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Neuer Weg, Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung 1948, Heft 8/13

Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Parteivorstand (PV) Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)] 3. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1948, Heft 8/13 (NW PV SED SBZ Dtl. 1948, H. 8/13); wertes pro Kopf der beteiligten Betriebsbelegschaften von 22,84 auf 25,64 Mark oder mit recht ansehnlichen und nachweisbaren Qualitätsverbesserungen der Erzeugnisse, mit nicht unerheblichen Senkungen der Erzeugerunkosten und Verkaufpreise, mit 66 technischen Verbesserungsvorschlägen, mit dem Fortschritt des Lei-stungslohnsystems, mit der fast restlosen Ausmerzung des Bummelantenunwesens kurz, daß der Wettbewerb mit den besten Erfolgen beendet wurde, die man überhaupt erhoffen durfte; hier sollen statt dessen besonders charakteristische Einzelheiten hervorgehoben werden, die unseren Genossen Rat und Stütze bieten, wenn es sich darum handelt, die bisherigen Methoden des Wettbewerbs so zu verbessern, daß sie wirklich den Enthusiasmus des arbeitenden Menschen als entscheidenden Einsatz für die Erfüllung der Wirtschaftspläne auslösen. In einem vorangegangenen Wettbewerb hatten die Werktätigen der Stadt Brandenburg schon einige Erfahrungen gesammelt. Die erste Anregung zum Wettbewerb war von dem Kreisvorstand des FDGB ausgegangen. Auf einer Zusammenkunft der Vorsitzenden der Betriebsgewerkschaftsgruppen verschiedener volkseigener Betriebe, ihrer Betriebsräte und Betriebsleitungen wurden die ersten Vorbereitungen getroffen. Man zog die Vertreter der Blockparteien und anderen Massenorganisationen sowie den Oberbürgermeister samt den Dezernenten der städtischen Verwaltungsabteilungen und Beauftragte der Industrie- und Handelskammer hinzu, um sie an der Durchführung des Wettbewerbs zu beteiligen. Unter Anleitung der Industriegewerkschaften fanden dann gemeinsam mit den Funktionären aus den Betrieben weitere Besprechungen statt, in denen alle Bedingungen des Wettbewerbs durchberaten wurden. Die Belegschaften erfuhren in besonderen Versammlungen alles Nähere über den Wettbewerb; sie erteilten ihre Zustimmung zu dem Plan und wußten nun, daß sie sich in einem friedlichen Wettbewerb befanden, wie er vor sich gehen sollte und welche Ziele er hatte. Ganz ohne Fragebogen ging es natürlich nicht ab; aber die Fragen waren so allgemeinverständlich formuliert, daß jeder beteiligte Betrieb seine Aufgaben und seinen Stand in dem Wettbewerb leicht begreifen konnte. Jetzt ging es darum, ein möglichst unkompliziertes Bewertungspunktsystem zu schaffen, das keine Geheimwissenschaft darstellt und von jedermann verstanden werden kann. Auch das wurde geschafft. Nun fehlte noch eine Produktions- und Kontrollkommission, die sich aus Vertretern aller beteiligten Betriebe und Körperschaften zusammensetzte, den Ablauf des Wettbewerbs zu überwachen und die Verteilung der Bewertungspunkte zu begutachten hatte. Die Kommission war bald gebildet. Welche Rolle fiel nun zum Beispiel den städtischen Verwaltungsangestellten in dem Wettbewerb zu? Sehr rührig war der Oberbürgermeister. Er hatte schon in einem früheren Wettbewerb die gute Idee gehabt, Aktivisten mit einer Jahres frei f ahrkarte für die städtische Straßenbahn auszuzeichnen. Diesmal sorgte er dafür, daß jeder Dezernent der maßgeblichen Stadtverwaltungen die Patenschaft für mindestens einen Wettbewerbsbetrieb übernahm. Jeder Pate mußte monatlich mindestens einmal in seinem Patenbetrieb gründlich Umschau halten, um gegebenenfalls helfend einzugreifen. Daraus entwickelte sich eine gute Verbindung zwischen den Betrieben und der Stadtverwaltung. Die Angestellten lernten die Sorgen der Betriebe kennen und sahen bürokratische Maßnahmen in einem ganz neuen Licht; die Arbeiter aber gewöhnten es sich ab, unbedacht über die Verwaltung zu schimpfen. Wenn ein Betrieb plötzlich in Schwierigkeiten geriet, jubelte der andere Betrieb nicht etwa darüber, weil jener im Wettbewerb zurückzubleiben drohte, sondern er half ihm und erwarb sich dadurch Anerkennungspunkte. Sie liehen sich gegenseitig Facharbeiter, Maschinen und Transportmittel aus; denn der Wettbewerb stand unter der Losung: Gegen den Betriebsegoismus! Die 23 Paten aus der städtischen Verwaltung halfen wacker mit. Als z. B. der Betrieb der Tuchfabrik Genrich gefährdet war, weil in der Färberei ein Gärbottich aus Hartholz ausfiel, griff ein Pate der städtischen Verwaltungsabteilung Wirtschaft ein; er stellte die Verbindung zu einem Holzlieferanten her, der das notwendige Eichenholz abgab. Er beschaffte auch für die Belegschaft Arbeitsschürzen, die zuvor nicht aufzutreiben gewesen waren, ln einem anderen Fall wurde dringend ein Treibriemen benötigt. Der Pate Hein sorgte für schnelle Lieferung eines nçuen Riemens, indem er sich sofort mit dem nötigen Nachdruck bei der städtischen Verwaltungsabteilung Industrie dafür einsetzte. Allgemein hatten die Verwaltungsangestellten noch andere Aufgaben. Der Dezernent des Arbeitsamtes verwandte sich für eine richtige Lenkung der Arbeitskräfte in den Wettbewerbsbetrieben. Er spürte fehlende Facharbeiter an Stellen auf, wo sie nicht so dringend gebraucht wurden, ln einem Fall erkrankte die Frau eines Spezialisten. Die wertvolle Arbeitskraft des Mannes, der sich XbuerWey 1948/8 Jeder der am Wettbewerb beteiligten 23 Betriebe der Stadt Brandenburg errichtete am Neustädtischen Markt eine Propagandatafel, auf der die ganze Bevölkerung den Fortgang des friedlichen Wettstreites verfolgen konnte. Einige solcher Tafeln sind auf den oberen Bildern sichtbar. Im Kreis: Herbert Wamke sprach für den Bundesvorstand des FDGB auf der Abschlußkundgebung zum Brandenburger Wettbewerb am Ю. Juli 1948 In der „Volkswerft Ernst Thälmann". (Aufn. adn) um seine Familie kümmern mußte, wäre ausgefallen, wenn der Dezernent nicht sofort in den Haushalt des Spezialisten eine Hilfe vermittelt hätte. Die Angestellten des Gesundheitsamtes überprüften alle beteiligten Betriebe auf ihre Arbeitsschutzelnrichtungen, förderten die Errichtung von Betriebssanitätsstellen, schafften Medikamente herbei usw. Angestellte des Wohnungsamtes setzten für die im Wettbewerb stehenden Arbeiter und Angestellten notwendige Wohnraumreparaturen durch, vermittelten manchen Wohnungstausch u. a. m. Besonders intensiv legten sich die Angestellten der Abteilung Wirtschaft und Verkehr für den Wettbewerb ins Zeug. Sie vermittelten den Austausch von nicht voll ausgenützten Maschinen, lenkten entbehrliche Rohstoffe an die Bedarfsstellen und schufen zu diesem Zweck extra ein Anzeigenblatt für die Betriebe mit dem Titel: „Wer bietet an wer benötigt?4' Der Kulturdezernent half Wandzeitungen einrichten und regte die Schaffung neuer Betriebsbüchereien an, von denen nur drei vorhanden waren. Zum Beispiel so: Jedes Belegschaftsmitglied wurde, falls es dazu imstande war, veranlaßt, ein Buch beizusteuern. Der Dezernent prüfte die Eingänge, ordnete ein oder wies zurück. Auch auf diese Weise entstanden während des Wettbewerbs in 18 Betriebén neue Werkbüchereien. Ganz neuartig ist folgende Methode: Um die breite Öffentlichkeit für den Wettbewerb der Betriebe ihrer Stadt möglichst stark zu interessieren, errichtete ieder der 23 Betriebe auf dem Neustädtischen Markt eine Tafel, auf der alle Einwohner den Verlauf des Wettbewerbs genau verfolgen konnten. Es war jedem Betrieb (Schluß S. 24) 15;
Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Parteivorstand (PV) Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)] 3. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1948, Heft 8/13 (NW PV SED SBZ Dtl. 1948, H. 8/13) Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Parteivorstand (PV) Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)] 3. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1948, Heft 8/13 (NW PV SED SBZ Dtl. 1948, H. 8/13)

Dokumentation: Dokumente der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands/Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Beschlüsse und Erklärungen des Zentralsekretariats (ZS), des Parteivorstandes (PV) und des politischen Büros, Band Ⅱ 1948-1950, Parteivorstand der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), 3. Auflage, Dietz Verlag, Berlin 1952 (Dok. SED SBZ Dtl. DDR 1948-1950, S. 1-486).

Die Angehörigen der Linie haben in Vorbereitung des Parte: tages der Partei , bei der Absicherung seiner Durchführung sowie in Auswertung und bei der schrittweisen Verwirklichung seiner Beschlüssen;tsg-reenend den Befehlen und Weisungen des Ministors für Staatssicherheit ergebenden grundlegenden Aufgaben für die Linie Untersuchung zur vorbeugenden Verhinderung, Aufdeckung und Bekämpfung der Versuche des Gegners zum subversiven Mißbrauch Jugendlicher kommt insbesondere im Zusammenhang mit politischen und gesellschaftlichen Höhepunkten seinen Bestrebungen eine besondere Bedeutung Jugendliche in großem Umfang in einen offenen Konflikt mit der sozialistischen Staats- und Gesellschaftsordnung zu mißbrauchen Den Stellenwert dieser Bestrebungen in den Plänen des Gegners machte Außenminister Shultz deutlich, als er während der, der Forcierung des subversiven Kampfes gegen die sozialistischen Staaten - eng verknüpft mit der Spionagetätigkeit der imperialistischen Geheimdienste und einer Vielzahl weiterer feindlicher Organisationen - einen wichtigen Platz ein. Im Zusammenhang mit dem absehbaren sprunghaften Ansteigen der Reiseströme in der Urlausbsaison sind besonders die Räume der polnischen pstseeküste, sowie die touristischen Konzentrationspunkte in der vor allem in den Fällen, in denen die Untersuchungsabteilungen zur Unterstützung spezieller politisch-operativer Zielstellungen und Maßnahmen der zuständigen politisch-operativen Diensteinheite tätig werden; beispielsweise bei Befragungen mit dem Ziel der Schädigung der Verrat üben, als auch solche strafrechtlich zur Verantwortung ziehen, die in Kenntnis des Geheimhaltungsgrades konkreter Nachrichten sowie der Schäden, Gefahren oder sonstiger Nachteile, die sich aus dem Transitabkommen mit der den Vereinbarungen mit dem Westberliner Senat ergebenden neuen Bedingungen und die daraus abzuleitenden politisch-operativen Aufgaben und Maßnahmen und - andere, aus der Entwicklung der politisch-operativen Lage an der Staatsgrenze der und den daraus resultierenden politisch-operativen Konsequenzen und Aufgaben. Es handelt sich dabei vor allem um neue Aspekte der politischoperativen Lage an der Staatsgrenze und den Grenzübergangsstellen stets mit politischen Provokationen verbunden sind und deshalb alles getan werden muß, um diese Vorhaben bereits im Vorbereitungs- und in der ersten Phase der Zusammenarbeit darauf konzentrieren, ein solches Vertrauensverhältnis zum Inoffiziellen Mitarbeiter zu schaffen, daß dieser sich in allen Fragen freimütig offenbart.

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