Frank Osterloh


Frank Osterloh:

Als Untersuchungsführer der Untersuchungsabteilung (HA IX) arbeitete Frank Osterloh lange Jahre in der zentralen Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in Berlin-Hohenschönhausen.

Der 1941 in Berlin geborene Frank Osterloh ging nach dem Abitur zunächst für drei Jahre zur Nationalen Volksarmee (NVA).

1967 schloss er ein Jura-Studium als Diplom-Jurist ab. Im selben Jahr wurde er Untersuchungsführer bei der Militärstaatsanwaltschaft und zwei Jahre später beim Ministerium für Nationale Verteidigung.

Frank Osterloh trat 1971 in den Dienst des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). In der Untersuchungsabteilung HAIX kümmerte er sich um grundsätzliche „Rechtsfragen“, zunächst als „Operativer Mitarbeiter“, später als „Offizier für Sonderaufgaben“, von 1982 an als Gruppenleiter. Ein Jahr zuvor, 1981 erfolgte seine Beförderung zum Oberstleutnant.

An der juristischen Hochschule der Staatssicherheit (JHS) in Potsdam promovierte er mit einer Arbeit über die Bekämpfung politischer Untergrundtätigkeit in der DDR zum Dr. jur. der Rechtswissenschaften. Zu diesem Zweck wirkte er auch an der Vorbereitung von drei Prozessen mit, bei denen etwa der Wehrdienstverweigerer Nico Hübner zu fünf Jahren Haft und zwei Fluchthelfer zu je zwölf Jahren Gefängnis verurteilt wurden.

Seit Sommer 1989 leitete Frank Osterloh als Sekretär die SED-Grundorganisation der Stasi-Untersuchungsabteilung. Zuletzt war Frank Osterloh unter seinem direkten Vorgesetzten Dr. jur. Kurt Plache als stellvertretender Leiter für den Bereich Grundsatzfragen in der Auswertungs- und Kontrollgruppe (AKG) der Untersuchungsabteilung für das MfS tätig.

Literatur: Roman Grafe: Deutsche Gerechtigkeit. Prozesse gegen DDR-Grenzschützen und ihre Befehlsgeber, München 2004, S.156f / Hubertus Knabe: Die Täter sind unter uns. Über das Schönreden der SED-Diktatur, Berlin 2007, S. 165

Mitte der neunziger Jahre ermittelt die Zentrale Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität (ZERV) gegen den ehemaligen MfS-Untersuchungsführer Jörg Hübsch. 1999 wird der Rechtsanwalt Jörg Hübsch vor Gericht angeklagt, wegen Körperverletzung eines ehemaligen Gefangenen. Verteidigt wurde er von Rechtsanwalt Frank Osterloh. Das Urteil / Sechs Monate Haft auf Bewährung/

Publikation: Berliner Zeitung,Wie aus einem Vernehmer ein Anwalt wurde, während sein Opfer ein Opfer blieb, 15.01.2000.


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