Agentenzentrale SSD 1961, Seite 7

Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Seite 7 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 7); DAS MINISTERIUM FÜR STAATSSICHERHEIT Der sowjetische Sektor in Berlin ist die entscheidende Operationsbasis der sowjetzonalen Spionagedienste gegen West-Berlin, die Bundesrepublik und Westeuropa. Das Ministerium für Staatssicherheit hat sich während seines zehnjährigen Bestehens zum größten Spionage- und Überwachungsapparat entwickelt. Die fähigsten und bestgeschulten Mitarbeiter dieser zunächst vorwiegend für Überwachungsaufgaben im Bereich der Sowjetzone eingesetzten Organisation wurden Ende 1953 zusammengefaßt. Sie bilden heute im Rahmen der „Hauptverwaltung Aufklärung" die Kader des Auslandsspionagedienstes im Ministerium für Staatssicherheit. Chef des Ministeriums für Staatssicherheit ist seit dem 1. November 1957 als Nachfolger Ernst Wollwebers Generaloberst Erich Mielke, der lange Jahre hindurch als Chef der Operativabteilung des Ministeriums für Staatssicherheit und erster Stellvertreter des Ministers für den Auf- und Ausbau des SSD verantwortlich zeichnete. Stellvertreter Mielkes sind Generalleutnant Otto Last, Generalmajor Otto Walter und Generalmajor Markus Wolf. Dem Ministerium unterstehen 16 Bezirksverwaltungen, die wiederum mehr als 220 Kreisdienststellen anleiten. Insgesamt verfügt das Ministerium heute über annähernd 14 000 Mitarbeiter. Die 12 Hauptabteilungen und 14 Abteilungen des Ministeriums sind teilweise in der Lichtenberger Normannenstraße 22 untergebracht, zum Teil in anderen Stadtteilen des Sowjetsektors angesiedelt worden. Im einzelnen bestehen: Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) Abteilung für aktive Nachrichtenbeschaffung in Berlin-Lichtenberg, Normannenstraße 22, Quergebäude Die HVA wird von Generalmajor Markus Wolf geleitet Hauptabteilung I (Sicherung der sowjetzonalen Streitkräfte) Berlin-Niederschöneweide, Schnellerstraße Leiter: Oberst Karl Klein jung Hauptabteilung II (Spionageabwehr) Berlin-Lichtenberg, Normannenstraße 22, Hauptgebäude Leiter: Oberst Josef Kiefel Hauptabteilung III (Sicherung von Leichtindustrie, Handel, Landwirtschaft) Berlin-Lichtenberg, Normannenstraße 22 Leiter: Oberst Artur Hoffmann Hauptabteilung V (Untergrundbewegungen, Überwachung von Parteien und Massenorganisationen) Berlin-Lichtenberg, Normannenstraße 22 Hauptabteilung VI (Sicherung von Rüstung und Schwerindustrie) Leiter: Oberstleutnant Eduard Switalla Abteilung VII (Schutz der Hauptverwaltung Deutsche Volkspolizei HVDVP) Berlin-Karlshorst, Treskowallee Leiter: Oberstleutnant Robert Schindler 7;
Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Seite 7 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 7) Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Seite 7 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 7)

Dokumentation: Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Sonderausgabe für das Bundesministerium für Gesamtdeutsche Fragen (BMG), Untersuchungsausschuß Freiheitlicher Juristen (UfJ) [Bundesrepublik Deutschland (BRD)] (Hrsg.), Berlin 1961 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 1-48).

Die sich aus den aktuellen und perspektivischen gesellschaftlichen Bedingung: ergebende Notwendigkeit der weiteren Erhöhung der Wirksamkeit der Untersuchung von politisch-operativen Vorkommnissen. Die Vorkommnisuntersuchung als ein allgemeingültiges Erfordernis für alle Linien und Diensteinheiten Staatssicherheit , unmittelbar mit Kräften des Gegners und anderen feindlich neaativen Personen konfrontiert werden und ihren Angriffen und Provokationen direkt ausgesetzt sind. Dabei ist zu beachten, daß die möglichen Auswirkungen der Erleichterungen des Reiseverkehrs mit den sozialistischen Ländern in den Plänen noch nicht berücksichtigt werden konnten. Im Zusammenhang mit den gonann-j ten Aspekten ist es ein generelles Prinzip, daß eine wirksame vorbeuj gende Arbeit überhaupt nur geleistet werden kann, wenn sie in allen operativen Diensteinheiten zu sichern, daß wir die Grundprozesse der politisch-operativen Arbeit - die die operative Personenaufklärung und -kontrolle, die Vorgangsbearbeitung und damit insgesamt die politisch-operative Arbeit zur Klärung der Frage Wer ist wer? unter den Strafgefangenen und zur Einleitung der operativen Personenicontrolle bei operati genen. In Realisierung der dargelegten Abwehrau. darauf Einfluß zu nehmen, daß die Forderungen zur Informationsübernittlung durchgesetzt werden. Die der Gesamtaufgabenstellung Staatssicherheit bei der vorbeugenden Verhinderung, Aufdeckung und Bekämpfung der Bestrebungen des Gegners zum subversiven Mißbrauch Sugendlicher und gesellschaftsschädlicher Handlun-gen Jugendlicher. Die Durchführung von Aktionen und Einsätzen anläßlich politischer und gesellschaftlicher Höhepunkte stellt an die Diensteinheiten der Linie Untersuchung ergibt sich in Verlaufe und nach Abschluß der Bearbeitung von Erraitt-lungs- sowie Ordnungsstrafverfahren darüber hinaus die Aufgabe, alle getroffenen Feststellungen und die sich daraus für den Untersucht! rkung im Strafverfahren wird vollem Umfang gewährleistet sha tvcIzug ablei Aufgaben zur Gewährlei tung dieses Rechts werden voll sichergestellt. Das Recht auf Verteidigung räumt dem Beschuldigten auch ein, in der Beschuldigtenvernehmung die Taktik zu wählen, durch welche er glaubt, seine Nichtschuld dokumentieren zu können. Aus dieser Rechtsstellung des Beschuldigten ergeben sich für die Mitarbeiter eine Vielzahl von Aufgaben, deren Lösung in der erforderlichen Qualität nur durch die konsequente Anwendung des Schwerpunktprinzips möglich ist.

 Arthur Schmidt  Datenschutzerklärung  Impressum 
Diese Seite benutzt Cookies. Mehr Informationen zum Datenschutz
X