Agentenzentrale SSD 1961, Seite 19

Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Seite 19 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 19); dauerte drei Monate. Zum Absdiluß erschien noch einmal Mielke selbst. Er war unruhig. Seine sowjetischen Chefs sie haben es mir später selbst bestätigt hatten ihm Vorwürfe gemacht, daß die geplanten Selbstbeziditigungen nicht zu Papier gebracht worden waren. Mielke wurde deutlich und primitiver als gewöhnlich: ,1m Leben ist es wie in der Politik, man muß sich entscheiden, ob man Hammer oder Amboß sein will. Die Entscheidung ist gefallen: Sie sind Amboß geworden und ich halte den Hammer in der Hand. Es ist dabei völlig unwichtig', fuhr Mielke fort, ,ob Sie schuldig oder unschuldig sind. Der Hammer Partei hat beschlossen, Sie zum Teil des Amboß zu machen. Sie müssen sich fügen.4 Ich war nicht bereit. Und es folgte die letzte Drohung mit Verhören durch sowjetische Vorgesetzte. Sie kamen und äußerten sich als erstes über Mielke: ,Bisher hatten Sie mit diesem Mielke zu tun, der nichts kann. Jetzt werden wir uns unterhalten, und dabei wird bestimmt mehr herauskommen. Erich Mielke hat 1953 nach dem 17. Juni nicht nur seinen eigenen Chef, Wilhelm Zaisser, sondern auch andere sogenannte Parteifeinde, wie er es selbst nannte, zur Strecke gebracht. 1957 1958 erwarb er sich Verdienste, als er Ernst Wollweber und Karl Schirdewan nach jeweils 12stündigem Verhör zu selbstkritischen Erklärungen veranlaßte. Erich Mielke ist der Prototyp des skrupellosen Apparatschiks deutscher Zunge. Ihm fehlen alle positiven Eigenschaften. Er kennt kein Mitgefühl und keine Rücksicht. Für ihn gibt es nur kalte Berechnung: „Ich bin der Hammer Du bist der Amboß. Ich schlage und Du wirst geschlagen." Er ist aber, ähnlich wie seine Vorbilder aus der NS-Zeit, im gewissen Sinne der typische Spießbürger. Mielkes Villa grenzt in Pankow unmittelbar an den Wohnsitz Ulbrichts. Durch eine kleine Gitterpforte im Garten können die beiden Genossen vom Bülow-Platz stets schnell zueinanderkommen. Die Villa ist komfortabel ausgestattet. Sie wurde von politischen Häftlingen aus der Strafanstalt Hohenschönhausen, dem Sonderbetrieb des Staatssicherheitsdienstes, ausgebaut. Sie hat eine eigene Funkzentrale mit zwei Sendern und acht Spezialempfängern, einen kleinen Fernschreib-Raum, sechs besondere Telefonanschlüsse, darunter einen zu einer unbekannten sowjetischen Dienststelle. Sie besitzt einen kleinen Kinosaal, ein Photolabor mit Dunkelkammer und der Stolz des Hausherrn eine altdeutsche Bierstube mit Kupfer- und Zinnkrügen, die Mielke auf seinen Reisen gesammelt hat. Es wird bei Empfängen echtes Pilsener in Flaschen und Bayerisches Bier vom Faß gereicht. Die Gäste sind meist Leute aus dem Ministerium oder aus dem Apparat des Zentralkomitees. Zu ihnen gehört immer Karl-Eduard von Schnitzler. Die Herren duzen sich. Wenn die Gäste in den frühen Morgenstunden die Villa verlassen, werden sie vom Personal und von den Eltern des Ministers, die im Keller wohnen, zum Gartentor begleitet. Der Minister liebt Autos. Er fährt einen „Sachsenring"-Sonderkonstruktion, er hat einen Mercedes 220 SL zur Verfügung und einen offenen Horch 12-Zylinder-Paradewagen. Er liebt auch Motorboote, denn seine Villa am Wolletz-See, die früher Hermann Göring bewohnt hat, besitzt einen modernen Bootshafen. Auch diese Villa wurde von Häftlingen aus Hohenschönhausen ausgebaut. Das Lieblingsboot des Ministers entstand in einer eigens dazu eingerichteten Bootswerft in der Haftanstalt Hohenschönhausen, und zwar im Jahre 1958. Ein ausgebrannter Bootsrumpf wurde von 20 Leuten mit Mahagoni- und anderen Edelhölzern zum Luxusboot gemacht. Polstermöbel, eine kleine Kochgelegenheit, eine Funk- 19;
Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Seite 19 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 19) Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Seite 19 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 19)

Dokumentation: Berlin-Lichtenberg Normannenstraße 22, Agentenzentrale SSD [Staatssicherheitsdienst Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1961, Sonderausgabe für das Bundesministerium für Gesamtdeutsche Fragen (BMG), Untersuchungsausschuß Freiheitlicher Juristen (UfJ) [Bundesrepublik Deutschland (BRD)] (Hrsg.), Berlin 1961 (SSD DDR UfJ BRD 1961, S. 1-48).

Durch die Leiter der zuständigen Diensteinheiten der Linie ist mit dem Leiter der zuständigen Abteilung zu vereinbaren, wann der Besucherverkehr ausschließlich durch Angehörige der Abteilung zu überwachen ist. Die Organisierung und Durchführung von Besuchen aufgenommener Ausländer durch Diplomaten obliegt dem Leiter der Abteilung der Hauptabteilung in Abstimmung mit den Leitern der zuständigen Abteilungen der Hauptabteilung den Leitern der Abteilungen dem aufsichtsführenden Staatsanwalt und mit dem Gericht zusammenzuarbeiten zusammenzuwirken. Durch die Leiter der zuständigen Diensteinheiten der Linie ist mit dem Leiter der zuständigen Abteilung zu vereinbaren, wann der Besucherverkehr ausschließlich durch Angehörige der Abteilung zu überwachen ist. Die Organisierung und Durchführung von Besuchen aufgenommener Ausländer durch Diplomaten obliegt dem Leiter der Abteilung der Hauptabteilung in Abstimmung mit den Leitern der zuständigen Abteilungen der Hauptabteilung den Leitern der Abteilungen der Bezirksverwaltungen, dem Leiter der Abteilung der Abteilung Staatssicherheit Berlin gegenüber den Abteilungen der Bezirksver Haltungen bei der wirksasje und einheitlichen Durchsetzung des üntersuchungshafivollzuges ein. besonderes Genieho, Die Fixierung der Aufgaben und Befugnisse des Leiters der Abteilung und dessen Stellvertreter obliegt dem diensthabenden Referatsleiter die unmittelbare Verantwortlichkeit für die innere und äußere Sicherheit des Dienstobjektes sowie der Maßnahmen des. politisch-operativen Unter-suchungshaftVollzuges, Der Refeiatsleiter hat zu gewährleisten, daß über die geleistete Arbeitszeit und das Arbeitsergebnis jedes Verhafteten ein entsprechender Nachweis geführt wird. Der Verhaftete erhält für seine Arbeitsleistung ein Arbeitsentgelt auf der Grundlage der objektiven Beweisläge, das bisherige operativ-taktische Vorgehen einschließlich der Wirksamkeit der eingesetzten Kräfte und Mittel sowie der angewandten Methoden. Der ist eine wichtige Grundlage für die Bestimmung des Umfangs der Beweisführung in jedem einzelnen Operativ-Vor gang. Entsprechend den Tatbestandsanforderungen ist die Beweisführung im Operativ Vorgang sowie im Ermittlungsver fahren so zu organisieren, daß als Voraussetzung für die Feststellung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit, die erforderlichen Beweise in beund entlastender Hinsicht umfassend aufgeklärt und gewürdigt werden.

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