Wilhelm Zaisser


Wilhelm Zaisser:

Wilhelm Zaisser war von 1950 bis 1953 der erste Minister für Staatssicherheit in der Deutschen Demokratischen Republik.


Wilhelm Zaisser wurde in Rotthausen (bei Gelsenkirchen) am 20-06.1893 geboren. Vater Gendarmeriewachtmeister; 1899– 1913 Volksschule, Präparandenanstalt, Evangelisches Lehrerseminar; 1913/14 Militärdienst, danach Volksschullehrer in Essen; 1914–19 Militärdienst, 1916 Leutnant; anschließend erneut Lehrer; 1919 KPD; während des Kapp-Putsches einer der militärischen Leiter der sogenannten Roten Ruhrarmee; 1921 nach vier Monaten Gefängnis aus dem Schuldienst entlassen; 1921/22 Zeitungsredakteur; 1923–26 Mitglied der KPD-Bezirksleitung Ruhrgebiet bzw. Oberbezirksleitung West; März–Juni 1924 Lehrgang an der Militärpolitischen Schule der Komintern in Moskau; 1926 Mitarbeiter des Zentralkomitees der KPD, verantwortlich für militärpolitische Schulung; ab 1927 Mitarbeiter der KI in Moskau, 1927–30 Agent in der Mandschurei; 1930–32 in Prag; 1932 Mitglied der KPdSU(B), 1932–36 Leiter der Militärpolitischen Schule in Babowka bei Moskau; 1936–38 Teilnahme am Spanischen Bürgerkrieg, zunächst militärpolitischer Berater, ab November 1936 Kommandeur der XIII. Internationalen Brigade, Brigadegeneral (General "Gomez"), 1937 Kommandeur der Basis der Internationalen Brigaden in Albacete; 1938/39 Mitarbeiter des EKKI in Moskau; 1939–43 Chefredakteur der deutschen Sektion im Verlag für fremdsprachige Literatur in Moskau; 1943–46 Lehrer an Antifa-Schulen bzw. Leiter des deutschen Sektors für antifaschistische Schulung der Kriegsgefangenen.

 

Februar 1947 Rückkehr nach Deutschland, SED; 1947/48 Chef der Landesbehörde der Polizei Sachsen-Anhalt in Halle; 1948/49 Innenminister des Landes Sachsen; 1949/50 Leiter der Verwaltung für Schulung der Deutsche Verwaltung des Innern (DVdI), dann HV Ausbildung des MdI; 1949–54 Abgeordneter der Provisorischen Volkskammer bzw. Volkskammer; ab Februar 1950 der erste Minister für Staatssicherheit (MfS) der DDR und Mitglied des SED-PV/ZK und des Politbüros; Juli 1953 wegen "parteifeindlicher fraktioneller Tätigkeit" mit Rudolf Herrnstadt aus dem Politbüro und dem Zentralkomitee der SED ausgeschlossen und als Stasi-Minister abgesetzt; Januar 1954 Parteiausschluss; Wilhelm Zaisser war dann bis zum Tode als Übersetzer tätig; am 25.4.1993 rehabilitiert.

Sek.-Lit.: Helmut Müller-Enbergs: Wilhelm Zaisser (1893–1958). Vom königlich-preußischen Reserveoffizier zum ersten Chef des MfS, in: Dieter Krüger (Hrsg.): Konspiration als Beruf. Deutsche Geheimdienstchefs im Kalten Krieg. Berlin 2003.

Quelle / Jens Gieseke: Wer war wer im Ministerium für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), Herausgeber, BStU, Berlin 2012.

Nach Wilhelm Zaisser war folgend ab 1953 bis 1957 Ernst Wollweber der Minister für Staatssicherheit in der DDR.


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