Ernst Wollweber


Ernst Wollweber:

Ernst Wollweber war von 1953 bis 1957 Minister für Staatssicherheit in der Deutschen Demokratischen Republik.

Ernst Wollweber wurde in Hannoversch-Münden geboren. Der Vater Tischler; Volksschule; Schiffsjunge, Matrose, 1916–18 Kaiserliche Marine (U-Bootabteilung); 1918 aktiv am Matrosenaufstand beteiligt, Vorsitzender des Soldatenrats beim U-Boot-Kreuzerverband und Mitglied des Obersten Soldatenrats in Kiel; 1919 KPD, 1920/21 Teilnahme an den bewaffneten Kämpfen in Mitteldeutschland; 1921 Politischer Sekretär des KPD-Bezirkes Hessen-Waldeck, Mitglied des Zentralausschusses der KPD; 1922 Reichsparteischule der KPD; 1923 Leiter von Militärorganisationen der KPD in Hessen-Waldeck, dann in Thüringen, 1924 in Schlesien; 1924–26 Hochverratsprozess und Gefängnis; 1928–32 Abgeordneter des Preußischen Landtags, 1929/30 auch des Provinziallandtags Niederschlesien, November 1932– März 1933 des Reichstags; 1932 Reichsleiter des Einheitsverbands der Seeleute, Hafenarbeiter und Binnenschiffer in Hamburg; 1932 Leiter der Org.-Abteilung des Zentralkomitees der KPD, Mitglied des Sekretärs des Exekutivkomitees der Internationale der Seeleute und Hafenarbeiter (ISH); 1933 Sekretär der ISH in Kopenhagen; 1934 Leiter des Internationalen Seemannsklubs in Leningrad; ab 1936 Aufbau eines illegalen Apparates zur weltweiten Schiffssabotage gegen die sogenannten faschistischen Staaten, organisierte im Spanischen Bürgerkrieg auch Waffenlieferungen für die republikanische Regierung ("Wollweber"- Organisation, eigentlich die Organisation "Bernhard"), antifaschistischer Widerstandskampf (Sabotage), vor allem in Skandinavien; Mai 1940 in Schweden verhaftet, sechs Monate Strafarbeit, um der Auslieferung nach Deutschland zu entgehen, anschließend zu drei Jahren Haft verurteilt; nach Erhalt der sowjetischen Staatsbürgerschaft im November 1944 in die UdSSR ausgereist, Kuraufenthalt in Kislowodsk; 1945 Moskau.

März 1946 Rückkehr nach Deutschland; Mai 1946 SED, Stellvertreter bzw. ab 1947 Leiter der Generaldirektion für Schiffahrt; 1950–53 Staatssekretär im Ministerium für Verkehrswesen; ab Juli 1953 Staatssekretär bzw. Minister für Staatssicherheit (als Nachfolger des gestürzten Wilhelm Zaisser); 1954 VVO in Gold; 1954–58 Mitglied des Zentralkomitees der SED und Abgeordneter der Volkskammer, geriet in der Einschätzung der Entwicklung in Polen 1956 bzw. der Maßnahmen der DDR-Sicherheitskräfte im Herbst 1956 gegen oppositionelle Gruppen in Widerspruch zu Walter Ulbricht und Erich Honecker; 1957 krankheitshalber und "auf eigenen Wunsch" pensioniert, Mitglied der Kommission für gesamtdeutsche Fragen beim Bundesvorstand des FDGB; Januar 1958 Untersuchungsverfahren eingeleitet, Februar wegen "Fraktionstätigkeit" zusammen mit Karl Schirdewan aus dem Zentralkomitee der SED ausgeschlossen, folgend strenge Parteirüge, musste auch sein Volkskammermandat zurückgeben, Rentner.

Publ.: Aus Erinnerungen. Ein Porträt Walter Ulbrichts, in: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung 32(1990)3.

Quelle / Jens Gieseke: Wer war wer im Ministerium für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), Herausgeber, BStU, Berlin 2012.

Nach Ernst Wollweber war folgend ab 1957 bis 1989 Erich Milke der Minister für Staatssicherheit in der DDR.


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