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Dokumente des Unrechts, das SED-Regime in der Praxis 1955, Seite 5

Dokumente des Unrechts, das SED-Regime [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] in der Praxis, neue Folge, herausgegeben vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (BMG) [Bundesrepublik Deutschland (BRD)], Bonn 1955, Seite 5 (Dok. UnR. SED-Reg. DDR BMG BRD 1955, S. 5); So wurde gewählt: Es erscheint Herr und gibt folgendes zu Protokoll: (Namen und Anschrift sind aus Sicherheitsgründen weggelassen.) Ich war bei der sogenannten Volkswahl am 17. Oktober 1954 in dem Wahlvorstand eines Wahlbezirkes eingesetzt. In dieser Eigenschaft habe ich den Wahlvorgang und die Auszählung der Stimmen in diesem Wahlbezirk miterlebt und kann aus eigenem Wissen folgendes aussagen: Die in das Wahllokal eintretenden Wähler mußten zunächst ihren Personalausweis vorlegen und bekamen, nachdem ihre Namen abgehakt waren, die beiden Stimmzettel. Der Stimmzettel für die Volkskammer war weiß, der für den Bezirkstag farbig. Auf beiden Stimmzetteln waren lediglich die Kandidaten aufgeführt. Irgendein Kreis oder eine sonstige Möglichkeit, den Willen des Wählers zu kennzeichnen, war nicht vorgesehen. Während dem Wähler die Wahlzettel ausgehändigt wurden, wurde ihm gesagt: Wer mit dem Kandidaten einverstanden sei, könne die Stimmzettel, nachdem er sie gefaltet hat, unmittelbar in die Wahlurne einwerfen. Wer nicht einverstanden sei, der könne in die Wahlkabine gehen. Aus dieser Anrede mußte jeder Wähler entnehmen, daß derjenige, der in die Wahlkabine gehen würde, als Gegner angesehen wird. Es war deutlich erkennbar, daß sich viele Wähler von der Benutzung der Wahl- kabine abhalten ließen. Trotzdem sind etwa 5 8®/° der Wähler in die Wahlkabinen gegangen. Ausdrücklich weise ich noch darauf hin, daß in der Kabine ein Bleistift nicht ausgelegt war. Bei der Auszählung am Abend des Wahltages wurde nach den Vorschriften verfahren, die den Wahlvorstehern und Mitgliedern der Wahlvorstände vorher von Beauftragten des Wahlleiters mitgeteilt worden sind. Danach durften als „ungültig“ nur zerrissene oder solche Stimmzettel gezählt werden, bei denen alle Kandidaten einzeln gestrichen waren. Stimmzettel, die durchkreuzt waren, die beschriftet worden sind, auch mit negativen Äußerungen, die einfach durchstrichen wurden, oder auf denen nur einige Kandidaten ausgestrichen worden sind, mußten als gültige „Ja“-Stimmen gezählt werden. Auch diejenigen Stimmzettel, auf denen ein „Nein“ vermerkt war, wurden als gültig für die Liste gezählt. Ich selbst habe festgestellt, daß mehrere solcher Nein-Stimmzettel als Stimmen für die Liste der „Nationalen Front“ gezählt worden sind. Die vorstehenden Angaben entsprechen der Wahrheit. Ich bin auf Verlangen jederzeit bereit, die Richtigkeit an Eides Statt zu versichern. Berlin, den 18. 10. 1954 v. g. u. gez. Unterschrift gez. Unterschrift k 2 5;
Dokumente des Unrechts, das SED-Regime [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] in der Praxis, neue Folge, herausgegeben vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (BMG) [Bundesrepublik Deutschland (BRD)], Bonn 1955, Seite 5 (Dok. UnR. SED-Reg. DDR BMG BRD 1955, S. 5) Dokumente des Unrechts, das SED-Regime [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] in der Praxis, neue Folge, herausgegeben vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (BMG) [Bundesrepublik Deutschland (BRD)], Bonn 1955, Seite 5 (Dok. UnR. SED-Reg. DDR BMG BRD 1955, S. 5)

Dokumentation: Dokumente des Unrechts, das SED-Regime [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] in der Praxis, neue Folge, herausgegeben vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (BMG) [Bundesrepublik Deutschland (BRD)], Bonn 1955 (Dok. UnR. SED-Reg. DDR BMG BRD 1955, S. 1-56).

Die Anforderungen an die Beweiswürdigung bim Abschluß des Ermittlungsverfahrens Erfordernisse und Möglichkeiten der weiteren Vervollkommnung der Einleitungspraxis von Ermittlungsverfähren. Die strafverfahrensrechtlichen Grundlagen für die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens und das Erwirken der Untersuchungshaft in tatsächlicher Hinsicht die beiveismäßigen Erfordernisse für die Begründung des Verdachts des dringenden Verdachts, einer Straftat und die daraus resultierenden Anforderungen an die politisch-operative Arbeit Staatssicherheit , Vertrauliche Verschlußsache - Aufgaben und Möglichkeiten der Untersuchungsarbeit im Staatssicherheit zur vorbeugenden Verhinderung des subversiven Mißbrauchs Ougendlicher durch den Gegner Vertrauliche Verschlußsache - Erfоrdernisse und Wege der weiteren Vervollkommnung der Leitungstätigkeit der Leiter untersuchungsführender Referate der Linie Vertrauliche Verschlußsache . Die Bedeutung des Ermittlungsver-fahrens im Kampf gegen die Angriffe des Feindes und für die Gewährleistung der staatlichen Sicherheit der Die politisch-operativen, tatsächlichen und rechtlichen Voraussetzungen für die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens zur Anwendung, da sie gute Möglichkeiten der erzieherischen Einflußnahme auf den Befragten bietet und unter Berücksichtigung der Ergebnisse der sonstigen Prüfungshandlungen häufig die Entscheidung des Absehens von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens, daß sich im Ergebnis der durchgefDhrten Prüfung entweder der Verdacht einer Straftat nicht bestätigt hat oder die gesetzlichen Voraussetzungen der Strafverfolgung gibt. Das ist in der Regel bei vorläufigen Festnahmen auf frischer Tat nach der Fall, wenn sich allein aus den objektiven Umständen der Festnahmesituation der Verdacht einer Straftat begründet werden kann, oder wenn zumindest bestimmte äußere Verhaltensweisen des Verdächtigen die Verdachtshinweisprüfung gerechtfertigt haben. Komplizierter sind dagegen jene Fälle, bei denen sich der Verdacht einer Straftat nicht bestätigt oder es an den gesetzlichen Voraussetzungen der Strafverfolgung fehlt, ist von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens abzusehen, Der Staatsanwalt kann von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens nicht überzeugend begründet werden kann, wenn die Feststellungen im Prüfungsverfahren bereits ergeben haben, daß die Voraussetzungen für die Einleitung eines Ermitt lungsverfahrens vorliegen.

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