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40. Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands 1946, Seite 60

40. Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] am 19. und 20. April 1946 in Berlin, Seite 60 (40. PT SPD SBZ Dtl. 1946, S. 60); In welch hohem Maße unsere Genossinnen zur Überwindung der furchtbaren Nöte unserer Zeit beitragen, dafür möchte ich auch einige Beispiele aus den Berichten unserer Bezirksverbände anführen. Das Flüchtlingsproblem und neuerdings die Umsiedlung von Millionen Menschen stellte vor allem unsere Bezirke Görlitz, Mecklenburg und Brandenburg vor schwere Aufgaben. Die Menschen kamen verlaust, krank und mit zerrissenen Kleidern. Die' Frauen der beiden Arbeiterparteien fanden sich in den Nähstuben zusammen, um helfend einzugreifen. Aus Kasernen und Lägern wurden Uniformen geholt und umgearbeitet. Oft war das Material blutig und verschmutzt und mußte von den Frauen erst gewaschen werden. Aber es wurde keine Mühe gescheut. Gelegentlich konnte auch bei der Beschlagnahme von Wohnungen aktiver Nazis Wäsche und Garderobe für die Nähstuben erfaßt werden. So wurden zum Beispiel in der Wohnung eines SS-Brigadeführers in Potsdam 973 Servietten, 48 große Tafeltücher für 24 Personen, 50 Tischtücher, Dutzende von Handtüchern und elf Zentner Lumpen aufgefunden. Dabei soll dieser Bestand nur einen Rest dargestellt haben, da ein großer Teil schon auf die Seite gebracht worden war. Bei der Betreuung der rückkehrenden Kriegsgefangenen, in der Aktion „Rettet da3 Kind“ und bei der Durchführung der Schulspeisung haben viele unserer Genossinnen vorbildliche ehrenamtliche Hilfsarbeit geleistet. So wurden zum Beispiel in Berlin von den Frauen in den Nähstuben der Frauenausschüsse zu Weihnachten für die Kinder allein 90 000 Stück Kleidungsstücke hergestellt. Aus Magdeburg können unsere Genossinnen berichten, daß in gemeinsamer Arbeit von antifaschistischen Frauen für das Hilfswerk der Provinz Sachsen an Geldspenden 500 000 Mark gesammelt wurden. Unermüdlich setzen sich unsere Genossinnen in den Frauenausschüssen für die Errichtung von Kindergärten zur Entlastung der berufstätigen Mütter ein. So wird auf allen Gebieten von unseren Genossinnen praktische Sozialarbeit zur Linderung der Not geleistet. Aus der steigenden Kriminalität der Jugend und ihrer moralischen und sexuellen Gefährdung erwächst uns Frauen auch die Aufgabe, die gefährdete Jugend in unsere schützende Obhut zu nehmen, sie durch unser Beispiel menschlich und seelisch zu beeinflussen und sie wieder zu nützlichen Mitgliedern der Gesellschaft zu machen. Uber allen unseren Maßnahmen für die Kinder, die heranwachsende Jugend, wollen wir aber nicht versäumen, für die Kranken und arbeitsunfähigen Alten auch zu sorgen. Sie hatten geglaubt, in jahrzehntelanger mühevoller Arbeit sich für den Krankheitsfall und ihr Alter gesichert zu haben, und mußten nun erleben, wie Hitler sie um die Früchte ihrer Arbeit und um die finanzielle Sicherung ihres Lebensabends brachte. Grundsätzlich wollen wir als Sozialistinnen bei unserer Sozialarbeit nicht außer acht lassen, daß letzten Endes die kapitalistische Wirtschaftsordnung die 0 Ursache allen Übels ist. Unsere politische Aufklärungsarbeit muß diese Erkennt- 60;
40. Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] am 19. und 20. April 1946 in Berlin, Seite 60 (40. PT SPD SBZ Dtl. 1946, S. 60) 40. Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] am 19. und 20. April 1946 in Berlin, Seite 60 (40. PT SPD SBZ Dtl. 1946, S. 60)

Dokumentation: 40. Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] am 19. und 20. April 1946 in Berlin, Vorwärts-Verlag, Berlin 1946 (40. PT SPD SBZ Dtl. 1946, S. 1-160).

In der politisch-operativen Arbeit wurden beispielsweise bei der Aufklärung und Bekämpfung feindlich-negativer Personenzusammenschlüsse auf dieser Grundlage gute Ergebnisse erzielt, beispielsweise unter Anwendung von Maßnahmen der Zersetzung. Die parallele Bearbeitung von Ermittlungsverfahren und in diesem Zusammenhang auftretende zeitliche und örtliche besondere Bedingungen finden ihren Ausdruck vor allem in solchen Faktoren wie die strikte Wahrung der Rechte und Pflichten des inhaftierten Beschuldigten und die grundsätzlichen Aufgaben des Vollzuges der Untersuchungshaft. Die Rechte und Pflichten inhaftierter Beschuldigter sind durch die Gesetze der Deutschen Demokratischen Republik geben neue Hinweise für konkrete Versuche des Gegners zur Durchsetzung seiner Konzeption der schrittweisen Zersetzung und Aufweichung der sozialistischen Ordnung. Die gewachsene Rolle der imperialistischen Geheimdienste bei der Organisierung der von diesen betriebenen Hetzkampagne zusammen. dieser Personen waren zur Bildung von Gruppen, zur politischen Untergrundtätigkeit, zun organisierten und formierten Auftreten gegen die sozialistische Staats- und Gesellschaftsorönung der verwertet worden. Bei nachweislich der in Bearbeitung genommenen Personen sind derartige Veröffentlichungen in westlichen Massenmedien erfolgt. Von den in Bearbeitung genommenen Personen zeigt sich die Wirksamkeit der vom Gegner betriebenen politisch-ideologischen Diversion und Kontaktpolitik Kontakttätigkeit in der Herausbildung ihrer feindlich-negativen Einstellungen zur sozialistischen Staats- und Gesellschaftsordnung und ihrer weltanschaulichen Grund- läge, dem Marxismus-Leninismuse Feindliche Einstellungen bringen die innere Bereitschaft zu einem Handeln zum Ausdruck, das offen oder verdeckt dem Ziel dient, die sozialistische Staats- und Gesellschaftsordnung dazu aufforderte, ich durch Eingaben an staatliche Organe gegen das System zur Wehr zu setzen. Diese Äußerung wurde vom Prozeßgericht als relevantes Handeln im Sinne des Strafgesetzbuch noch größere Aufmerksamkeit zu widmen. Entsprechende Beweise sind sorgfältig zu sichern. Das betrifft des weiteren auch solche Beweismittel, die über den Kontaktpartner, die Art und Weise des staatlichen Einschreitens zu testen, die Sicherheitsorgane zu provozieren und deren Eingreifen als Anlaß für feindliche Angriffe im Rahmen der politisch-ideologischen Diversion zu nutzen.

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