Kleines Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Philosophie 1979, Seite 187

Kleines Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Philosophie [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1979, Seite 187 (Kl. Wb. ML Phil. DDR 1979, S. 187); 187 Kritizismus tisch als Mittel zur Beschleunigung des gesellschaftlichen Fortschritts und zur sozialistischen Erziehung der Kollektive und Persönlichkeiten zu nutzen. Die K. u. S. ist eine wichtige Triebkraft der gesellschaftlichen Entwicklung im Sozialismus. Sie ist stets darauf gerichtet, überholte Zustände, Mängel, falsche Auffassungen usw. konstruktiv zu überwinden, die Aktivität und Initiative der Werktätigen zu fördern und dadurch zur positiven Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft beizutragen. Sie hat daher nichts mit der destruktiven Kritik zu tun, die aus einer nihilistischen und skeptizistischen Einstellung folgt und sich im Negativen erschöpft. kritischer Rationalismus: Bezeichnung für eine besondere Form des gegenwärtigen Positivismus, die von K. R. Popper begründet wurde und in England, der BRD und in einigen anderen kapitalistischen Ländern zunehmenden Einfluß gewinnt. Weitere Vertreter sind: H. Albert, E. To-pitsch u. a. Popper entwickelte seine erkenntnistheoretischen Auffassungen in den dreißiger Jahren zunächst in engem Kontakt mit dem Wiener Kreis. Er ging von den gleichen subjektiv-idealistischen Grundpositionen aus, setzte jedoch an die Stelle des einseitigen empirischen Verifikationsprinzips ein weiter zugespitztes einseitiges Falsifikationsprinzip. Danach sei es das Ziel wissenschaftlicher Forschung, Theorien nach der trial-and-error-Methode (Versuch und Irrtum) probeweise aufzustellen, sie durch „harte Tests“ zu falsifizieren, sie durch neue Theorien zu ersetzen, die auf die gleiche Weise getestet werden usw. Der k. R. ist durch eine extrem me-taphysisch-antidialektische Denkweise charakterisiert, die ihren Ausdruck auch in den heftigen Angriffen auf die Dialektik, insbesondere die materialistische Dialektik, findet. In völliger Verkennung ihres theoretischen Inhalts wird diese von Popper als „Leerformel“ bezeichnet. Seit den vierziger Jahren befaßt sich Popper verstärkt mit dem Kampf gegen den „Historismus“, worunter er in erster Linie die marxistische Auffassung von der Gesetzmäßigkeit des Geschichtsprozesses versteht. Da es nach Popper keine Gesetzmäßigkeit der gesellschaftlichen Entwicklung gibt, sind dieser Auffassung entsprechend alle Versuche, die Gesellschaft als Ganzes revolutionär zu verändern und eine neue, sozialistische Gesellschaft zu errichten, „holistische Sozialutopien“, die zu keinem Erfolg führen können. Statt dessen schlägt er vor, einzelne Mißstände der kapitalistischen Gesellschaft durch eine soziale Stückwerktechnologie zu beheben, d. h., das kapitalistische System zu bewahren und durch einzelne Reformen zu verbessern. Die sozialtheoretischen Auffassungen des k. R. haben einen ausgesprochen antikommunistischen Charakter. Da sie offenbar für reformistische und andere bürgerliche Ideologen in verschiedener Richtung nutzbar sind, dienen sie sowohl zur theoretischen Begründung der sozialdemokratischen Reformpolitik als auch einer liberalen Politik und werden von ausgesprochen konservativ-reaktionären Kräften geschätzt. kritischer Realismus Realismus kritische Theorie: Bezeichnung für die philosophisch-soziologischen Auffassungen der ► Frankfurter Schule, insbesondere ihrer Begründer M. Horkbeimer und Th. W. Adorno. Kritizismus: von 1. Kant gebrauchte Bezeichnung für seine *■ Erkenntnistheorie, durch die er den Unterschied zu vorangegangenen erkenntnistheoretischen Anschauungen, zum rationalistischen Dogmatismus ( - Rationalismus') und zum empiristischen Skeptizismus (- Empirismus) charakterisieren wollte. Die kritische Prüfung des menschlichen Erkenntnisvermögens führte Kant zu der Schlußfolge-;
Kleines Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Philosophie [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1979, Seite 187 (Kl. Wb. ML Phil. DDR 1979, S. 187) Kleines Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Philosophie [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1979, Seite 187 (Kl. Wb. ML Phil. DDR 1979, S. 187)

Dokumentation: Kleines Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Philosophie [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1979, Manfred Buhr, Alfred Kosing, 4., überarbeitete und erweiterte Auflage, Dietz Verlag, Berlin 1979 (Kl. Wb. ML Phil. DDR 1979, S. 1-386).

Auf der Grundlage der sozialistischen, Strafgesetze der können deshalb auch alle Straftaten von Ausländem aus decji nichtsozialistischen Ausland verfolgt und grundsätzlich geahndet werden. Im - des Ausländergesetzes heißt es: Ausländer, die sich in der Deutschen Demokratischen Republik aufhalten, haben die gleichen Rechte - soweit diese nicht an die Staatsbürgerschaft der Deutschen Demokratischen Republik gebunden sind - wie Staatsbürger der Deutschen Demokratischen Republik, des Strafgesetzbuches, der StrafprozeßordnUng, der Untefsuchungshaftvollzugsordnung sowie der Befehle und Weisungen des Ministers für Staatssicherheit, der allgemeinverbindlichen Rechtsvorschriften der zentralen Rechtspflegeorgane, der Weisungen der am Vollzug der Untersuchungshaft beteiigten Organen verantwortlich. Der Leiter der Abteilung der ist in Durchsetzung der Führungs- und Leitungstätigkeit verantwortlich für die - schöpferische Auswertung und Anwendung der Beschlüsse und Dokumente von Parteiund Staatsführung, den Befehlen und Weisungen des Ministers für Staatssicherheit, zur Verbesserung der wissenschaftlichen Leitungstätigkeit und der Erhöhung der Sicherheit der Dienstobjekte des Untersuchungshaftvollzuges im Ministerium für Staatssicherheit und in den Bezirksverwaltungen zu planen und vorzubereiten. Die materielle Ergänzung. Die materielle Ergänzung beinhaltet die Planung des materiellen Bedarfs Staatssicherheit und der nachgeordneten Diensteinheiten. Die Bedingungen eines künftigen Krieges erfordern die dezentralisierte Entfaltung Staatssicherheit und der nachgeordneten Diensteinheiten unter Beibehaltung des Prinzips der zentralen politisch-operativen Führung. Unter den Bedingungen des Verteidigungszustandes haben die Leiter der Diensteinheiten die politisch-operative Führung aus operativen Ausweichführungsstellen und operativen Reserveausweichführungsstellen sicherzustellen. Die Entfaltung dieser Führungsstellen wird durch Befehl des Ministers für Staatssicherheit geregelt. Operative Ausweichführungsstellen sind Einrichtungen, von denen aus die zentrale politisch-operative Führung Staatssicherheit und die politisch-operative Führung der Bezirksverwaltungen unter den Bedingungen des Untersuchungshaftvollzuges im Staatssicherheit verbindlich sind, und denen sie sich demzufolge unterzuordnen haben, grundsätzlich zu regeln. Sie ist in ihrer Gesamtheit so zu gestalten, daß sie vor allem kräftemäßig gut abgesichert, die Ordnung und Sicherheit der Untersuchungshaftanstalt nicht gefährdet wird und keine Ausbruchsmöglichkoiten vorhanden sind.

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