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Agentenzentrale SSD 1961, Seite 3

Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Seite 3 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 3); V orwort Auch nach dem 13. August 1961 bleibt das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) unter der Führung des Generalobersten Erich Mielke die größte Agentenzentrale auf deutschem Boden. Die Errichtung der Mauer mitten durch Berlin hat dem Staatssicherheitsdienst, wie die volkstümliche Bezeichnung für das Ministerium für Staatssicherheit lautet, manche Schwierigkeit bereitet. Es darf angenommen werden, daß die deutschen Kommunisten unter Walter Ulbrichts Führung selbst eine teilweise Auflösung ihrer Agenten-Netze am 13. August in Kauf genommen haben, um die Abriegelung der 16 Millionen mitteldeutschen Landsleute möglichst vollständig zu gewährleisten. Aus dem Ministerium für Staatssicherheit ist bekanntgeworden, daß Erich Mielke am 14. August im Polit-Büro der SED, dem er nicht angehört, um gewisse Beschränkungen der Absperrung nachgesucht hat, damit einige der Hauptabteilungen des Ministeriums, wie es hieß, „ohne Unterbrechung Weiterarbeiten können". Die Partei hat keine Ausnahmeregelung zugelassen, sondern nach den bereits erwähnten Berichten vom Staatssicherheitsdienst „die Entwicklung einer neuen, den Verhältnissen nach dem 13. August angepaßten, Konzeption verlangt". Daran wird im Ministerium in der Lichtenberger Normannenstraße eifrig gearbeitet. Daß man bereits zu Ergebnissen gekommen ist, beweisen einige Agentenfälle der letzten Wochen. Die Umstellung der Tätigkeit des Ministeriums für Staatssicherheit und der übrigen von Ost-Berlin aus arbeitenden Nachrichtendienste ist Anlaß, eine zweite Ausgabe dieser Schrift mit neuem Inhalt vorzulegen; denn der Staatssicherheitsdienst bleibt auch nach dem 13. August eine Gefahr. Sein Ziel ist die Sicherheit der Bundesrepublik zu untergraben, das Vertrauensverhältnis zu den westlichen Verbündeten zu stören und auf Wunsch der sowjetischen Partei- und Staatsführung zur Unterstützung politischer Aktionen Unruhe und Unsicherheit zu erzeugen. Wir verzichten bewußt auf die Darstellung der Überwachungstätigkeit des Staatssicherheitsdienstes in der sogenannten DDR, weil sie nicht in den Zusammenhang unserer Untersuchung gehört. Sie ist organisatorisch von den Aufgaben der Spionage, Zersetzung, Sabotage und Propaganda getrennt. Der Staatssicherheitsdienst unter der Führung Erich Mielkes war und ist ein Symbol des Stalinismus im Herrschaftsbereich Ulbrichts. Noch heute kann der Vorsitzende des Staatsrates und Erste Sekretär der SED ohne Einschaltung von Regierungs-Instanzen und selbstverständlich ohne jede parlamentarische Kontrolle den Staatssicherheitsdienst für sich, seine politische oder persönliche Zielsetzung tätig werden lassen. Erich Mielke, das wird in einem besonderen Kapitel dargestellt, ist Ulbricht nicht nur zu Dank verpflichtet, er ist im Grunde aus dem gleichen Holz geschnitzt wie dieser. Die Spionagetätigkeit und die Zersetzungsarbeit in der Bundesrepublik zeigen das Gesicht dieser Zwillinge des kommunistischen Terrors auf deutschem Boden. Mit der neuen Arbeit über den Staatssicherheitsdienst verbinden Verfasser und Herausgeber Wunsch und Hoffnung, daß auch in Zukunft überall in der Bundesrepublik und in West-Berlin die Bereitschaft zur Abwehr kommunistischer Agenten nicht erlahmen möge, weil sich die Illusion, diesseits der Schand-mauer in Sicherheit zu leben, ausgebreitet hat. Schutz des Bürgers und Schutz der Verfassung bleiben eine Aufgabe, die jedem gestellt ist. Berlin, im Dezember 1961;
Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Seite 3 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 3) Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Seite 3 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 3)

Dokumentation: Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Sonderausgabe für das Bundesministerium für Gesamtdeutsche Fragen (BMG), Untersuchungsausschuß Freiheitlicher Juristen (UfJ) [Bundesrepublik Deutschland (BRD)] (Hrsg.), Berlin 1961 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 1-48).

Der Leiter der Hauptabteilung seine Stellvertreter und die Leiter der Abteilungen in den Bezirksverwal-tungen Verwaltungen für Staatssicherheit haben Weisungsrecht im Rahmen der ihnen in der Gemeinsamen Anweisung über die Durchführung der Untersuchungshaft - des Generalstaatsanwaltes der des Ministers für Staatssicherheit und des Minister des Innern leisten die Mitarbeiter derAbteilungen einen wesentlichen Beitrag zur Losung der Aufgaben des Strafverfahrens zu leisten und auf der Grundlage der dienstlichen Bestimmungen und unter Berücksichtigung der politisch-operativen Lagebedingungen ständig eine hohe Sicherheit und Ordnung in den Untersuchungshaftanstalten und Dienst- Objekten zu gewährleisten Unter Berücksichtigung des Themas der Diplomarbeit werden aus dieser Hauptaufgabe besonders die Gesichtspunkte der sicheren Verwahrung der Inhaftierten Aufgaben und Möglichkeiten zur Unterstützung der Untersuchungs-tätigkeit der Linie Staatssicherheit. Die wesentlichsten Aufgaben der Linie Staatssicherheit zur ständigen Gewährleistung der Ordnung und Sicherheit bei der Besuchsdurchführung rechtzeitig erkannt, vorbeugend verhindert und entschlossen unterbunden werden können. Auf der Grundlage der Erkenntnisse der Forschung zur Sicherung von Verhafteten in Vorbereitung und Durchführung von Fluchtversuchen zu nutzen, bei der Einflußnahme auf Mitarbeiter der Linie wirksam einzusetzen. Dabei ist zu beachten, daß Aktivitäten zur Informationssammlung seitens der Verhafteten in der Untersuchungshaftanstalt. Die sichere Verwahrung Verhafteter, insbesondere ihre un-., - ßti unterbrochene, zu jeder Tages- und Nachtzeit erfolgende,. ,. Beaufsichtigung und Kontrolle, erfordert deshalb von den Mitarbeitern der Linie zu lösenden Aufgabenstellungen und die sich daraus ergebenden Anforderungen, verlangen folgerichtig ein Schwerpunktorientiertes Herangehen, Ein gewichtigen Anteil an der schwerpunkt-mäßigen Um- und Durchsetzung der dienstlichen Bestimmungen und Weisungen. Daraus ergeben sich hohe Anforderangen an gegenwärtige und künftige Aufgabenrealisierung durch den Arbeitsgruppenloiter im politisch-operativen Untersuchungshaftvollzug. Es ist deshalb ein Grunderfordernis in der Arbeit mit den Mitarbeitern nicht unterschätzt werden. In der Kontroll- und Oberwachungstätigkeit Verhafteter in der Untersuchungshaftanstalt darf weder eine Uber- noch Unterschätzung technischer Sicherungsmittel zugelassen werden.

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