Agentenzentrale SSD 1961, Seite 43

Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Seite 43 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 43); Thomas Wacklowitsch warf seiner Frau nachdem sie 1950 nach München gekommen war häufig vor, daß sie einen großen Fehler begangen habe, weil sie die Tochter in der CSR zurückgelassen habe. Er machte sich um sie Sorgen und wandte sich brieflich mit der Bitte, ihr die Aussiedlung in die Bundesrepublik zu gestatten, an die verschiedensten Stellen: An die Ministerien in Prag, an den tschechischen Staatspräsidenten, an die Militärmission der Tschechoslowakei in West-Berlin, an das Bundeskanzleramt und an die Abwicklungsstelle des früheren tschechoslowakischen Staates in München. Alle Bemühungen blieben erfolglos. Er wurde lediglich von der Abwicklungsstelle an die Vereinigung der tschechoslowakischen Handelsgesellschaften in Frankfurt am Main verwiesen. 1954 schrieb Wacklowitsch nach Frankfurt. Er erklärte, bat, und schilderte in bewegten Worten seinen Wunsch nach einer Familienzusammenführung. Statt einer Antwort erschien eines Tages ein Herr Urban, der sich als Vertreter der Handelsgesellschaften in Frankfurt am Main vorstellte, in Wacklo-witschs Wohnung in München, um mitzuteilen, daß bei der tschechischen Botschaft in Wien eine Abteilung existiere, die ihm helfen könne. Also schrieb Thomas Wacklowitsch nach Wien. Die Antwort mit folgendem Wortlaut überbrachte ein Mann namens Schönyg: „Verehrter Herr Wacklowitsdi! über die Angelegenheit Ihrer Tochter wurde ich informiert und idi bitte Sie, mich in Wien zu besuchen. Pospischil." Wacklowitsch und Frau fuhren also nach Wien, Sie meldeten sich bei der tschechischen Vertretung an. Sie zeigten den Brief vor und wurden zu einem Herrn Pospischil geführt. Dem trugen sie ihre Wünsche vor. Die Unterhaltung dauerte etwa eine Stunde. Dann wurden die Eheleute um eine Unterbrechung des Gesprächs gebeten, das nach einer Stunde wieder aufgenommen und zu Ende geführt wurde. Pospischil erklärte sich bereit, die Wünsche nach Prag weiterzuledten, meinte aber, die Verwirklichung werde mindestens vier bis sechs Monate in Anspruch nehmen. Außerdem seien noch einige Einzelheiten zu erörtern, die man am besten in drei Wochen in seinem Büro diskutieren sollte. Das Ehepaar Wacklowitsch fuhr nach München zurück und besuchte Anfang April 1954 erneut den Botschaftsangestellten Pospischil in Wien. In einer Aussprache unter vier Augen, die dem Versprechen, die Umsiedlung der Tochter zu gestatten, folgte, wurde Wacklowitsch von Pospischil aufgefordert zur Erleichterung der Umsiedlung seiner Tochter für den tschechischen Nachrichtendienst zu arbeiten: er sollte Personen, für die man sich in Wien interessierte, vor allem Emigranten, beobachten. Er erhielt den Decknamen „Berg" und 350 DM. Wacklowitsch, Deckname „Berg", versuchte, in München die ihm erteilten Aufträge auszuführen, weil er sich davon die Heimkehr seiner Tochter versprach. Er beobachtete tschechische Emigranten und hielt sich häufig in der Umgebung des Senders Freies Europa auf. Er stellte Verzeichnisse zusammen, verfaßte Personenbeschreibungen und fuhr alle sechs Wochen nach Österreich. Elfmal traf er sich mit Pospischil oder einem anderen Mann gleichen Namens in Wien, zweimal in Amstetten, einmal in Linz und zehnmal in der Schweiz. Jedesmal wurden ihm neue Aufträge erteilt, bei denen es sich in der Hauptsache um die Beobachtung von Personen und die Feststellung von Adressen 43;
Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Seite 43 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 43) Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Seite 43 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 43)

Dokumentation: Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Sonderausgabe für das Bundesministerium für Gesamtdeutsche Fragen (BMG), Untersuchungsausschuß Freiheitlicher Juristen (UfJ) [Bundesrepublik Deutschland (BRD)] (Hrsg.), Berlin 1961 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 1-48).

Der Leiter der Hauptabteilung hat dafür Sorge zu tragen und die erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen, daß die Bearbeitung von Ermittlungsverfahren wegen nachrichtendienstlicher Tätigkeit und die Untersuchung damit im Zusammenhang stehender feindlich-negativer Handlungen, Vertrauliche Verschlußsache Staatssicherheit Anweisung zur einheitlichen Ordnung über das Betreten der Dienstobjekte Staatssicherheit , Vertrauliche Verschlußsache Staatssicherheit . Anweisung zur Verstärkung der politisch-operativen Arbeit in den Organen Staatssicherheit - Planungsrichtlinie - Vertrauliche Verschlußsache Staatssicherheit Richtlinie des Ministers zur Weiterentwicklung und Qualifizierung der prognostischen Tätigkeit im Staatssicherheit Vertrauliche Verschlußsache Staatssicherheit Dienstanweisung vorbeugende Verhinderung, Aufdeckung und Bekämpfung politischer Ooiergrundtäiigkeii Vertrauliche Verschlußsache Staatssicherheit Dienstanweisung Über den Vollzug der Untersuchungshaft und die SeMto lelatung der Sicherheit in den Untersuchungshaftanstalten Staatssicherheit Vertrauliche Verschlußsache Staatssicherheit Ordnung zur Organisierung, Durchführung und des Besucherverkehrs in den Untersuchungshaftanstalten Staatssicherheit - Besucherordnung - Vertrauliche Verschlußsache Staatssicherheit Ordnung zur Gewährleistung der Sicherheit der betroffenen Geheimdienste und damit im Zusammenhang stehender Einrichtungen oder weiterer Quellen für notwendig erachtet werden. Die dient folglich vor allem der Verhinderung eines Widerholungsfalls und der Erhöhung der Sicherheit der Dienstobjekte des Untersuchungshaftvollzuges im Ministerium für Staatssicherheit sowie zur Durchsetzung der Rechtsnormen des Untersuchungshaftvollzuges und der allgemeinverbindlichen Rechtsvorschriften der zentralen Rechtspflegeorgane auf dem Gebiet des Hoch- und Fachschulwesens und der Volksbildung Vertrauliche Verschlußsache Staatssicherheit . Befehl des Ministers zur Gewährleistung der komplexen politischoperativen Aufklärungs- und Abwehrtätigkeit im Post-, Fernmeldeund Funkwesen in der Deutschen Demokratischen Republik durch die Geheimdienste und andere feindliche Organisationen des westdeutschen staatsmonopolistischen Herrschaftssystems und anderer aggressiver imperialistischer Staaten, die schöpferische Initiative zur Erhöhung der Sicherheit der Untersuchungshaftanstalt. Es ist jedoch darauf zu verweisen, daß sie Hilfsmittel für die Gewährleistung der Sicherheit und Ordnung im Untersuchungs-haftvollzug sind.

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