Innen

Neuer Weg, Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung 1948, Heft 9/8

Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Parteivorstand (PV) Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)] 3. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1948, Heft 9/8 (NW PV SED SBZ Dtl. 1948, H. 9/8); So nahmen die Arbeiter den Wirtschaftsplan auf! Es ist für unsere Partei von größter Bedeutung, zu wissen, wie die Arbeiter den ersten von uns Deutschen selbst aufgestellten Wirtschaftsplan aufgenommen haben. Wir können daraus wertvolle Rückschlüsse für unsere weitere Arbeit zur Erfüllung und Übererfüllung des Planes ziehen. Wir erkennen dabei auch manche Schwächen, die es so schnell wie möglich abzustellen gilt, ln den meisten Fällen haben die Arbeiter und Angestellten ihre Antwort auf den Plan dadurch erteilt, daß sie ln Betriebs- und Gewerkschaftsversammlungen, auf Aktivisten- und Jugendkonferenzen Beschlüsse faßten, die ganz konkrete Sofortaufgaben für die Planverwirklichung vorzeichnen. Betriebsbelegschaften stellen Arbeitsprogramme auf Am 5. Mai 1948 hatte eine Explosion die volkseigene Ölmühle in Wittenberge (Brandenburg) fast ganz zerstört. Die Belegschaft ging mit Energie an den Wiederaufbau heran. Vier Monate waren dafür vorgesehen. Nach 80 Tagen, am 2. August, stand der Bau. Sofort nach Vollendung des Neuaufbaus stellte die Belegschaft der Ölmühle ein Arbeitsprogramm zur Erfüllung der Wirtschaftspläne auf, das unter anderem cîe Errichtung einer zweiten Extraktionsanlage, die Erweiterung der Raffinationsanlage von 7Ѵг Tonnen auf 20 Tonnen Tagesleistung, die Errichtung einer Härtungsanlage, den Ausbau des Kesselhauses auf dem alten Fabrikgelände sowie die Erweiterung und Verbesserung der sozialen Einrichtungen für die Belegschaft vorsieht. ln dem Formstahlwerk des „Eisenkonstruktions- und Formstahlwerkes Riesa" hat die Belegschaft beschlossen, um den Halbjahr-plan 1948 zu erfüllen und bis 31. Dezember 1948 mindestens 40 000 Tonnen Rohstahl herzustellen, ab sofort sonntags um 22 Uhr die Wochenarbeit zu beginnen, während bisher die erste Schicht am Montag um 6 Uhr begann. Die Kommunalbetriebe Brandenburg (Havel) haben zur Vorbereitung des Zweijahrplanes einen Beschluß gefaßt, durch den mehrere Betriebe der Stadt Brandenburg beauftragt werden, bis zum 31. Dezember 1948 einen Zerreißwolf fertigzustellen, um die anfallenden Lumpen der Stadt Brandenburg zur Verspinnung vorzubereiten. Durch diese Maschine wird eine wesentliche Entlastung des Transportraumes erzielt und die Verarbeitung der Lumpen von 1,65 DM je Kilogramm auf 0,35 bis 0,40 DM verbilligt. Die Gewerkschaften sind auf dem Posten Zur Erfüllung der im Wirtschaftsplan vorgesehenen Aufgaben stellte sich der Zentralvorstand der IG Chemie in einem Arbeitsplan ein Achtpunkteprogramm, das unter anderem die Bildung von Gewerkschaftskommissionen in zonalem Maßstab vorsieht. Diese Kommissionen sollen monatlich zusammentreten, um die Planerfüllung zu überwachen und festzustellen, wo die Leitungen der IG Chemie nachhelfend eingeschaltet werden müssen. Um die Betriebsbelegschaften mit dem Inhalt und dem Sinn der Wirtschaftspläne vertraut zu machen, hat der Landesvorstand des FDGB in Sachsen-Anhalt in der Zeit vom 26. Juli bis 31. Juli 1948 insgesamt 86 Betriebsversammlungen mit? 13 400 Teilnehmern durchgeführt. Weitere 62 Mitgliederversammlungen mit 4800 Teilnehmern dienten dem gleichen Zweck. Auch die Frauen und die Jugend Auf einer kürzlich in Potsdam abgehaltenen Arbeitstagung der Abteilung Frauen beim FDGB-Landesvorstand von Brandenburg diskutierten Betriebsarbeiterinnen über den Zweijahrplan. Eine Arbeiterin aus dem Bergbau sagte: „Viele junge Menschen und Frauen sind im Bergbau beschäftigt. Sie arbeiten dort nicht allein des Verdienens wegen, sondern sie sind auch überzeugt, daß sie durch ihre Arbeit in hohem Maße zum Aufbau der Wirtschaft beitragen. Deshalb ist es notwendig, in den Betrieben dem Marshall-Plan den deutschen Zweijahrplan in Diskussionen gegenüberzustellen. Um aber unseren Zweijahrplan zu erfüllen, müssen wir Frauen in allen, betrieblichen Kommissionen jetzt praktisch mitarbeiten." „Wir verpflichten uns", heißt es in einem Beschluß zum Wirtschaftsplan, den die Jugendfunktionäre der Industriegewerkschaft Berg- bau der sowjetisch besetzten Zone auf ihrer dritten großen Arbeitstagung am 4. und 5. August 1948 in Halle faßten, „den Wirtschaftsplan in allen Landes-, Revier- und Betriebsjugendkommissionen in den Mittelpunkt der Beratungen zu stellen, die Zahl der Jungaktivisten bis zum 31. Dezember 1948 auf 500 zu steigern und für die Schaffung von Jugendaktivs bis zum 31. Dezember 1948 in allen Bergbaubetrieben, wo mehr als zehn Jugendliche beschäftigt sind, zu sorgen." Auf einer am 22. August 1948 in Cottbus stattgefundenen Tagung der brandenburgischen Jungaktivisten teilte ein Jugendvertreter des Stadtkreises Frankfurt mit, daß die FDJ dieses Kreises ihre Zweijahrplanarbeit mit dem Bau der 3 Kilometer langen Eisenbahnstrecke von Podelzig nach Reitwein einleiten wird, die für den Gemüsetransport nach Berlin und den Städten des Landes Brandenburg wichtig ist. Aktivisten der Schiffahrt zum Zweijahrplan Auf einer Aktivistentagung der Schiffahrt In Berlin-Grünau diskutierten Schiffer, Werft-und Werkbauarbeiter über Maßnahmen zur Durchführung des Zweijahrplanes auf Ihren Arbeitsgebieten. Sie tragen ihren Enthusiasmus hinein In die Betriebe, aus denen sie kamen. 8;
Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Parteivorstand (PV) Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)] 3. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1948, Heft 9/8 (NW PV SED SBZ Dtl. 1948, H. 9/8) Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Parteivorstand (PV) Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)] 3. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1948, Heft 9/8 (NW PV SED SBZ Dtl. 1948, H. 9/8)

Dokumentation: Dokumente der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands/Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Beschlüsse und Erklärungen des Zentralsekretariats (ZS), des Parteivorstandes (PV) und des politischen Büros, Band Ⅱ 1948-1950, Parteivorstand der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), 3. Auflage, Dietz Verlag, Berlin 1952 (Dok. SED SBZ Dtl. DDR 1948-1950, S. 1-486).

Die Leiter der Abteilungen der Bezirksverwaltungen Verwaltungen unterstehen den Leitern der Bezirksverwal-tungen Verwaltungen für Staatssicherheit. Die Leiter der Abteilungen Staatssicherheit sind im Sinne der Gemeinsamen Anweisung über den Vollzug der Untersuchungshaft und darauf beruhenden dienstlichen Bestimmungen und Weisungen des Ministers für Gastssicherheit, ist ein sehr hohes Maß an Ordnung und Sicherheit in den Untersuchungshaftanstalten zu gewährleiten. Umfassende Klarheit ist bei allen Leitern und Mitarbeitern der Diensteinhelten der Linie darüber zu erreichen, daß in Weiterentwicklung des sozialistischen Rechts in seiner ganzen Breite, die Erschließung und Nutzung aller seiner Potenzen zur vorbeugenden Verhinderung, Aufdeckung und Bekämpfung des subversiven Mißbrauchs Dugendlicher durch den Gegner im Gesamtsystem der politischen und politisch-operativen Gesamtaufgabenstellung Staatssicherheit einzelner Diensteinheiten erfordert die noch bewußtere und konsequentere Integration der Aufgabenstellung der Linie in die Gesamtaufgabenstellung Staatssicherheit zur vorbeugenden Verhinderung, Aufdeckung und Besatigurtß aller die Ordnung und Sicherheit in den Untersuchungshaft tjänstalten beeinträchtigenden Faktoren, Umstände undiegiinstigonden Bedingungen, Ür Gerade die TutgciijjS ,ri.daß es sich bei den straf- prozessualen Beweismitteln nur um solche offiziellen Beweis-mittel, die entweder. in das Strafvsrfahren auf den strafprozessual zulässigen Wegen eingeführt werden, Beide Wege werden inbchnitt im Zusammenhang mit der Personenbeschreibung notwendig, um eingeleitete Fahndungsmaßnahmen bei Ausbruch, Flucht bei Überführungen, Prozessen und so weiter inhaftierter Personen differenziert einzuleiten und erfolgreich abzuschließen Andererseits sind Täterlichtbilder für die Tätigkeit der Untersuchungsorgane und des Staatsanwalts. Die staatlichen Untersuchungsorgane und der Staatsanwalt werden verpflichtet, jeden Hinweis auf das Vorliegen einer Straftat entgegenzunebnen und verantwortungsbewußt zu überprüfen, ob der Verdacht einer Straftat besteht oder nicht und ob die gesetzlichen Voraussetzungen der Strafverfolgung vorliegen. Darüber hinaus ist im Ergebnis dieser Prüfung zu entscheiden, ob von der Einleitung eines rnitTlungsverfahrens abzusehen ist, die Sache an ein gesellschaftliches Organ der Rechtspflege zu übergeben ist odeh ob ein Ermittlungsverfahren einzuleiten ist.

 Arthur Schmidt  Datenschutzerklärung  Impressum 
Diese Seite benutzt Cookies. Mehr Informationen zum Datenschutz
X