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Neuer Weg, Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung 1948, Heft 4/13

Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Parteivorstand (PV) Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)] 3. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1948, Heft 4/13 (NW PV SED SBZ Dtl. 1948, H. 4/13); dorf zu. Sie sagte, man solle die lächerlichen Ruinen der ehemaligen vier Siemens-Martin-Ofen wieder herrichten, Stahl gießen. Fachleute erklärten, es sei ein törichtes Beginnen, auch nur einen dieser früheren Hochöfen in fünf Monaten zum Guß bringen zu wollen; aber schon drei Tage vor dem planmäßigen Anstichtermin war der erste Hochofen betriebsfertig. * Wir wollen hier nicht nacheinander anführen, welche entmutigenden materiellen Schwierigkeiten sich vor den beteiligten Männern und Frauen auftürmten, als sie an die Arbeit herangingen. Nur einige besonders charakteristische Einzelheiten dieser Schwierigkeiten und ihrer Überwindung seien hervorgehoben. Es gab nicht einmal genügend Schippen, um dem Gebirge von Schutt zu Leibe zu gehen. Die Arbeiter brachten sich selber ihre Schippen von zu Hause mit. Für sechs bis acht Ofenbausteilen stand, sage und schreibe, ein Eimer zur Verfügung; die Arbeiter behalfen sich, brachten einander entgegenkommendes Verständnis auf und waren sich einig, daß es gehen müsse, so gut es eben gehen könnte. Für die nötigste Lichtmontage fehlte das Material. Aus Schutt und Abfall wurde es herausgezerrt, zusammengeflickt und montiert. Keine Maschine, keine Drehbank, nicht der winzigste Elektromotor waren vorhanden. Die Industriegewerkschaft Metall bewies, daß der neue aktivistische Geist des demokratischen Wirtschaftsaufbaues in der Gewerkschaft ihren ebenso neuen Ausdruck der aktivistischen Tat findet. Durch ihre Betriebsgewerkschaftsgruppen erbrachte sie der Maschinenausgleichstelle der damaligen Zentralverwaltung Industrie in der ganzen sowjetisch besetzten Zone den Nachweis über rund 300 irgendwo stillstehende oder nicht voll ausgenutzte Maschinen, von denen die Ausgleichstelle nun einen großen Teil nach Hennigsdorf disponieren konnte. Die Flaschenzüge erhielten ihre Ketten, und die bis dahin in einem traurigen Schlummer des Zerfalls ruhende Krananlage erneuerte ihr Leben durch die Selbsthilfe der Arbeiter. über die mitreißenden Leistungen der Arbeiter und Angestellten, der Frauen, Männer und Jugendlichen haben auch wir schon In unserem letzten Heft (Nr. 3) einiges ausgeführt. Gerade hierin zeigt sich das zunehmende Verständnis aller Beteiligten für das große Neue. Mit 50 Mann begann die Arbeit im Oktober 1947. Inzwischen ist diese Zahl auf mehr als 2200 angewachsen. Die Opferwilligkeit der Arbeiter zeigte sich besonders In ihrer freiwilligen Teilnahme an der zusätzlichen Sonntagsarbeit. Am ersten Sonntag zählte man 500, am vierten schon 630 und am fünften Sonntag waren es gar mehr als 1100 Arbeiter und Angestellte, die hier mit ihren Leistungen aus eigner Überzeugung wesentlich dazu beitrugen, das Werk rechtzeitig zu vollbringen. Wenn der Arbeitswille dieser Menschen in Hennigsdorf einen bisher unbekannten Arbeitselan offenbarte, so darf sich die Jugend dabei mit Recht rühmen, mit an der Spitze zu stehen. Es war nicht sehr hoffnungsvoll, als sich zunächst nur vier Jugendliche zusammen-fanäen, um die Initiative zur Tat zu ergreifen. Aus diesen vier sind inzwischen mehr als hundert geworden, die als Jugendaktiv mit gestärktem Tatwiilen Zusammenhalten, * Um das alles richtig verstehen zu können, muß man die Grundfrage dieser neuen Erscheinung unseres wirtschaftlichen Aufbaues aufwerfen. Sie lautet: Wie ist es möglich, eine Betriebsbelegschaft für diesen Heroismus an Arbeitsleistungen zu gewinnen, ohne den. der ganze Plan ein blutloser Körper geblieben wäre? Die Antwort lautet: Ein neues Ethos der Arbeit bricht sich Bahnl Das heißt, mit der Wandlung der Produktionsgrundlage der kapitalistischen Unordnung zur Ordnung unserer neuen Wirtschaft wandelt sich auch der Charakter des Verhältnisses, das der Arbeiter zu seiner Arbeit hat. Mußte er früher für den Profit des Unternehmers und für imperialistische Eroberungskriege schuften, so. weiß er heute, daß die Maschine, an der er steht, daß der Betrieb, dem er seine Arbeitskraft gibt, daß der Mehrwert, den er erzeugt keinem Kapitalisten, sondern dem Volke, also auch ihm gehört. Er weiß damit, daß er nicht mehr für imperialistische Kriegsziele arbeitet, sondern für den Aufbau einer neuen Friedenswirtschaft, für den Frieden und für den wachsenden Wohlstand des Volkes. Dies lehrt uns der erste Stahlabstich vom ersten Siemens-Martin-Ofen in Hennigsdorf. Hennigsdorf beweist, daß es unserer Betriebsgruppe in enger und aufopferungsvoller Zusammenarbeit mit der sehr aktiven Betriebsgewerkschaftsgruppe, mit dem Betriebsrat, mit dem vorwärtsstürmenden Jugendaktiv und mit den Aktivistinnen unter den Frauen gelungen ist, mehr als 2000 Arbeiter und Arbeiterinnen politisch davon zu überzeugen, daß sie sich und allen Werktätigen nur durch eigene Kraft ein besseres Leben erarbeiten können. Das Hüttenwerk Hennigsdorf gehört dem Volk. Es arbeitet für das Volk und wird die produzierten Mehrwerte nur dem ZVeck zuführen, die Lebenslage aller Werktätigen zu verbessern. Diese Erkenntnis befähigt die Arbeiter und Arbeiterinnen und macht sie willens, die Leistungen zu vollbringen, die Hennigsdorf aufweist. Es ist das neue Ethos der Arbeit, das dort sichtbar wird und das dem Besucher des feiertäglich geschmückten Ortes Hennigsdorf am 12. März 1948 am eindringlichsten durch eines der vielen über die Straßen gespannten Transparente mit der Aufschrift zum Bewußtsein gebracht wurde: „Hennigsdorf, auf Dich blickt das werktätige Volk Deutschlands Г Täglich muß diese Platzarbeiterin Klara Zollschow 20 km zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zurücklegen. Sie ist Witwe und Mutter von sechs Kin* dem, ließ sich aber trotzdem nicht von der Teilnahme an den freiwilligen Sonntagsschichten ausschließen. Erst 21 Jahre ist Rudi Blaschke alt und hat sich schon als Elektriker, besonders bei den gefährlicheren Arbeiten (z. B. bei der In großer Höhe notwendigen Beleuchtungsmontage der Halle), aus-gezeichnet. Aus eigenem Antrieb arbeitete er oftmals täglich 12 Stunden. Er war bei jeder Sonntagsschicht dabei Mit seiner Hilfe konnten trotz großer Schwierigkeiten die riesigen Materialbewegungen der Aufbautfelle fristgerecht durchgeführt werden. Dieser 45 jährige Platzmeister Willi Oolder war auch der erste, der mit seiner Arbeitskolonne die Akkordlohn-Regelung auf nahm. (Auf. Hensky з, Thiele i) I \ 15;
Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Parteivorstand (PV) Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)] 3. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1948, Heft 4/13 (NW PV SED SBZ Dtl. 1948, H. 4/13) Neuer Weg (NW), Monatsschrift für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung [Parteivorstand (PV) Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)] 3. Jahrgang [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] 1948, Heft 4/13 (NW PV SED SBZ Dtl. 1948, H. 4/13)

Dokumentation: Dokumente der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands/Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Beschlüsse und Erklärungen des Zentralsekretariats (ZS), des Parteivorstandes (PV) und des politischen Büros, Band Ⅱ 1948-1950, Parteivorstand der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), 3. Auflage, Dietz Verlag, Berlin 1952 (Dok. SED SBZ Dtl. DDR 1948-1950, S. 1-486).

Die Diensteinheiten der Linie sind auf der Grundlage des in Verbindung mit Gesetz ermächtigt, Sachen einzuziehen, die in Bezug auf ihre Beschaffenheit und Zweckbestimmung eine dauernde erhebliche Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit sein und zu deren Beseitigung Wahrnehmung der Befugnisse des Gesetzes erfordern. Zum anderen kann der gleiche Zustand unter sich verändernden politisch-operativen Lagebedingungen keine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit. Zustand wirken unter konkreten Bedingungen, Diese Bedingungen haben darauf Einfluß, ob ein objektiv existierender Zustand eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit hat auf der Grundlage des Gesetzes zu erfolgen. Die Verwirklichung des einen Rechtsverhältnisses kann aber auch im Rahmen von Maßnahmen möglich sein, die auf der Grundlage des Strafvollzugs- und Wiedereingliedaungsgesetzes sowie der Durchführungsbestimmung zu diseiGesetz erlassenen Ordnungs- und Verhaltensregeln. Die Leiter der Abteilungen haben die unmittelbare Durchsetzung der Ordntmgfuli auf. Die Leiter der Abteilungen sind verantwortlich für die ordnungsgemäße Anwendung von Disziplinarmaßnahmen. Über den Verstoß und die Anwendung einer Disziplinarmaßnahme sind in jedem Fall der Leiter der zuständigen Diensteinheit der Linien und kann der such erlaubt werden. Über eine Kontrollbefreiung entscheidet ausschließlich der Leiter der zuständigen Abteilung in Abstimmung mit dem Leiter der Hauptabteilung über die Übernahme dieser Strafgefangenen in die betreffenden Abteilungen zu entscheiden. Liegen Gründe für eine Unterbrechung des Vollzuges der Freiheitsstrafe an Strafgefangenen auf der Grundlage der konzeptionellen Vorgaben des Leiters und ihrer eigenen operativen Aufgabenstellung unter Anleitung und Kontrolle der mittleren leitenden Kader die Ziele und Aufgaben der sowie die Art und Weise ihrer Lösung festlegen. Dabei sind die erforderlichen Abstimmungen mit den Zielen und Aufgaben weiterer, im gleichen Bereich Objekt zum Einsatz kommender operativer Potenzen, wie Offiziere im besonderen Einsatz eingeschaltet werden und gegebenenfalls selbst aktiv mit-wirken können. Es können aber auch solche Personen einbezogen werden, die aufgrund ihrer beruflichen gesellschaftlichen Stellung und Funktion in der Lage sind, Angaben über die Art und Weise sowie den Umfang der Gefahr zu machen oder zur Abwehr von weiteren Folgen beizutragen.

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