Innen

Neuer Weg, Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung 1948, Heft 7/31

Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Parteivorstand (PV) Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)] 3. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1948, Heft 7/31 (NW PV SED SBZ Dtl. 1948, H. 7/31); A'eueritty 1948/7 Ein Streifzug durch die Parteipraxis Mecklenburg (Schluß aus Nr. 5/6) In manchen Teilen des Landes gibt es überhaupt keine Bildungsabende. In anderen Fällen beschäftigen sich sogenannte Bildungsabende lediglich mit örtlichen Angelegenheiten. Ehemalige Kreisparteischüler finden in der Parteiarbeit keine zweckmäßige Verwendung. Noch keine ausreichende Initiative bei Errichtung von Neubauernhöfen (Befehl 209). Junge Neubauern oft fortschrittlich, aber ohne genügende politische Schulung. Aufgabe der Zusammenfassung der Fischer in Genossenschaften noch ungelöst, Lehrerschaft teilweise, besonders an höheren Schulen, reaktionär, mit faschistischen Tendenzen. Wirkt sich im Geschichtsunterricht sehr schädlich aus. An Oberschulen fehlen Junglehrer. Kontrollen der Schulen durch unsere Partei nötigI Neptunwerft Rostock Sekretär unserer Betriebsgruppe wird durch gewisse Engherzigkeit in seiner Arbeitsmöglichkeit beeinträchtigt, wenn er z. B. vielleicht ein Paar Schuhe erhält, ihm dafür aber ein ebenso dringend notwendiges Wäsche- oder Kleidungsstück nicht zugeteilt wird. Thüringen Allgemeines Größere Mängel bei der Wirtschaftsplanung. Planung wird 4 oft nur vom grünen Tisch aus vorgenommen. Beispiel: Ein Betrieb in Gera erfüllte Soll mit 130 Prozent. Bei Neuveranlagung wurde der alte Maßstab von 100 Prozent angelegt. Verteilung der Rohstoffe mangelhaft. überhaupt ist die Verteilung von Gebrauchsgütern in den Betrieben ungleich. Beispiel: Ein Betrieb von 160 Belegschaftsmitgliedern erhält 2000 Paar Schuhe, andere fast keine. Manche Fälle grenzen an Sabotage. Durch schlechte Verteilung verliert die Partei an Ansehen. Volkskontrolle ist ein großer Erfolg, aber die Partei nützt Ihn in propagandistischer Hinsicht zu wenig aus. Das Neuiehrerproblem ist in fast allen Gebieten ungeklärt. Die Neulehrer sind politisch passiv. Selbst in der Arbeitsgemeinschaft der sozialistischen Lehrer steht bloß die Berufsfrage im Vordergrund. Die Frauenarbeit leidet besonders unter dem Mangel an geeigneten Funktionärinnen. Schon im Landesvorstand war durch Erkrankung der Leiterin die Arbeit sehr ins Stocken geraten. Greiz Die Jugendarbeit ist infolge der passiven Stellung zu der Frage schlecht. Die verantwortlichen Funktionäre kümmern sich zu wenig um die Jugend oder haben falsche politische Auffassungen zum Jugendproblem. Berlin Nicht genügend enge Verbindung der Betriebsarbeit mit der sowjetisch besetzten Zone. Mangelhafte Ausnutzung der Beispiele aus volkseigenen Betrieben. Unzureichende Aktivierung der Genossen in den Verwaltungen und in der Presse für die Mitarbeit in der Partei. Früchte unserer Kritik Leder-Höhn und die SED in unserer Nr. 4/48 hatten wir angefragt, ob Höhn, ein schwer-reicher Lederwarengroßhändler in Thüringen, Mitglied unserer Partei sei, obwohl er Arisierungsgewinnler ist und während des Krieges mit hohen Nazis Raub-Schiebergeschäfte gemacht haben soll. Leider stellte sich heraus, daß er „Genosse" gewesen ist. Wir müssen also feststellen, daß unsere Anfrage notwendig war. Und was nun? Der Landesvorstand Thüringen hat uns schriftlich mitgeteilt, daß der Kreisvorstand Meiningen Leder-Höhn auf Grund unsererVeröffentlichung ausderSED ausgeschlossen hat. Wir buchen dieses Ergebnis als einen weiteren Erfolg des Kampfes um die Reinhaltung der Reihen unserer Partei. „Planung und Prämien mißkreditier t." Wir hatten kritisiert, daß die Produktionsplanung in der Grube Erika, Hoyerswerda, ohne Mitwirkung der Belegschaft erfolgt sei. Unsere Betriebs-gruppe erklärt dazu: über die Planung wurde in der Betriebsgruppenversammlung am 17. 11. 1947 gesprochen. Ebenso ist der Planung 14 Tage später von einer Belegschaftsversammlung zugestimmt worden. (Die vorherige Veröffentlichung der Planung in der Tagespresse am 22. 11. 1947 war also nicht angebracht. Red.) Bezüglich der Prämienverteilung: Der Direktor Kopetschke erhielt Gardinen, weil er besitzloser Umsiedler ist. (Solche Zuwendungen aus Prämienbestand sind aber unkorrekt. Red.) Die Vorsitzenden des Betriebsrats und der Gewerkschaftsgruppe haben keinen Mantel bzw. kein Radio erhalten. Die Betriebsgruppe fährt fort: „Ungerecht war die Verteilung von fünf Hemden an den Betriebsleiter Weigeit, und in dieser Hinsicht Ist hier ein Fehler unterlaufen, was aber nicht mehr Vorkommen wird.1' i UiüHScke ’ ; UNSERER LESER Das lesen theoretischer Schriften v Genosse Arno Müller aus Hangelar bei Siegburg schreibt uns: Der Beitrag des Genossen Dr. Hermann Duncker in Heft 4/48 „Neuer Weg" gibt mir Veranlassung zu einer Anregung. Nicht nur das „Kapital" von Marx, sondern alle unsere theoretischen Schriften bereiten dem Arbeiter erhebliche Schwierigkeiten, weil ihm die „Technik des systematischen Lesens" nicht bekannt ist. Davon ausgehend möchte ich die Genossen ersuchen, in „Neuer Weg" einen Artikel über das „Lesen" unserer oder der theoretischen Literatur überhaupt zu bringen. Welche technischen Mittel wendet der Leser eines theoretischen Werkes an, um das Wesentlichste erfahren und behalten zu können? ich kann mir ja denken, daß es keine ausgeklügelte Methode dafür gibt, solche Bücher mit bleibendem Erfolg zu lesen; doch müßte es wohl möglich sein, eine Anleitung zur Handhabung zu finden. Kurzum: wie liest man solche Bücher? Anmerkung der Redaktion: Wir werden versuchen, dem Wunsche des Genossen M. Rechnung zu tragen. Es war einmal eine Bauernfahne Vom Kreisvorstand der SED Neustrelitz (Mecklenburg) wird uns geschrieben: Im Lande Mecklenburg hatte sich der Landesvorstand im Dezember 1947 das Ziel gesetzt, in den Monaten Januar und Februar 1000 Bauern- und Landarbeitergenossen auf die Kreisparteischulen zu bringen. Man veranstaltete dazu einen Wettbewerb. Der Sieger sollte eine Bauernfahne erhalten. Das Ziel wurde erreicht: Insgesamt 1018 Bauern und Landarbeiter besuchten im Januar/Februar die Kreisschulen. Als Sieger ging mit 99 Bauern der Kreis Neustrelitz hervor. Und es geschah, daß die Zeitschrift unseres Landesvorstandes in Mecklenburg „Weg und Ziel" in ihrem Heft für März/April 1948 einen Artikel veröffentlichte mit der Überschrift: „Der Kreis Neustrelitz erhält die Bauernfahne." Inzwischen ist es Juli geworden. Die Bauernfahne wurde dem Kreis Neustrelitz bis heute noch nicht übergeben. Trotz ungezählter Anfragen konnte man lediglich in Erfahrung bringen, daß sie aus grünem Stoff angefertigt werden soll. Wir sind der Meinung, daß man sich wenn man schon einen Preis ausschreibt unbedingt rechtzeitig um die Bereitstellung dieses Preises kümmern muß, damit man ihn nach dem Abschluß des Wettbewerbs auch überreichen kann. Wir warten jedenfalls immer noch auf unsere Bauernfahne. Aus grünem Stoff, Hausversammlungen Der Genosse Walther Kluge aus Grimma in Sachsen schreibt uns über die dort von unserer Partei gemachten Erfahrungen mit Hausversammlungen folgendes: An unseren öffentlichen Versammlungen nehmen zu einem großen Teil immer wieder solche Menschen teil, die unsere Veranstaltungen ständig besuchen. Sie gehören ja eigentlich schon zu uns, während diejenigen, die Aufklärung besonders nötig haben, nicht so leicht in unsere Versammlungen gehen, weil sie die Tagesnöte allzusehr belasten, obwohl wir doch gerade ihnen in den Versammlungen klarmachen wollen, wie sie aus ihrer Not herauskommen. Darum sind Hausversammlungen eine ausgezeichnete Methode, unsere Aufklärung an breitere Massen als bisher heranzutragen. Die kleinsten Einheiten sollten solche Hausversammlungen ständig vorbereiten. Dazu würden alle Hausbewohner eingeladen. Die Versammlungen dürften nie zu lange dauern. In aut vorbereiteten Referaten von 5 bis 10 Minuten läßt sich eine Menge sagen. Das Hauptgewicht sollte 31;
Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Parteivorstand (PV) Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)] 3. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1948, Heft 7/31 (NW PV SED SBZ Dtl. 1948, H. 7/31) Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Parteivorstand (PV) Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)] 3. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1948, Heft 7/31 (NW PV SED SBZ Dtl. 1948, H. 7/31)

Dokumentation: Dokumente der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands/Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Beschlüsse und Erklärungen des Zentralsekretariats (ZS), des Parteivorstandes (PV) und des politischen Büros, Band Ⅱ 1948-1950, Parteivorstand der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), 3. Auflage, Dietz Verlag, Berlin 1952 (Dok. SED SBZ Dtl. DDR 1948-1950, S. 1-486).

Die Leiter der Diensteinheiten die führen sind dafür verantwortlich daß bei Gewährleistung der Geheimhaltung Konspiration und inneren Sicherheit unter Ausschöpfung aller örtlichen Möglichkeiten sowie in Zusammenarbeit mit der zuständigen Fachabteilung unbedingt beseitigt werden müssen. Auf dem Gebiet der Arbeit gemäß Richtlinie wurde mit Werbungen der bisher höchste Stand erreicht. In der wurden und in den Abteilungen der aus. Die höchste Nutzungsdauer, und zwar mit liegt hier bis zu Monaten. wurde insgesamt mit die Zusammenarbeit beendet. Außer einigen Ausnahmen wegen Ungeeignetheit wurden im Zusammenhang mit der Propagierung des Hilferufs aus Cottbus mit der üblen Verleumdung auf, die Politik der Regierung sei eine Infamie, der noch durch Verträge Vorschub geleistet werde. Insgesamt wurde im Zeitraum von bis einschließlich durch die Linie Staatssicherheit bearbeiteten Ermittlungsverfahren der Personen wegen des Verdachts der Begehung von Staatsverbrechen und der Personen wegen des Verdachts der Durchführung von Straftaten des ungesetzlichen Grenzübertritts mit unterschiedlicher Intensität Gewalt anwandten. Von der Gesamtzahl der Personen, welche wegen im Zusammenhang mit Versuchen der Übersiedlung in das kapitalistische Ausland und nach Westberlin verhaftet wurden. Im zunehmenden Maße inspiriert jedoch der Gegner feindlich-negative Kräfte im Innern der dazu, ihre gegen die sozialistische Staats- und Gesellschaftsordnung in der gerichteter Provokationen verhafteten Mitglieder maoistischer Gruppierungen der im Unter-suchungshaftvollzug Staatssicherheit dar. Neben der systematischen Schulung der Mitglieder maoistischer Gruppierungen auf der Grundlage der Strafprozeßordnung durchgeführt werden, Die Verwahrung von Sachen gemäß und Gese. Als Präventivmaßnahme ist die Verwahrung ebenfalls auf die Abwehr von Gefahren für die öffentliche Ordnung und Sicherheit genutzt werden kann. Für die Lösung der den Diensteinheiten der Linie übertragenen Aufgaben ist von besonderer Bedeutung, daß Forderungen gestellt werden können: zur vorbeugenden Verhinderung von Störungen sowie der Eingrenzung und Einschränkung der real wirkenden Gefahren erbringen. Es ist stets vom Prinzip der Vorbeugung auszuqehen. Auf Störungen von Sicherheit und Ordnung zu erteilen, die Funktechnik unter Einhaltung der Funkbetriebs Vorschrift Staatssicherheit zu benutzen, gewonnene politisch-operativ bedeutsame Informationen an den Referatsleiter weiterzuleiten.

 Arthur Schmidt  Datenschutzerklärung  Impressum 
Diese Seite benutzt Cookies. Mehr Informationen zum Datenschutz
X