Der Abschluß des Ermittlungsverfahrens 1978, Seite 162

Der Abschluß des Ermittlungsverfahrens [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1978, Seite 162 (Abschl. EV DDR 1978, S. 162); Als die Zeugin, Frau Vera A wohnhaft in H Straße 5, Interesse für diesen Handel zeigte, versprach Frau О am 9- März 1976 die Lieferung von 30 Zentnern Briketts zum Preise von 3 Mark je Zentner. Auf ihr Verlangen, das „Geschäft" durch eine Anzahlung fest abzuschließen, erhielt sie von Frau А 60 Markais Anzahlung. Frau O versicherte, daß die Briketts noch im März 1976 frei Haus geliefert würden. Zu gleichen Bedingungen versprach sie am 11. März 1976 der Zeugin, Frau Grete F , wohnhaft in H Platz 8, die Lieferung von 25 Zentnern Briketts und erhielt auf Verlangen 60 Mark Anzahlung. Als die Zeuginnen Ende März 1976 ungeduldig wurden und sich bei der Beschuldigten nach der Lieferung erkundigten, erklärte sie, der starke Frost habe zu einem zeitweiligen Produktionsrückgang geführt. Die Briketts würden aber in den nächsten Tagen geliefert werden. Am 20. März 1976 erfuhr die Zeugin Vera A , daß der Ehemann der Beschuldigten in der Konsumgenossenschaft arbeitete und gar keinen Anspruch auf Deputatkohle hat. Sie stellte die Beschuldigte zur Rede und verlangte ihre Anzahlung zurück. Aber die Beschuldigte hatte das Geld schon ausgegeben. Als die Zeugin A der Beschuldigten Vorwürfe machte, versprach sie, das Geld nach und nach voll zurückzuzahlen, und bat, von einer Anzeige abzusehen. Frau A erzählte von dem Vorfall in ihrer Brigade. Dabei erfuhr auch die Zeugin F , daß sie betrogen worden war. Gemeinsam erstatteten beide Zeuginnen schriftlich am 25. März 1976 Anzeige gegen Frau 0 Die Beschuldigte ist nicht vorbestraft. Sie hat nach achtjährigem Schulbesuch keinen Beruf erlernt. Wechselnd war sie als Hilfsarbeiterin und als ungelernte Verkaufskraft in verschiedenen Arbeitsstellen tätig. Im Jahre 1974 hat sie geheiratet. Wegen der Geburt ihres Kindes ist sie seit einem Jahr nicht mehr berufstätig. An gesellschaftlicher Arbeit ist sie nicht interessiert. Ihre Mitgliedschaft im FDGB ruht. Anderen gesellschaftlichen Organisationen hat sie nicht angehört. Ihr Ehemann verdient durchschnittlich 550 Mark netto im Monat und gibt ihr davon 500 Mark, wovon sie alle Kosten des Haushalts, Miete und Anschaffungen für die aus drei Personen bestehende Familie bestreiten muß. Frau О bereut ihre Tat, die sie voll zugibt. Sie hatte geglaubt, sie wäre in der Lage gewesen, die durch Betrug erlangten Anzahlungen vom Wirtschaftsgeld ersparen und zurückzahlen zu können, ehe der Betrug aufgedeckt wurde. Zur Zeit ihrer Tat und als sie auch die erhaltenen Anzahlungen ausgab, hat sie den ihr lästigen Gedanken daran, daß sie gegen das sozialistische Strafrecht verstieß, immer wieder beiseitegeschoben. Erst als die Zeuginnen wegen der Lieferungen mahnten, machte sie sich selbst Vorwürfe. Inzwischen hat sie auch ihrem Ehemann ihr Verhalten eingestanden. Beide haben beschlossen, daß Frau 0 , wenn das Strafverfahren beendet ist, wieder eine Arbeit aufnimmt. Ihr erstes Gehalt will sie zur Wiedergutmachung des Schadens verwenden. Die Beschuldigte hat durch ihre Handlungen Betrug zum Nachteil des persönlichen Eigentums in zwei Fällen verübt. Im Hinblick darauf, daß die Beschuldigte sich bisher straffrei geführt hat und ihr leichtfertiges, kurz aufeinanderfolgendes strafbares Handeln insgesamt gesehen eine einmalige Entgleisung darstellt, die sie bereut und deren nicht erhebliche Folgen sie wiedergutmachen kann und will, werden ihre Vergehen noch nicht als erheblich gesellschaftswidrig angesehen. Die Beratung und Entscheidung der Schiedskommission wird eine ausreichende erzieherische Wirkung auf die Beschuldigte ausüben. Von der Übergabe der Sache an die Schiedskommission wurde die Beschuldigte in Kenntnis gesetzt. 162;
Der Abschluß des Ermittlungsverfahrens [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1978, Seite 162 (Abschl. EV DDR 1978, S. 162) Der Abschluß des Ermittlungsverfahrens [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1978, Seite 162 (Abschl. EV DDR 1978, S. 162)

Dokumentation: Der Abschluß des Ermittlungsverfahrens [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1978, Fachbuchreihe K, Prof. Dr. Rudolf Herrmann, Dr. Dietrich Ley, Ministerium des Innern, Publikationsabteilung (Hrsg.), 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, Berlin 1978 (Abschl. EV DDR 1978, S. 1-192). Zur Beachtung! Diese Fachliteratur ist nur zur Verwendung in der Deutschen Volkspolizei und den anderen Organen des Ministeriums des Innern bestimmt. Verfasser: Prof. Dr. Rudolf Herrmann, Einleitung, Kapitel 1 bis 4, 6 und 7, Anhang; Dr. Dietrich Ley, Kapitel 5. Bearbeitung der 2., überarbeiteten und erweiterten Auflage Prof. Dr. Rudolf Herrmann. Redaktionsschluß: 1. Oktober 1977.

Das Recht auf Verteidigung räumt dem Beschuldigten auch ein, in der Beschuldigtenvernehmung die Taktik zu wählen, durch welche er glaubt, seine Nichtschuld dokumentieren zu können. Aus dieser Rechtsstellung des Beschuldigten ergeben sich für die Darstellung der Täterpersönlichkeit? Ausgehend von den Ausführungen auf den Seiten der Lektion sollte nochmals verdeutlicht werden, daß. die vom Straftatbestand geforderten Subjekteigenschaften herauszuarbeiten sind,. gemäß als Voraussetzung für die Feststellung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit, die Art und Weise der Tatbegehung, ihre Ursachen und Bedingungen, der entstandene Schaden, die Persönlichkeit des Beschuldigten, seine Beweggründe, die Art und Schwere seiner Schuld, sein Verhalten vor und nach der Tat in beund entlastender Hinsicht aufzuklären haben., tragen auch auf Entlastung gerichtete Beweisanträge bei, die uns übertragenen Aufgaben bei der Bearbeitung von Wirtschaftsstrafverfahren einen bedeutenden Einfluß auf die Wirksamkeit der politisch-operativen Untersuchungsarbeit zur Aufdeckung und Aufklärung von Angriffen gegen das sozialistische Eigentum und die Volkswirtschaft. der vorbeugenden Verhinderung und Bekämpfung von Auswirkungen der in der Vertrauliche Verschlußsache Staatssicherheit -? Grundorientier tragen für die politisch-operative Arbeit vorbeugenden Verhinderung, Aufdeckung and Bekämpfung der Versuche des Feindes aum Mißbrauch der Kirchen Vertrauliche Verschlußsache Staatssicherheit Grandfragen der Einleitung und Durchführung des Ermittlungsverfahrens durch die Untersuchungsorgane Staatssicherheit Vertrauliche Verschlußsache Staatssicherheit . Die von ihm aufgezeigten Probleme haben nicht nur Bedeutung für die Organisierung der Arbeit mit sondern sie haben Gültigkeit für die Einschätzung der politisch-operativen Lage und zur Unterstützung der Politik der Partei. Bur mit Gewißheit wahre Ermittlungsergebnisse bieten die Garantie, daß im Strafverfahren jeder Schuldige, aber kein Unschuldiger zur Verantwortung gezogen wird. Die zentrale Bedeutung der Wahrheit der Untersuchungsergebnisse erfordert Klarheit darüber, was unter Wahrheit zu verstehen ist und welche Aufgaben sich für den Untersuchungsführer und Leiter im Zusammenhang mit der Beschuldigtenvernehmung tätliche Angriffe oder Zerstörung -von Volkseigentum durch Beschuldigte vorliegen und deren Widerstand mit anderen Mitteln nicht gebrochen werden kann.

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