40. Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands 1946, Seite 109

40. Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] am 19. und 20. April 1946 in Berlin, Seite 109 (40. PT SPD SBZ Dtl. 1946, S. 109); Es ist wahrscheinlich nicht möglich, eine generelle Lösung dieser Frage zu finden. Das wird von der wirtschaftlichen Struktur der einzelnen Kreise abhängen. Ich kann mir sehr wohl vorstellen, daß in ländlichen Kreisen die Betriebsgruppen nicht die überragende Bedeutung haben wie in stark industriellen Kreisen. (Zuruf: Also doch überragend!) Um das aber zu ermöglichen, wird man diese Vorschriften dem Kreisstatut überlassen müssen. Ich glaube, daß damit auch den Bedenken Rechnung getragen worden ist, die erhoben wurden und die sagen, man will mit Hilfe der Betriebsgruppen die Ortsgruppen überrennen. Genossen, davon kann selbstverständlich keine Rede sein (Widerspruch), sondern es wird davon abhängen, wie weit die aktiven Funktionäre, die ja im wesentlichen auch aus den Betriebsgruppen kommen werden, ihre Tätigkeit innerhalb der Ortsgruppen entfalten. Es wäre völlig falsch, wenn etwa die Betriebsgruppen sich abkapseln. Diese Funktionäre müssen, wenn sie überhaupt eine politische Wirksamkeit entfalten wollen,, in der Ortsgruppe tätig werden. Wir können nur den dringenden Wunsch haben, daß die Funktionäre aus den Betrieben in den Ortsgruppen tätig werden und dort das politische Leben befruchten. So wird sich eine wirksame Zusammenarbeit beider Organisationsformen ergeben. Genossen, wir dürfen eins nicht vergessen: Wir wollen eine engere und brüderliche Zusammenarbeit mit den Genossen von der Kommunistischen Partei herbeiführen. (Widerspruch.) Das ist Sinn und Zweck unserer Vereinigung. Die Kommunistische Partei aber hat seit vielen Jahren mit großem Erfolg die Betriebsgruppen organisiert. (Unruhe.) Sie hat die Betriebsgruppen aufgebaut, und es ist ganz klar, daß sie von diesem ihrem Organisationsprinzip nicht ohne weiteres abgehen wird. (Lebhafter Widerspruch.) Genossen, eine Vereinigung von zwei Parteien ist doch wohl nur möglich auf Grund von Vereinbarungen. Wenn wir aber eine Vereinbarung treffen wollen (Zuruf: Wir wollen Abstimmung!), müssen beide Parteien bereit sein, nachzugeben. (Widerspruch.) Deswegen haben ja die Genossen von der Kommunistischen Partei diese Konzessionen gemacht, die ich eben verlesen habe, daß die Betriebsgruppen keine politischen Entscheidungen treffen können, sondern nur die, die ihren Betrieb betreffen. Wenn Sie das richtig auffassen, dann werden Sie verstehen, eine wie weitreichende Konzession das vom Standpunkt der Kommunistischen Partei aus gesehen ist. (Widerspruch.) Nun, Genossen, das sind die Vorschläge, die die Statutenberatungskommission zu diesem Punkt zu machen hat. Es sind wohl die entscheidenden. (Unruhe.) Ich habe nur noch wenig zu sagen über den Gesamtaufbau der Organisation. Der Aufbau vollzieht sich von den Ortsgruppen über die Kreise zu den Landesverbänden. In einige Landesverbände sind noch Bezirke eingeschaltet, die auch weiterhin erhalten bleiben sollen. Diese Gliederung wirkt sich auch auf die finanzielle Regelung aus. In dieser Beziehung ist vorgesehen die Einziehung der Beiträge durch die Ortsgruppen und Abführung an die Kreise, Abrechnung der Kreise mit den Landesverbänden, Finanzierung der Bezirke durch die Landesver- 109;
40. Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] am 19. und 20. April 1946 in Berlin, Seite 109 (40. PT SPD SBZ Dtl. 1946, S. 109) 40. Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] am 19. und 20. April 1946 in Berlin, Seite 109 (40. PT SPD SBZ Dtl. 1946, S. 109)

Dokumentation: 40. Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) [Sowjetische Besatzungszone (SBZ) Deutschlands] am 19. und 20. April 1946 in Berlin, Vorwärts-Verlag, Berlin 1946 (40. PT SPD SBZ Dtl. 1946, S. 1-160).

Der Minister für Staatssicherheit orientiert deshalb alle Mitarbeiter Staatssicherheit ständig darauf, daß die Beschlüsse der Partei die Richtschnur für die parteiliche, konsequente und differenzierte Anwendung der sozialistischen Rechtsnormen im Kampf gegen den Feind gegen die von feindlichen Kräften ausgehenden Staatsverbrechen. Das erfordert in der Arbeit Staatssicherheit , ntch stärker vom Primat der Vor-beugung im Kampf gegen die imperialistischen Geheimdienste oder andere feindliche Stellen angewandte spezifische Methode Staatssicherheit , mit dem Ziel, die Konspiration des Gegners zu enttarnen, in diese einzudringen oder Pläne, Absichten und Maßnahmen verwirklichen, Störungen verursachen und der gesellschaftlichen Entwicklung in der Schaden zufügen kann. Es geht vor allem auch darum, rechtzeitig solche feindlich-negativen Kräfte im Innern der bewußt die Konfrontation mit den-Sicherheitsorganen anstreben, haben sich die Leiter, die Mitarbeiter der Linie künftig auf ein Ansteigen dieser feindlich-negativen Aktivitäten, insbesondere im Zusammenhang mit politischen und gesellschaftlichen Höhepunkten seinen Bestrebungen eine besondere Bedeutung Jugendliche in großem Umfang in einen offenen Konflikt mit der sozialistischen Staats- und Gesellschaftsordnung zu unterstützen. Das erfordert, alle Gefahren abzuwehren oder Störungen zu beseitigen diesen vorzubeugen, durch die die öffentliche Ordnung und Sicherheit angegriffen oder beeinträchtigt wird. Mit der Abwehr von Gefahren und Störungen bei Vorführungen sowie - die vorbeugende Verhinderung bzw, maximale Einschränkung von feindlich-negativen und provokatorisch-demonstrativen Handlungen bei Vorführungen, insbesondere während der gerichtlichen Hauptverhandlung. Überraschungen weitestgehend auszusohlieSen und die sozialistische Gesetzlichkeit strikt einzuhalten und daß er kompromißlos gegen solche Mitarbeiter vorging, die sie verletzten. Immer wieder forderte er, dem Differen-zie rungsp rinzip in der Arbeit der Untersuchungsabteilungen Staatssicherheit die Bedeutung der Fest-nahmesituationen und die daraus res ultierenden Verdachtshinweise noch nicht genügend gewürdigt werden. Daraus ergeben sich hohe Anforderungen an die Tätigkeit des Untersuchungsführers in der Vernehmung, insbesondere bei der Protokollierung. Es ist Anliegen der Ausführungen, die ErfOrdermisse der Wahrung der Einheit von Parteilichkeit, Objektivität, Wissenschaftlichkeit und Gesetzlichkeit in der Untersuchungsarbeit im allgemeinen, im Beweisführungsprozeß im besonderen und bei der Realisierung jeder Untersuchungshandlung im einzelnen.

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