Februar 2012 um 19:20 Uhr im Inneren der Zelle 312 der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und heutigen Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen entstanden ist. Das experimentelle Video von dem Fensterersatz aus Glasbausteinen mit "Frischluftzufuhr" ist durch das Versuchen des Hindurchblickens in der Zelle aufgenommen worden, in der Matthias damals eingesperrt war. Die dabei aufgenommenen realen Geräusche während der Aufnahme sind das Einzige, das als Klang zu der Videoabeit benutzt wurde und zu hören ist.
Warum Matthias in dieser besonderen Videoarbeit eigentlich zu sehen ist, unter anderem , , ,
Wirklich mehr Informationen zu Matthias Melster selbst als hier sowie zu seinem Sein finden sie auf seiner eigenen älteren Homepage im Internet unter: http://www.matthias-melster.de/ oder auch divers auf YouTube unter: https://www.youtube.com/results?search_query=matthias+Melster, wo es Videobeiträge über ihn oder mit Matthias gibt. Zu dem 2005 erschienenen Dokumentarfil "Der irrationale Rest" mit Matthias und anderen gibt es unter: https://www.berlinale.de/external/programme/archive/pdf/20051351.pdf einige Informationen. Wobei in dem damalige Film, wo Thorsten Trimpop drei betroffene Menschen zu ihrem ersten Treffen seit 16 Jahren begleitet. Der Film handelte darüber, das im Jahr 1987 Matthias, nicht einmal 20 Jahre alt mit seiner damaligen gleichaltrigen Freundin Susanne sowie mit der besten Freundin von ihr, einen Fluchtversuch aus der DDR unternahm, wobei seine Freundin Susanne dann alleine zurück blieb. Denn, an der deutsch-tschechischen Grenze wurden sie bei ihrem Fluchtversuch verhaftet, und dann folgend von der Stasi verhört, psychologisch gefoltert und zersetzt. Matthias führte zu dem Zeitpunkt des Dokumentarfilms als Zeitzeuge Besuchergruppen durch die Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen, seine ehemalige freundin Susanne arbeitete damals als Krankenschwester, wobei sie dabei versucht hat, die Vergangenheit einfach zu verdrängen. Und Suse war in dieser Zeit mittlerweile verheiratet und Mutter dreier Kinder. Damals lebte sie noch immer im Ost-Berliner Stadtteil Pankow. Folgend dann gab es aus dem Jahr 2007 von der "taz" unter: https://taz.de/Ich-bin-noch-immer-im-Gefaengnis/!271470/ ein sehr gut geführtes Interview mit ihm selbst. Und vieles ander mehr , , ,
Darüber hinaus sind einige seiner Aktivitäten zum Beispiel auf Facebook unter: www.facebook.com/matthias.melster zu finden.
Das Folgende ist lediglich nur ein Versuch etwas Kuzes zu dem Leben von Matthias zu schreiben.