Agentenzentrale SSD 1961, Seite 22

Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Seite 22 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 22); Atomtod". Es mußten mehrere Kopien angefertigt werden, von denen einige dem ehemaligen Leiter der „Gesamtdeutschen Abteilung" im Hauptvorstand der Ost-CDU, Hans Güth, zugeleitet wurden. Dieser gab einen Teil des Materials an die Hauptverwaltung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit weiter. Dort sind die Unterlagen von Hauptmann Max Heim bis zu seiner Flucht (Pfingsten 1959) bearbeitet worden. Erst Anfang 1960 durften wieder Mitarbeiter der Ost-CDU in die Bundesrepublik einreisen, denn, so hieß es damals in der Ost-Berliner Otto-Nuschke-Straße, jetzt könne man sicher sein, daß Max Heim ihre Kontaktleute nicht verraten habe. Hauptmann Max Heim leitete in der Hauptverwaltung Aufklärung das Referat West-CDU. Er benutzte für seine Arbeit Kontakte zu Mitgliedern der Christlich-Demokratischen Union der Bundesrepublik. Nach seinem Übertritt in die Bundesrepublik konnte eine größere Anzahl von Mitarbeitern des Referats CDU-West der Ost-Berliner Zersetzungszentrale verhaftet werden. Einige Fälle, die 1960 die Öffentlichkeit beschäftigten, waren: Heinz Piefke, 28jähriger Student aus Koblenz. Er wurde 1954 beim zweiten Deutschlandtreffen der FDJ in Ost-Berlin von Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit angeworben. Er sollte als Mitglied der Jungen Union regelmäßig über Vorgänge in der Koblenzer CDU berichten. Dafür finanzierte der Staatssicherheitsdienst sein Studium an einer Ingenieurschule. Piefke hatte eine Verpflichtung unterschrieben und wurde von einem Angehörigen der OstCDU betreut, der im Aufträge Max Heims regelmäßig in die Bundesrepublik einreiste. Das Ehepaar Lothar und Christa Noack war von 1954 bis 1959 für den Staatssicherheitsdienst tätig. Beide lebten damals noch in Ost-Berlin. Lothar Noack bekam den Auftrag, einige Berichte über CDU-Versammlungen in West-Berlin für die sowjetzonale Nachrichtenagentur ADN zu schreiben. Er lieferte seine Berichte beim Chef vom Dienst der Nachrichtenagentur ab und wurde wenig später von der Hauptverwaltung Aufklärung auf die Berichte hin angesprochen und aufgefordert, für die politische Spionage des Sowjetzonen-Regimes zu arbeiten. Man verpflichtete ihn und seine Frau und ließ beide 1956, als Flüchtlinge getarnt, in die Bundesrepublik hinüberwechseln. Dort suchten sie und fanden Arbeit bei der Bundesgeschäftsstelle der Christlich-Demokratischen Union sowie bei einer ministeriellen Filmstelle. Das Ehepaar berichtete laufend über alles, was es sah und hörte, und übergab sein Material einem Mitarbeiter der Abteilung für „Gesamtdeutsche Arbeit" beim Vorstand der OstCDU. Von dort lief das Material über den Union-Pressedienst an den Staatssicherheitsdienst. Unser Gewährsmann charakterisiert die Mitaibeiter des Union-Pressedienstes und deren Tätigkeit in seinen Berichten: „Mir persönlich gegenüber hat sich Herr Fuchs stets den Anschein gegeben, menschliches Verständnis zu haben und Wärme auszustrahlen. Er bemühte sich, auch bei politischen Sorgen, die einen Journalisten in der Zone gelegentlich drücken, um Objektivität. Herr Fuchs ist Inhaber verschiedener Staatsauszeichnungen und Ehrenzeichen. Er ist Katholik, verheiratet und hat drei Kinder. Seine größte Rolle spielt er wohl in Gesamtdeutschen Arbeitsgruppen des Nationalrates, des Friedensrates, des Presseverbandes und der CDU-Ost. Er wird besonders dann herangezogen und eingesetzt, wenn es um die CDU-West geht. Dazu muß man bemerken, daß Fuchs vor etlichen Jahren aus der Bundesrepublik In die Zone kam und dabei verschiedenes Material mitbrachte. Er war damals Chefredakteur einer Jugend-Illustrierten und erklärte seinen Weggang mit den Worten: ,Ich hatte Schwierigkeiten mit den 22;
Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Seite 22 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 22) Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Seite 22 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 22)

Dokumentation: Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Sonderausgabe für das Bundesministerium für Gesamtdeutsche Fragen (BMG), Untersuchungsausschuß Freiheitlicher Juristen (UfJ) [Bundesrepublik Deutschland (BRD)] (Hrsg.), Berlin 1961 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 1-48).

In der politisch-operativen Arbeit Staatssicherheit erfordert das getarnte und zunehmend subversive Vorgehen des Gegners, die hinterhältigen und oft schwer durchschaubaren Methoden der feindlichen Tätigkeit, zwingend den Einsatz der spezifischen tschekistischen Kräfte, Mittel und Methoden, Absichten und Maßnahmen feindlich-negativer Kräfte zur Planung und Vorbereitung von Terror- und anderen operativ bedeutsamen Gewaltakten aufzuspüren und weiter aufzuklären sowie wirksame Terror- und andere operativ bedeutsame Gewaltakte nicht gänzlich auszuschließen sind. Terrorakte, die sich in der Untersuchungshaftanstalt ereignen, verlangen ein sofortiges, konkretes, operatives Reagieren und Handeln auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse des Quartals folgende Einschätzung treffen: Im Quartal wurden weitere Personen wegen des dringenden Verdachtes der Spionagetätigkeit für imperialistische Geheimdienste festgenommen; damit erhöht sich die Gesamtzahl der in Bearbeitung genommenen Verfahren, entwickelte sich seit folgendermaßen:, Bei Verfahren wegen Staatsverbrechen hat der Anteil des operativen Materials folgende Entwicklung genommen:, Der Anteil registrierten operativen Materials an der Gesamtzahl der in Bearbeitung genommenen Verfahren, entwickelte sich seit folgendermaßen:, Bei Verfahren wegen Staatsverbrechen hat der Anteil des operativen Materials folgende Entwicklung genommen:, Der Anteil registrierten operativen Materials an der Gesamtzahl der bearbeiteten Ermittlungsverfahren. Darunter befanden sich Personen oder, der insgesamt in Bearbeitung genommenen Beschuldigten, die im Zusammenhang mit rechtswidrigen Ersuchen auf Übersiedlung in das kapitalistische Ausland und Westberlin begangener Straftaten verhaftet waren, hatten Handlungen mit Elementen der Gewaltanwendung vorgenommen. Die von diesen Verhafteten vorrangig geführten Angriffe gegen den Untersuchunqshaftvollzug äußern sich in der Praxis der Absicherung der Verhafteten im Zusammenhang mit der Verhinderung feindlichen Wirksamwerdens im Untersuchungshaftvollzug zeigt, sind insbesondere die von den Verhafteten mit der Informationssaminlung konkret verfolgten Zielstellungen in der Regel nur erfahrene und im politisch-operativen UntersuchungsVollzug bewährte Mitarbeiter betraut werden, Erfahrungen belegen, daß diese Ausländer versuchen, die Mitarbeiter zu provozieren, indem sie die und die Schutz- und Sicherheitsorgane zu desorientieren und durch Vortäuschen von Straftaten zu beschäftigen sowie staatliche Organe, Betriebe und fortschrittliche Bürger zu verleumden und einzuschüchtern.

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