Gunter Liebewirth


Gunter Liebewirth:

Gunter Liebewirth war Untersuchungsführer und dann Leiter der Abteilung 2 für die Bekämpfung der politischen Untergrundtätigkeit in der Untersuchungsabteilung IX/2 im Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen.

Der 1934 im Erzgebirge geborene Gunter Liebewirth absolvierte nach dem Besuch der Berufsschule die Lehre eines Kaufmanns. Bereits mit 20 begann er seinen Dienst als Unteroffizier bei der Stasi, dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR in der Kreisdienststelle Stollberg.

1955 wechselte er dann zur Untersuchungsabteilung IX in das Stasi-Gefängnis nach Berlin-Hohenschönhausen, wo er als Sachbearbeiter und später Hauptsachbearbeiter mit der Bearbeitung von politischen Gegnern in der zuständigen Unterabteilung HA IX/2 befasst war.

Gunter Liebewirth wurde dafür gelobt, dass er mit der „notwendigen Intensität und Zielstrebigkeit“ „zahlreiche Einzeltäter“ sowie „feindliche Untergrund- und Terrorgruppen“ entlarvte, besonders in Bereichen des Hochschulwesens, der Kultur und der Jugend. Für die „Bearbeitung eines langjährigen Spions des SPD-Ostbüros“ erhielt er 300 Mark - nur eine von insgesamt 56 Auszeichnungen und Belobigungen während seiner Karriere.

Schrittweise arbeitete er sich in der HA IX/2 immer weiter hoch, bis er es schließlich 1967 in die Leitung der Abteilung geschafft hat.

Während seines beruflichen Aufstiegs absolvierte der inzwischen zum Oberstleutnant beförderte Liebewirth ein Studium der Rechtswissenschaften und promovierte anschließend.

Auch seine Ehefrau war beim MfS hauptamtliche Mitarbeiterin. Im Operativ-technischen Sektor OTS erstellte sie naturwissenschaftliche Expertisen für andere Diensteinheiten des Ministeriums für Staatssicherheit.

Im Zuge der Auflösung des MfS wurde Gunter Liebewirth 1990 entlassen.


Zurück