Uwe Karlstedt


Uwe Karlstedt:

Uwe Karlstedt war Untersuchungsführer in der Untersuchungsabteilung IX/2 des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR in Berlin-Hohenschönhausen.

Uwe Karlstedt wurde 1955 in Sondershausen (Thüringen) geboren und lernte den Beruf eines Drehers. Mit 19 Jahren trat er in den Dienst des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und war zunächst im Wachregiment Erfurt tätig. Danach besuchte er die Unteroffiziersschule in Teupitz.

1978 wurde er auf einen von der Untersuchungsabteilung (HA IX) organisierten Lehrgang nach Gransee bei Berlin geschickt, den er mit „Auszeichnung“ absolvierte. Anschließend war er als operativer Mitarbeiter für die Bearbeitung von "politischer Untergrundtätigkeit (PUT)" zuständig. In dieser Untersuchungsabteilung HA IX/2 stieg er vom Hauptsachbearbeiter zum stellvertretenden Referatsleiter auf und absolvierte währenddessen ein Fernstudium an der Hochschule des MfS (JHS) in Potsdam-Eiche. Nach seiner Ernennung zum Hauptmann wurde er 1989 zum Major befördert. In Folge der Auflösung der Staatssicherheit wurde er 1989 entlassen.

Nach dem Ende der DDR arbeitete er zehn Jahre lang als Buchhalter und lebt heute als selbstständiger Computerspezialist in der Nähe von Berlin.

Seit 2006 ist Uwe Karlstedt mit einer ehemaligen Inhaftierten, Regina Kaiser verheiratet, die 1981 wegen "landesverräterischer Agententätigkeit und staatsfeindlicher Verbindungen" nach Berlin-Hohenschönhausen kam und von Uwe Karlstedt acht Monate lang vernommen wurde. Sie hatte gemeinsam mit Freunden versucht, eine linke Oppositionsgruppe zu gründen und gleichzeitig Kontakte in die Bundesrepublik zu unterhalten. Sie wurde zu 3 Jahre und 2 Monate verurteilt, saß sie für drei Jahre im Frauengefängnis Hoheneck und wurde dann von der Bundesrepublik freigekauft.

Das Entstehen und der Ausgang der "Liebesbeziehung", die in der zentralen Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen begann ist in dem Buch "Zwölf heißt `Ich liebe Dich´" veröffentlicht worden und wurde später verfilmt.

Publ: Regina Kaiser/Uwe Karlstedt: Zwölf heißt, ›Ich liebe Dich‹. Der Stasi-Offizier und die Dissidentin«, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2003.


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