Wörterbuch-Staatssicherheit Seite 336 / 2


Rowdytum Verhaltensweise von Personen, die die öffentliche Sicherheit, Ordnung und Disziplin in zumeist herausfordernder, brutaler oder demonstrativer Weise angreifen, um deren Mißachtung zum Ausdruck zu bringen. Im strafrechtlichen Sinne wird vom Rowdytum gemäß §§ 215, 216 StGB die Beteiligung an einer Zusammenrottung von Personen, die aus Mißachtung der öffentlichen Ordnung oder der Regeln des sozialistischen Gemeinschaftslebens Gewalttätigkeiten, Drohungen oder grobe Belästigungen gegenüber Personen oder böswillige Beschädigungen von Sachen oder Einrichtungen begehen, erfaßt und als Vergehen oder Verbrechen qualifiziert.
Täter des Rowdytums sind häufig Jugendliche und Jungerwachsene bzw. Personen unter Alkoholeinfluß. Rowdytum bildet in vielen Fällen das Vorfeld für die Begehung staatsfeindlicher und anderer krimineller Handlungen.1




1 Definition: Rowdytum / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 336.