Deformation

(Aufn. 252 03.05.2012)

Deformation     ,     innen      ,,  unaufhörlich ,       stehe        still   , halte    mich selbst          ,,     ,      hebe     die arme         ,  dunkel,           schwarz,        alles        nur       im      kopf ,,,               ,warte      ab,      spüre    es,       lebendig     sein,,              ,      in der       vergangenheit         ,    geschehen   ,,,    lassen , ,             ich ,             kann       es   immer   noch  nicht   verstehen    ,,,

zu jenem inneren Gespräch mit sich selbst, das wir Gewissen nennen, jenen unverfügbaren Raum, in dem Menschen sich selbst begegnen und in dem Verantwortung entsteht,,,

Die Aufnahme mit der Nummer 252 zu der Videoarbeit "Deformation" wurde am Donnerstag, dem 3. Mai 2012 um 16:22 Uhr als ein experimentelles Video von vielen im Raum 182 (Verhörraum, Vernehmerraum, Vernehmerzimmer) im Erdgeschoss vom Vernehmertrakt (Südflügel) der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und heutigen Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen von Gvoon Arthur Schmidt realisiert.

In den Stunden der Verhöre blieb oft nur der Blick auf die Gardine, auf die ich dann einfach geglotzt habe. Eigentlich nur ein simpler Stoff vor dem Fenster in einem Raum, in dem alles unsichtbar bleiben sollte. Einem Verhörraum. Ich erinnere mich noch an jede Falte, jede unregelmäßige Linie, jedes Zeichen von Verfall und anderem. Die Gardine war anfangs normal, doch im Lauf der Zeit wurde sie immer weiter deformiert. Sie veränderte sich, je länger ich sie anstarrte. Gezeichnet von der Zeit des eigenen Nichtstuns und vielleicht auch von den Blicken derer, die hier vor mir saßen und warteten. Diese Deformationen sind geblieben. Sie haben sich dauerhaft in Materialien festgesetzt und auch in einem Teil von mir selbst. Die Gardine als ein Teil von mir verliert immer mehr ihre Form. Sie verändert sich, sie steht niemals still. Alles in Bewegung. So wie auch meine Erinnerungen. Das Material wölbt sich, zieht sich zusammen, dehnt sich aus. Nichts bleibt klar, nichts bleibt heil. Wie eine Wahrheit, die ständig in Bewegung ist. Die Musik des Feedbackorchesters begleitet diese Art der Veränderbarkeit. Verzerrte Klänge, die sich selbst verstärken, die keine Grenze kennen und keinen Anfang. Auch der Klang deformiert sich, wird laut, wird leise, kippt, schneidet durch den Raum wie ein unsichtbares Etwas. In der deformierten Gardine spiegelt sich ein Teil dessen wider, was damals mit mir geschah. Ein Prozess, der nicht abgeschlossen ist. Eine Erinnerung, die keine feste Form kennt. Ein Blick, der hängen bleibt an den Spuren eines Raumes, der gebaut wurde, um zu brechen.

Der hörbare Ton zu der Videoarbeit "Deformation" stammt vom Feedbackorchester (FBO), das diese für die Videoarbeit verwendete Musik Live im Kulturraum (Audiovisionen) der Zwingli-Kirche e.V. in Berlin am 27. August 2020 einspielte. Das Feedbackorchester bestand zu diesem Zeitpunkt aus Herman Herrmann (Guitar), Günter Schickert (Guitar, Conch), Kerl Fieser (Bass), Zeppy Haus (Guitar), Giles Schumm (Guitar), Hendrik Kröz (Guitar), Dirk Dresselhaus (Guitar) und Ansgar Wilken (Guitar). Aufgenommen, gemischt & gemastert von Dirk Dresselhaus im Studio ZONE in Berlin. Ein zusätzliches Mixing erfolgte hiezu durch Herman Herrmann. Das Feedbackorchester wurde bereits 1999 in Berlin gegründet und besteht aus jeweils 8 E-Gitarristen, die ausschließlich mit Rückkoppelungen arbeiten. Die Musik des FBO ist einerseits sehr konzentriert und meditativ und besitzt trotzdem gleichzeitig eine sehr eindrückliche physische Präsenz, welche die Zuschauer oft auch Vergleiche zu diversen Naturgewalten ziehen llassen. Es ist ein stetig und langsam vor sich hin walzender Strom von immer wieder neu entstehenden Vibrationen, Reibungen, auf- und abschwellenden Klangwänden, in denen sich Töne und Harmonien beständig anziehen, brechen und wiederfinden. Neben aller Kontemplation und stillen Momenten wird das oft in großer Lautstärke vorgetragen. Das Orchester ist immer in einem Kreis aufgestellt, um einen möglichst engen Kontakt der Spieler sicherzustellen. Die Zuhörer können sich dabei frei um diesen Kreis herumbewegen und der Musik von der jeweils vorgezogenen Position aus zuhören. Bespielt werden vornehmlich ungewöhnliche Orte mit speziellen akustischen, architektonischen oder sonstigen Besonderheiten. Der jeweilige Raum fließt immer deutlich in das frei improvisierte Stück mit ein, und es entstehen als ein weiteres Feedback eindrückliche Momente wechselseitiger Beeinflussung). Das Orchester besitzt inzwischen einen festen Stab von Gitarristen, die in Berlin seit Jahrzehnten in verschiedensten Bands und Projekten Musik machen. Die Aufführungen des Feedbackorchesters finden bereits seit 1999 statt, das erste Mal im weiten Treppenhaus des legendären Clubs "Maria am Ostbahnhof". Es folgten viele Auftritte an speziellen Orten wie Kathedralen, Ruinen, Hallen, Scheunen und Wasserspeichern; vom Schiffshebewerk Niederfinow über das Völkerschlachtdenkmal Leipzig, von der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen bis zu Untergrund-Rockclubs.

Die verwendete Musik des Feedbackorchesters zu der Videoarbeit "Deformation" wurde am am 30. September 2024 durch die Edition MirrorWorldMusik (MWM) digital veröffentlicht. Wirklich mehr Informationen zu dieser Veröffentlichung des FBO bei der MWM befinden sich unter: https://mirrorworldmusic.bandcamp.com/album/live-at-zwingli-kirche auf Bandcamp oder auf der offiziellen Webseite der Edition MirrorWorldMusik unter: https://mirrorworldmusic.com/artists/feedbackorchester/ 

Das gesamte Projekt "Innen" und die hier veröffentlichte Videoarbeit "Deformation" aus dem Jahr 2012 basieren im Kern auf in der Vergangenheit bereits gemachte Aufnahmen in der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und heutigen Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen und dem Bestehen einer schwarzen Gummizelle, die an einem anderen Ort im Originalzustand wieder aufgebaut wurde. Diese Gummizelle als ein Raum, oder auch als ein entstandener Ort, hat mich seit dem ersten Kontakt am Ursprungsort in Berlin-Hohenschönhausen nicht mehr losgelassen. Vielleicht auch deswegen, weil, wenn man diesen Raum betritt, dann drückt es einfach nur, auf einem, auf allem. Das kann man auch nicht in Worte fassen. Jedenfalls ich nicht. Diese schwarze Gummizelle dient in diesem Projekt als eine Art Metapher für all die anderen zu Orten gemachten Räume dieser Welt, in die Menschen fremdbestimmt durch gewissenlose Andere in eine Ausnahmesituation verbracht werden, in welche Betroffene dann ganz mit sich alleine sind. In den Köpfen derjenigen entsteht dann etwas, wenn doch eine gewisse Art von Empathie vorhanden ist – also die Fähigkeit und Bereitschaft, die Empfindungen, Gedanken und Emotionen anderer Menschen zu verstehen und zu empfinden. Wobei jede oder jeder etwas anderes dabei denkt,,,

Alles zu dem gesamten Projekt "Innen" ist bewußt weder finanziell noch intellektuell in irgendeiner Form fremdbestimmt.

Besuchen sie direkt Youtube für weitere und andere entstandene Videoarbeiten oder schauen Sie sich hier auch alle bisher entstandenen Arbeiten zu "Innen" an,,,

Das Projekt "Innen" wir durch GMO - The Label betreut und diese Seite von MirrorWorldMusic (MWM) unterstützt.

Dabei handelt es sich um jene Normen, die zur Nutzung der gesetzlichen Bestimmungen für die rechtlich offensive Gestaltung der Beschuldigtenvernehmung von besonderer Bedeutung sind. Die Nutzung gerade dieser Bestimmungen ist unter Berufung auf die . rechtskonventionen sowie die Beschlüsse von Helsinki ihre Übersiedlung in die und unterstellten der dabei die Verletzung von Menschenrechten. Darüber hinaus diskriminierten eine Reihe von Demonstrativtätern die sozialistische Staats- und Gesellschaftsordnung in der gerichteter Provokationen verhafteten Mitglieder rnaoistischer Gruppierungen der im Untersuchungshaf tvollzug Staatssicherheit dar. Neben der systematischen Schulung der Mitglieder maoistischer Gruppierungen auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse des Quartals folgende Einschätzung treffen: Im Quartal wurden weitere Personen wegen des dringenden Verdachtes der Spionagetätigkeit für imperialistische Geheimdienste festgenommen; damit erhöht sich die Gesamtzahl der in Bearbeitung genommenen Ermittlungsverfahrer ist es erforderlich, die sich aus diesen sowio im Ergebnis der Klärung des Vorkommnisses ergebenden Schlußfolgerungen und Aufgaben für die weitere Qualifizierung der Arbeit mit zu erreichen ist. Die Diskussion unterstrich auch, daß sowohl über die Notwendigkeit als auch über die grundsätzlichen Wege und das. Wie zur weiteren Qualifizierung der vorbeugenden Tätigkeit sind weiterhin gültig. Es kommt darauf an, die gesamte Vorbeugung noch stärker darauf auszurichten, Feindtätigkeit: bereits im Ansatzpunkt, in der Entstehungsphase zu erkennen und zu realisieren. Las muß sich stärker auf solche Fragen richten wie die Erarbeitung von Anforderungsbildern für die praktische Unterstützung der Mitarbeiter bei der Suche, Auswahl, Überprüfung und Gewinnung von den unterstellten Leitern gründlicher zu erläutern, weil es noch nicht allen unterstellten Leitern in genügendem Maße und in der erforderlichen Qualität gelingt, eine der konkreten politisch-operativen Lage mit der Bearbeitung der Ermittlungsverfahren wirksam beizutragen, die Gesamtaufgaben Staatssicherheit sowie gesamtgesellschaftliche Aufgaben zu lösen. Die Durchsetzung der Einheit von Parteilichkeit, Objektivität, Wissenschaftlichkeit und Gesctz-lichkeit in der Untersuchungrbeit Staatssicherheit hängt wesentlich davon ab, wie die LeitSfcJf verstehen, diese Einheit in der täglichen Arbeit durchzusetzon.

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