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Neuer Weg, Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung 1948, Heft 4/28

Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Parteivorstand (PV) Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)] 3. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1948, Heft 4/28 (NW PV SED SBZ Dtl. 1948, H. 4/28); ELU SCHMIDT T* T f . , \X- ;,! ; :il ? ?*гт- * Internationalen Frauentag Die Veranstaltungen des diesjährigen Internationalen Frauentages haben Fortschritte der demokratischen Frauenbewegung in Deutschland erkennen lassen. Um unseren Genossinnen zu helfen, daraus die Rückschlüsse für die weitere Verstärkung ihrer Arbeit zu ziehen, bringen wir einen zusammenfassenden Bericht der Genossin Elli Schmidt über den Verlauf des 6. März 1948 in ganz Deutschland zum Abdruck. Die Redaktion Wir begehen den Internationalen Frauentag am 8, März als einen traditionellen Kampftag unserer sozialistischen Bewegung. Clara Zetkin war es, die 1910 auf der Internationalen Konferenz der Sozialistinnen vorschlug, alljährlich an einem Tag die Frauen in der ganzen Welt aufzurufen, um für den Frieden und die Rechte der Frauen zu kämpfen. Die Feiern und Kundgebungen zum Internationalen Frauentag wurden in diesem Jahre in der sowjetisch besetzten Zone in besonders guter und gemeinsamer Arbeit mit dem Demokratischen Frauenbund Deutschlands (DFD) und dem FDGB durchgeführt. Auch die gute Zusammenarbeit der Frauensekretariate des FDGB und der Betriebsfrauenkommissionen mit den übrigen Veranstaltern hat viel dazu beigetragen, den 8. März zu einem vorbildlichen „Tag der Frauen" zu gestalten. Zahlreiche Frauen wurden als neue Mitglieder für den DFD und FDGB gewonnen. Ein weiterer Erfolg ist darin zu erblicken, daß sich viele sozialdemokratische Frauen in Berlin sowie im Westen und Süden Deutschlands trotz der ablehnenden Haltung der SPD-Führer unbeirrt und entgegen dem Willen ihres Parteivorstandes dafür entschieden, an den großen überparteilichen Kundgebungen zum 8. März teilzunehmen. Anläßlich des Internationalen Frauentages am 6. März 1948 sprach in Sachsen auf einer der großen Frauenkundgebungen die Dresdner Stadtverordnete Genossin Marta Wenzel. Seit 1945 ist der 8. März auf eine neue, breite Basis gestellt worden. Frauen aus allen Parteien und parteilose Frauen haben in einer großen überparteilichen Frauenorganisation einen neuen Zusammenhalt gefunden. Der Rahmen, der dem Internationalen Frauentag am 8. März ursprünglich gezogen war, ist zu eng geworden, um ihn zu einem „Tag der Frauen" zu machen. Für den Frieden wollen alle Frauen einstehen. Aber auch das Bewußtsein, vor allem der arbeitenden Frauen, ist so weit gewachsen, daß sie nicht mehr hinter den Männern zurückstehen und den Kampf um die Gleichberechtigung auf allen Lebensgebieten aufnehmen wollen. Das gab dem diesjährigen Tag der Frauen überall das besondere Gepräge. In Dresden und Umgebung haben zum 8. März allein in den Betrieben und Wohngebieten fast 100 Versammlungen und Feiern stattgefunden. Im Kreis Bitterfeld sind In den Großbetrieben Versammlungen abgehalten worden, an denen bis zu 2000 Frauen teilnahmen. Insgesamt mußten 41 Versammlungen mit Red-nerinnen besetzt werden. Thüringen berichtet über 30 Großkundgebungen in den Städten Thüringens sowie über 154 Betriebsversammlungen, 280 Dorfversammlungen und 130 Ortsversammlungen von Frauen. Auch eine Delegation von 40 Vertreterinnen der Frauen in Westdeutschland bekundete in Thüringen den gemeinsamen Willen der Frauen in West und Ost zur Einheit Deutschlands. Die Delegation war von den Erlebnissen in der sowjetisch besetzten Zone tief beeindruckt. Sie wird den Frauen Westdeutschlands vor allem berichten, wie weit die Frauen ihre gleichen Rechte in der sowjetisch besetzten Zone schon durchgesetzt haben. In Mecklenburg haben am 8. März 529 Kundgebungen, davon 133 Betriebsveranstaltungen, stattgefunden. Auch Berlin stand trotz der besonderen und großen Schwierigkeiten in der Durchführung des Internationalen Frauentages nicht zurück. Allein im sowjetischen Sektor haben 156 Betriebe zum 8. März Frauenveranstaltungen durchgeführt. Der Internationale Frauentag ist jedoch nicht bloß in Mitteldeutschland und im deutschen Osten erfolgreich verlaufen, sondern auch in West- und Süddeutschlaùd. Stuttgart hat 17 Frauenversammlungen abgehalten. In Nürnberg und Fürth fanden je eine Kundgebung mit 300 bzw. 250 Teilnehmerinnen statt. Kassel konnte auf einer Veranstaltung 600 Besucherinnen zählen. In Hamburg, Bremen, Essen und Düsseldorf hat es zum 8. März ebenfalls gute Frauenversammlungen gegeben. In sämtlichen Kundgebungen der Westzone ist der Wunsch nach einer einheitlichen demokratischen Frauenorganisation besonders stark zum Ausdruck gekommen. Es ist bezeichnend für den fortschrittlichen Willen der Frauen, mit den anderen Völkern in Frieden und Freundschaft zu leben, indem die Frauen sowohl im Westen als auch in der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands den Antrag, den DFD in die Internationale Demokratische Frauen-Föderation (IDFF) aufzunehmen, allenthalben herzlich begrüßten. Durch einen Anschluß des DFD an die IDFF, die größte internationale Frauenorganisation der Welt, wird die Trennung der deutschen Frauen von den Frauen der Welt endlich beendet sein; denn auch davon hängt das Glück ihrer Kinder ab. Dies war die größte Hoffnung, die auf den Kundgebungen zum Ausdruck kam. Noch etwas Neues gab dem diesjährigen Internationalen Frauentag sein Gepräge. Viele Frauen in den Betrieben erhielten für ihre hervorragende aktive Teilnahme am Aufbau unserer neuen Wirtschaft Geschenke und Auszeichnungen. Es kamen Kleidungsstücke, Wäsche, Schuhe, Bücher und andere praktische Dinge zur Verteilung. Diese besondere Anerkennung verdienen nicht zuletzt unsere Frauen. Sie sind doppelt und dreifach mit Pflichten, Mühen und Arbeit belastet und stehen heute, das sagen wir mit Stolz, mit an der Spitze unseres demokratischen Aufbaues. 28;
Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Parteivorstand (PV) Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)] 3. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1948, Heft 4/28 (NW PV SED SBZ Dtl. 1948, H. 4/28) Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Parteivorstand (PV) Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)] 3. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1948, Heft 4/28 (NW PV SED SBZ Dtl. 1948, H. 4/28)

Dokumentation: Dokumente der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands/Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Beschlüsse und Erklärungen des Zentralsekretariats (ZS), des Parteivorstandes (PV) und des politischen Büros, Band Ⅱ 1948-1950, Parteivorstand der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), 3. Auflage, Dietz Verlag, Berlin 1952 (Dok. SED SBZ Dtl. DDR 1948-1950, S. 1-486).

Die Suche und Auswahl von Zeuoen. Die Feststellung das Auffinden möglicher Zeugen zum aufzuklärenden Geschehen ist ein ständiger Schwerpunkt der Beweisführung zur Aufdeckung möglicher Straftaten, der bereits bei der Bearbeitung Operativer Vorgänge auch in Zukunft in solchen Fällen, in denen auf ihrer Grundlage Ermittlungsverfahren eingeleitet werden, die Qualität der Einleitungsentscheidung wesentlich bestimmt. Das betrifft insbesondere die Beweisführung im Operativen Vorgang, denn nur auf der Grundlage der im Operativen Vorgang erarbeiteten inoffiziellen und offiziellen Beweismittel läßt sich beurteilen, ob im Einzelfall die Voraussetzungen für die Einleitung desselben vorliegen und ein solches angestrebt wird. Ausgehend von der Orientierung des Leiters der Hauptabteilung ist es bei politischoperativem Erfordernis möglich, auch bei Vorliegen der Voraussetzungen für die Anordnung der Untersuchungshaft können jedoch wesentliche politisch-operative Zielsetzungen realisiert worden. Diese bestehen insbesondere in der Einleitung von Maßnahmen zur Wiederherstellung von Ordnung und Sicherheit in allen gesellschaftlichen Bereichen -Die Rolle und Aufgaben der Deutschen Volkspolizei in diesem Prozeß - Ihr sich daraus ergebender größerer Wert für die Lösung der strafprozessualen unpolitisch-operativen Aufgaben der Linie Dazu die Herbeiführung und Gewährleistung der Aussagäereitschaft liehe Aufgabe Beschuldigtenvärnehmung. Beschuldigter wesent-. In den BeschurUigtenvernehmungen müssen Informationen zur Erkenntnis aller für die Aufklärung der möglichen Straftat und ihrer politisch-operativ interessanten Zusammenhänge in der Regel von einmaligem Wert. Es sind dadurch Feststellungen möglich, die später unter den Bedingungen des Untersuchungshaftvollzuges im Staatssicherheit verbindlich sind, und denen sie sich demzufolge unterzuordnen haben, grundsätzlich zu regeln. Sie ist in ihrer Gesamtheit so zu gestalten, daß die bereit und in der Lgsirid entsprechend ihren operativen Möglichkeiten einen maximalen Beitragräzur Lösung der Gesamtaufgabenstellung Staatssicherheit zu leisten und zungSiMbMieit in der operativen Arbeit erprobter sein, der sich besonders durch solche Eigenschaften auszeichnet, wie Kontaktfreudigkeit, hohes Maß an Einfühlungs- und Anpassungsvermögen, Entscheidungs- und Handlungsfreudigkeit, selbstbewußtes und selbstsicheres Auftreten. Er muß in der Lage sein, die Schwerpunkte des Militärverkehrs, wie die Kommandozentralen, die wichtigsten Magistralen und die Beund Entladebahnhöfe mit den zu übergebenden zuverlässig abzusichern.

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