Die Aufnahme zu der Videoarbeit "Experiment I“ wurde am Sonntag, dem 13. April 2025, um 11:45 Uhr zum Erzeugen anderer Klänge und Töne von Gvoon (Global Visions of other Nature) Arthur Schmidt an einem anderen Ort realisiert.
Der Ort für diese Aufzeichung wurde nicht zufällig gewählt, sondern es ist der Raum, in dem die schwarze Gummizelle der Stasi an einem anderen Ort wiederaufgebaut wurde. Eigentlich auch ein Raum, durchtränkt von Erinnerung, Geschichte, Enge. Was hier sichtbar und hörbar wird, ist nicht bloß eine Dokumentation des Machens an sich, sondern ein tastendes, beinahe körperloses Erfassen eines inneren Vorgangs. Dabei keinerlei Anspruch auf Irgendwas. Was die Kamera festgehalten hat, das nicht linear, nicht erzählend ist. Es ist eine Art Momentaufnahme, flüchtig und zugleich durchdrungen von einer Art Schwere. Es geht nicht nur um das reine Machen, sondern um einen Prozess. Um die Wiederholung. Immer dei gleiche Motivation, die sich in veränderter Gestalt wieder in eine Körperlichkeit einschreibt, in Kreisen der Zeit. Ein Zustand zwischen Warten und Lauschen, zwischen innerem Verstummen und einem letzten tastenden Versuch, noch etwas zu fühlen. "Aufnahme Eins“ ist weniger eine Beobachtung als eine Innenansicht. Die Aufnahme erzählt nicht laut, sie flüstert. Sie erinnert an das Nachhallen von gemachten Erfahrungen, dem Echo von Dingen, die längst geschehen sind, aber eben nicht vergangen. Erinnerungen, die sich nicht greifen lassen, die sich entziehen, und doch da sind. Wie Schatten. Wie ein leiser Druck auf der Brust. Es ist lediglich ein Versuch von mir, etwas zu verstehen, was sich wiederholt, was in mir drin ist, nicht als billige Kopie, sondern als ein ernstgemeinter emotionaler Abdruck meiner selbst. Das Materielle mag irgendwie schon vergehen, wobei aber die grundlegende Idee, die Ideen von Allem erhalten bleiben. Oder ist es umgekehrt? Was schon bleibt, ist das Gefühl eines nicht endenden Weges, einer Schleife, die sich nicht auflösen lässt. Vielleicht ist die Videoarbeit nicht weiter als eine Art Meditation über das Erinnern selbst, über die Unmöglichkeit, etwas wirklich festzuhalten. Und vielleicht ist es auch nur ein stilles Innehalten. Ein Lauschen in die Leere.
Die Videoarbeit "Experiment I" ist lediglich eine gemachte Aufnahme einer Serie von entstandenen oder noch entstehenden experimentellen Arbeiten. Eigentlich nur die Aufzeichnungen innerer Bewegungen meiner Selbst beim Suchen. Wobei diese im Entstehen befindliche Serie keinen linearen Erzählstrang hat und keiner klassischen Dramaturgie folgt, hat sie etwas Tagebuchartiges, da diese Aufnahmen etwas ehrliches und direktes haben. Die aufgenommenen Experimente bestehten aus Fragmenten, aus Momenten, aus Aufzeichnungen eines inneren Zustands. Jede Aufnahme ist nur ein Experiment, ein Versuch, etwas Unsichtbares sicht- oder auch eben hörbar zu machen, wie auch das Echo von Erinnerungen, die sich nicht greifen lassen. Bewegungen, die nicht bloß körperlich sind, sondern seelische Topographien abtasten. Es sind Beobachtungen ohne ein vorher definiertes Ziel, Schritte ohne eine Ankunft, Wiederholungen, die keine Lösung bringen, sondern Vertiefung. Die Kamera hält es dabei fest, nicht die Welt da draußen, sondern das, was sich in ihr spiegelt, das Vergehen von Zeit, das Kreisen des Denkens, dem Gewicht von Erinnerung. Der Raum, in denen diese Aufzeichnungen entstehen, ist dabei nicht zufällig gewählt. Er tragt dabei Geschichte in sich, politische, persönliche, eine räumliche Verdichtung von all Dessen, was irgendwie ist. Doch im Zentrum steht beim Machen immer der Moment des Innehaltens. Eine Schwelle. Eine Art Schweben zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Diese eine vielleicht auch lächerliche Aufzeichnung ist ein Teil eines offenen Archivs des Empfindens von mir. Einfach nur eine Spur, oder auch Fragment. Vielleicht auch nur eine Art stille Gegenrede gegen das Laute, das Eindeutige, das Zielgerichtete. Ein Lauschen auf das, was bleibt.
Die entstandene Videoarbeit "Experiment I" wirkt letzendlich für mich selbst wie ein Zustandsarchiv, ein ästhetischer Raum des Tastens, des inneren Hörens, keine Performance, sondern ein "sich zeigen lassen", ohne Pathos, ohne Dramaturgie. Nur eine einfache Wahrheit, fragmentarisch, aber unbedingt.