Joachim Groth


Joachim Groth:

Joachim Groth verhörte als Untersuchungsführer der Untersuchungsabteilung IX im Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen zahlreiche Häftlinge. Er wurde 1985 wegen Alkoholismus aus dem Dienst des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) entlassen.

Der 1952 in Rostock geborene Groth trat nach dem Abitur mit 19 Jahren in den Dienst der Stasi und fungierte zunächst als Wachposten in der Bezirksverwaltung Rostock.

1973 versetzte man ihn in die Untersuchungsabteilung (HA IX) nach Berlin-Hohenschönhausen, wo er in der für die Bekämpfung der sogenannten „politischen Untergrundtätigkeit“ zuständigen Hauptabteilung IX/2 tätig war.

Als Untersuchungsführer der Untersuchungsabteilung verhörte er den Schriftsteller Jürgen Fuchs und später auch die SED-Kritiker Rudolf Bahro und Bärbel Bohley.

Nach seinem Aufstieg zum Referatsleiter 1984 wurden „Erscheinungen der Nichteinhaltung von Untersuchungsprinzipien, der Oberflächlichkeit, der mangelnden politisch-ideologischen Einflussnahme auf die ihm unterstellten Angehörigen sowie Anzeichen von Unehrlichkeit“ bemängelt.

Da Groth wiederholt mit einer „Alkoholfahne“ zum Dienst erschien und der Zentralmedizinische Dienst (ZMD) eine „durch übermäßigen Alkoholgenuss ausgelöste Leberstörung“ konstatierte, sollte Groth sich einer Gruppentherapie im Krankenhaus des MfS in Buch unterziehen. Kurz darauf stellte er jedoch ein schriftliches „Gesuch auf Entpflichtung“.

Im März 1985 nahm er nach seiner Entlassung wegen „Nichteignung für den Dienst im MfS“ eine Tätigkeit als Mitarbeiter in der Rechtsabteilung einer Berliner Möbelfabrik an.

Joachim Groth verstarb 2007.


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