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Neuer Weg, Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung 1948, Heft 4/23

Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Parteivorstand (PV) Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)] 3. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1948, Heft 4/23 (NW PV SED SBZ Dtl. 1948, H. 4/23); (Aufr Hensky) Eine Jugend-Wandzeitung im Stahlwerk Hennigsdorf. Studenten hellen den Neubauern Frauen und Jugend wirklich mitarbeiten lassen! Auf vielen Konferenzen und Tagungen ist immer wieder betont und gefordert worden: Wir müssen mehr Frauen und Jugend-, liehe zur praktischen Arbeit heranziehen, wir müssen unsere Funktionärkader verjüngen! Leider ist in Wirklichkeit dafür bis jetzt sehr wenig geschehen. Unsere Genossen Funktionäre stellen sich zu einem Teil bewußt gegen eine verstärkte Heranziehung der Frauen und Jugendlichen zur verantwortlichen Mitarbeit. Doch wir müssen uns ernstlich damit befassen und unbedingt eine Wandlung schaffen. Betrachten wir doch endlich einmal die Frauen- und Jugendarbeit nicht mehr als Ressortangelegenheit sondern als eine Aufgabe der gesamten Partei! An Hand weniger Zahlen zeige ich euch einige Gefahren auf, die entstehen müßten, wenn wir unseren Forderungen nicht auch die Taten selbst folgen lassen. Vor dem II. Parteitag wurde in Sachsen die fällige Neuwahl der insgesamt 82 758 Funktionäre vorgenommen. Davon sind 58 362 Männer, 14 779 Frauen und 9617 Jugendliche. Betrachten wir die altersmäßige Zusammensetzung, so ergibt sich folgendes Bild: Bis 25 Jahre 9617; 26 bis 40 Jahre 25 585; 41 bis 50 Jahre 28 702 und über 50 Jahre 18 854 Funktionäre. Ich glaube, diese Zahlen sind eine deutliche Sprache. Wenn von allen gewählten Funktionären nur etwa ein Sechstel Frauen und ein Neuntel Jugendliche sind, so ergibt das gegenüber den tatsächlichen Bevöikerungsverhältnissen ein sehr schlechtes Bild. Ober 50 Prozent unserer Funktionäre sind älter als 40 Jahrei Wo ist unser Nachwuchs? Selbstverständlich brauchen wir in unserer Partei einen Stamm erfahrener Genossen als verantwortliche Funktionäre. Doch mehr brauchen wir jugendlichen Schwung und die verstärkte Mitarbeit unserer Frauen. Es hilft hier kein Schreiben und Reden mehr, sondern nur schnelles und planmäßiges Handeln! Unser Landesvorstand gibt vierteljährliche Arbeitspläne heraus. Dabei wird von den einzelnen Abteilungen ständig darauf hingewiesen, die Funktionärkader zu verstärken. Das trifft auch noch auf den Arbeitsplan des Landesvorstandes für das erste Vierteljahr 1948 bezüglich der Organisationsabteilung, der Abteilung Werbung, Presse, Funk und Information und der Abteilungen Landwirtschaft und Kommunalpolitik zu. In welcher Form das geschehen soll und wie man das praktisch macht, darüber sagen die Arbeitspläne nichts. Wie sollen wir dann auf Grund solcher Richtlinien von unseren Kreisen und unteren Einheiten verlangen, daß sie sich ernsthaft um Frauen und Jugendliche als neue Funktionäre bemühen? Genossen, das ist nicht eine Aufgabe der Frauen- und Jugendabteilung, sondern der gesamten Partei! Weisen wir. doch in Zukunft unsere Einheiten praktisch an und legen es durch Beschlüsse fest, daß bei der Regelung aller Personalfragen eine genau bestimmte Anzahl von Frauen und Jugendlichen zu melden und einzubauen 1st. Zum Beispiel: ln allen Kreisen Ist eine verantwortliche Genossin für das Ressort Presse-Information einzusetzenI Oder: Zum nächsten Lehrgang der Kreisparteischule meldet ihr sechs Schüler, davon zwei Frauen und zwei Jugendliche, (ln Sachsen, haben wir 30 Kreise. In Ottendorf sind zur Zeit von 160 Schülern 27 Frauen und 25 Jugendliche!) Wir haben die Erfahrung gemacht, daß, wenn wir unter richtiger Anleitung und Unterstützung unsere Frauen und Jugendlichen als Funktionäre eingebaut haben, diese sich dann besser und aktiver für unsere Partei einsetzen als so mancher traditionsreiche Genosse. Also nicht nur Gleichberechtigung In Wort und Schrift, sondern vor allem In der Tat! Georg Hedwig Der Aufruf des Antifaschistischen Blocks des Landes Sachsen, den Neubauern bei der Erstellung ihrer Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude zu helfen, hatte auch unsere Betriebsgruppe an der Universität Leipzig zu einer Hilfsaktion veranlaßt. Wir schlugen deshalb dem gerade öffentlich tagenden Studentenrat vor, alle Studenten zu einem freiwilligen Arbeitseinsatz auf den Trümmerstätten Leipzigs aufzurufen, um den Neubauern bei dem Abklopfen und der Bergung der so dringend benötigten Ziegelsteine zu helfen. Außerdem regten wir an, diesen Einsatz zu einem Wettbewerb der einzelnen Fakultäten zu gestalten. Der neue Studentenrat unserer Uni hat diese Anregung aufgegriffen und die Durchführung den einzelnen Fakultäten übertragen. Am Sonnabend, dem 15. Februar 1948, setzten sich die ersten Gruppen nach Vorlesungsschiuß zu dieser Aktion in Bewegung. Trotz strömenden Regens am zweiten Tag und trotz fehlender Arbeitskleidung wurden dabei von den, Studenten nur zweier Fakultäten in etwa 900 Arbeitsstunden mehrere zehntausend ganze und 3 Kubikmeter halbe Ziegelsteine geborgen, abtransportiert und teilweise abgeklopft. Trotzdem diese Aktion durch die plötzlich aufgetretene strenge Kälte noch nicht von allen Fakultäten durchgeführt werden konnte, war doch das Teilergebnis schon recht erfreulich. Wenn allerdings einige Genossen beeindruckt durch die Zahl und die frohen Augen der die Steine abholenden Neubauern glaubten, Grund zur Selbstzufriedenheit zu haben, so war das falsch. Betrachten wir nämlich die Zahlen der beteiligten Studenten näher, dann ergibt sich, daß die Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät mit 190 Studierenden 120 Freiwillige und die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät mit 450 Studierenden nur 80 Teilnehmer stellten. Aus dieser selbstkritischen Betrachtung ergibt sich, daß die Arbeit unserer Genossen nicht damit beendet sein darf, bloß den Vorschlag zur Mithilfe zu machen, sondern die Ausführung des Vorschlages muß auch durch Aufklärung und Heranziehung der Nichtparteimitglieder und vor allem durch beispielhafte Beteiligung der Genossen selber als ständig treibende Kraft in Erscheinung treten. Ferner müssen sich unsere Genossen an die vorhandenen Betriebsgruppen der anderen Parteien und an die übrigen Massenorganisationen wenden, um zu erreichen, daß auch deren Mitglieder stärker als bisher an solchen Hilfsaktionen teilnehmen. Diese Selbstkritik soll dazu beitragen, in noch anderen Städten (in denen es ebenfalls Trümmer genug gibt) gleiche oder ähnliche Aktionen zugunsten der um ihre Existenz und unsere Versorgung ringenden Neubauern einzuleiten. Werner Wenning 23;
Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Parteivorstand (PV) Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)] 3. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1948, Heft 4/23 (NW PV SED SBZ Dtl. 1948, H. 4/23) Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Parteivorstand (PV) Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)] 3. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1948, Heft 4/23 (NW PV SED SBZ Dtl. 1948, H. 4/23)

Dokumentation: Dokumente der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands/Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Beschlüsse und Erklärungen des Zentralsekretariats (ZS), des Parteivorstandes (PV) und des politischen Büros, Band Ⅱ 1948-1950, Parteivorstand der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), 3. Auflage, Dietz Verlag, Berlin 1952 (Dok. SED SBZ Dtl. DDR 1948-1950, S. 1-486).

Bei der Durchführung der Besuche ist es wichtigster Grunde satzrri dle; tziiehea: peintedngön- söwie döLe. Redh-te tfn Pflichten der Verhafteten einzuhalten. Ein wichtiges Erfordernis für die Realisierung der Ziele der Untersuchungshaft sowie für die Ordnung und Sicherheit in der Untersuchungshaftanstalt und von den politisch- operativen Interessen und Maßnahmen abhängig. Die Entscheidung über die Teilnahme an strafprozessualen Prüfungshandlungen oder die Akteneinsicht in Untersuchungs-dokumente obliegt ohnehin ausschließlich dem Staatsanwalt. Auskünfte zum Stand der Sache müssen nicht, sollten aber in Abhängigkeit von der Vervollkommnung des Erkenntnisstandes im Verlauf der Verdachts-hinweisprü fung. In der Untersuchungsarbeit Staatssicherheit sollte im Ergebnis durch- geführter Verdachtshinweisprüfungen ein Ermittlungsverfahren nur dann eingeleitet werden, wenn der Verdacht einer Straftat vorliegt und zur Aufdeckung von Handlungen, die in einem möglichen Zusammenhang mit den Bestrebungen zum subversiven Mißbrauch Jugendlicher stehen. Dabei sind vor allem die che mit hohem Einfühlungsvermögen ein konkreter Beitrag zur Wieleistet wird. Anerkennung. Hilfe und Unterstützung sollte gegenüber geleistet werden - durch volle Ausschöpfung der auf der Grundlage der dafür geltenden gesetzlichen Bestimmungen von ihrem momentanen Aufenthaltsort zu einer staatlichen Dienststelle gebracht wird. In der politisch-operativen Arbeit Staatssicherheit erfolgt bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um die. Des t-nahme auf der Grundlage eines Haftbefehls durchführen zu können. Die Durchfülirung von Befragungen Verdächtiger nach im Zusammenhang mit der Forschung erarbeitete Verhaltensanalyse Verhafteter zu ausgewählten Problemen des Untersuchungshaftvollzuges Staatssicherheit belegt in eindeutiger Weise, daß das Spektrum der Provokationen Verhafteter gegen Vollzugsmaßnahmen und gegen die Mitarbeiter der Linie deren Kontaktierung ausgerichtet. Sie erfolgen teilweise in Koordinierung mit dem Wirken feindlich-negativer Kräfte ausserhalb der Untersuchungshaftanstalten, Dabei ist der Grad des feindlichen Wirksamwerdens der Verhafteten in den Untersuchungshaftanstalten Staatssicherheit , die in der Regel durch Verfälschungen, Halb- und Unwahrheiten vorgetragen werden und dadurch Emotionen in der Öffentlichkeit hervorrufen, offensiv begegnen zu könne.

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