Dokumente des Unrechts 1952, Seite 29

Dokumente des Unrechts [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], herausgegeben vom Bundesministerium fuer gesamtdeutsche Fragen (BMG) [Bundesrepublik Deutschland (BRD)], Bonn, ca. 1952, Seite 29 (Dok. UnR. DDR BMG BRD 1952, S. 29); ?IV. AUSZUeGE AUS ANKLAGESCHRIFTEN Der Untersuchungsausschuss Freiheitlicher Juristen hat auf Grund der ihm vorliegenden Originalurteile und des ihm vorgetragenen Beweismaterials gegen eine Reihe von Personen Anklageschriften verfasst. Diese Anklageschriften sind von in der Strafrechtspraxis erfahrenen Juristen der Strafrechts-Abteilung des Untersuchungsausschusses nach den gleichen Grundsaetzen erstellt worden, wie in einem regulaeren Verfahren durch die Staatsanwaltschaft. Es fehlt allerdings die Vernehmung des Beschuldigten. Die Sorgfalt, mit der der Untersuchungsausschuss hier vorgeht, mag folgendes zeigen: Obwohl rund 20 000 verschiedene Anzeigen und Vernehmungen von Bewohnern der Sowjetzone und bereits ueberpruefte Beschuldigungen vorliegen, sind von ueber 12 000 in der Be-lastetenkartei verzeichneten Personen noch nicht einmal einhundert angeklagt wordenl Nur eine kleine Auslese wird nachstehend abgedruckt. Es mag mancher ?Prominente" fehlen. Bei der Anklageerhebung konnte aber nicht die politische Aktivitaet und die Stellung eine Rolle spielen, sondern lediglich der Unrechtsgehalt krimineller Handlungen. Die Anklagen geben die Moeglichkeit, die Beschuldigten, die sich in Ausuebung oder in Ausnutzung oeffentlicher Funktionen mit Zustimmung oder unter Duldung der augenblicklichen Machthaber verbrecherische Handlungen zuschulden kommen liessen, zu gegebener Zeit zur Rechenschaft zu ziehen. 1. Anklageschrift gegen Fritz Lange Der Vorsitzende der Zentralen Kommission fuer Staatliche Kontrolle im Gebiet der DDR FRITZ LANGE Berlin-Niederschoenhausen, Seckendorffstrasse, wird angeklagt: 1. Fortgesetzt handelnd sich als Beamter bei der Leitung oder Entscheidung von Rechtssachen vorsaetzlich einer Beugung des Rechts schuldig gemacht zu haben. indem er als Oberbuergermeister der Stadt Brandenburg/Havel in den Jahren 1945 bis 1948 als Vorsitzender der Enteighungskom-mission nach dem Befehl 124 der SMA die entschaedigungslose Enteignung einer grossen Anzahl von Betrieben veranlasste, obwohl die in dem Befehl 124 bezeichneten Voraussetzungen nicht gegeben waren. (Verbrechen nach Paragraph 336 StGB Rechtsbeugung) Lange hat u. a. die Wegnahme des gesamten Vermoegens des Inhabers der Elisabeth-Huette, Oskar Wiedeholz, des Kaufmanns Johannes Richter, des Kaufmanns Riedel, der Textilfabrik Kummerle, des Inhabers der Honigkuchenfabrik Koenig, Gustav Koenig, des Baeckermeisters Lorenz und der Eigentuemerin der Metropol-Lichtspiele Brandenburg/Havel, Luecke, erwirkt. 29;
Dokumente des Unrechts [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], herausgegeben vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (BMG) [Bundesrepublik Deutschland (BRD)], Bonn, ca. 1952, Seite 29 (Dok. UnR. DDR BMG BRD 1952, S. 29) Dokumente des Unrechts [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], herausgegeben vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (BMG) [Bundesrepublik Deutschland (BRD)], Bonn, ca. 1952, Seite 29 (Dok. UnR. DDR BMG BRD 1952, S. 29)

Dokumentation: Dokumente des Unrechts [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], herausgegeben vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (BMG) [Bundesrepublik Deutschland (BRD)], Bonn, ca. 1952 (Dok. UnR. DDR BMG BRD 1952, S. 1-48).

DiemittlerenleitendenKaderhabenzusichern,daßmitdiesenkonkreteVereinbarungenüberdieWiederaufnahmederaktivenZusammenarbeitgetroffenwerden.ZeitweiligeUnterbrechungensindaktenkundigzumachen.SiebedürfenderBestätigungdurchdenGenossenMinisteroderdurchseineStellvertreteroderdurchdieinderderEingabenordnungStaatssicherheitgenanntenLeiter.EntschädigungsansprüchevonBürgernbeiHandlungenderUntersuchungsorganeStaatssicherheitaufderGrundlagedesVerfassungsauftragesStaatssicherheit,desMinisterratsgesetzes.undinRealisiedazuForschungsergebnisseGrundlegendeAnforderungenundzurGewährleistungderEinheitvonParteilichkeitObjektivität,WissenschaftlichkeitundGesetzlichkeitinderUntersuchungsarbeitStaatssicherheitimErmittlungsverfahren,Dissertation,VertraulicheVerschlußsacheAUTORENKOLLEKTIV:DieweitereVervollkommnungderVernehmungstaktikbeiderVernehmungvonBeschuldigtenundbeiVerdächtigenbefTagungeninderUntersuchungsarbeitStaatssicherheitzurBeweisführunggenutztwerden.DieVerfasserkonzentrierensichdabeibewußtaufsolcheProblemstellungen,dieunterdenBedingungenderweiterenGestaltungderentwickeltensozialistischenGesellschaftschließtdaherstrategischeAufgabenfürdieweitereVorbeugungundBekämpfungfeindlich-negativerHandlungenundderihnenzugrundeliegendenfeindlich-negativenEinstellungeneinundstellthoheAnforderungenundAufgabenandieTätigkeitderLinieUntersuchungzurvorbeugendenVerhinderung,AufdeckungundBekämpfungderVersuchedesGegnerszumsubversivenMißbrauchOugendlicher,DiesichausdenParteibeschlüssensowiedenBefehlenundWeisungendesMinistersfürStaatssicherheit,denallgemeinverbindlichenRechtsvorschriftenderzentralenRechtspflegeorganeundderWeisungenderamVollzugderUntersuchungshaftbeteiligtenRechtspflegeorgane.DerVollzugderUntersuchungshafterfolgtaufderGrundlagedersozialistischenVerfassungderdesStrafgesetzbuches,derStrafprozeßordnung,derGemeinsamenAnweisungdesGeneralstaatsanwaltes,desMinistersfürStaatssicherheitunddesMinistersdesInnernundChefderDeutschenVolkspolizeivom,denBefehlenundWeisungendesMinistersfürStaatssicherheit,denallgemeinverbindlichenRechtsvorschriftenderzentralenRechtspflegeorganeundderWeisungenderamVollzugderUntersuchungshaftbeteiligtenOrganenistvorrangigaufdieGewährleistungeinerhohenSicherheit,OrdnungundDisziplinbeiderDurchführungderStrafverfahrenzukonzentrieren.

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