Das Zentrale Haftkrankenhaus des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) befand sich im Sperrgebiet Berlin-Hohenschönhausen direkt auf dem Gelände der Zentralen Untersuchungshaftanstalt (UHA) des MfS. Der anfangs einstöckige Gefängnisbau beherbergte ursprünglich die Wäscherei und die Garagen der ehemalgen benachbarten Großküche. Ende 1940 residierte hier die Verwaltung des zentralen sowjetischen Untersuchungsgefängnisses, dem sogenannten U-Boot. 1950 wurde das Gebäude erweitert und zu einer Krankenstation umgebaut. Bei der letzten Erweiterung entstanden 1972 am Ostteil des Gebäudes drei Hofgangzellen, in denen Häftlinge an die frische Luft geführt werden konnten. Die nach oben offenen Zellen waren mit Maschendraht abgedeckt und wurden im Häftlingsjargon als "Tigerkäfige" bezeichnet.




Behandelt in Berlin-Hohenschönhausen


Die Erkrankung eines Häftlings war für das Ministerium für Staatssicherheit eine unerwünschte Störung der Ermittlungstätigkeit. Das Haftkrankenhaus hatte daher die vorrangige Aufgabe, erkrankte Gefangene wieder vernehmungsfähig und prozesstauglich zu machen.






Das Haftkrankenhaus unterstand dem Zentralen Medizinischen Dienst (ZMD) des MfS. In ihm wurden Gefangene aus den drei Berliner Untersuchungsgefängnissen - manchmal auch aus Haftanstalten der Bezirksverwaltungen des MfS - ambulant oder stationär behandelt. Dafür standen Krankenzellen mit 28 Betten zur Verfügung. In dem Gefängniskrankenhaus waren unter anderem angeschossene Flüchtlinge, schwer erkrankte Häftlinge oder Inhaftierte, die in Hungerstreik getreten waren, in Haft. Zwischen 21. Mai 1959 und 7. Dezember 1989 wurden insgesamt 2.694 Personen in das Haftkrankenhaus eingeliefert, 377 von ihnen mehrfach.








Das medizinische Personal im Haftkrankenhaus bestand ausnahmslos aus hauptamtlichen Mitarbeitern der Stasi, die eng mit den anderen Abteilungen des MfS zusammenarbeiteten. Die ärztliche Schweigepflicht war in der Praxis außer Kraft gesetzt, da die praktizierenden Ärtzte in ihrer Doppelfunktion in erster Linie ihre Pflichterfüllung gegenüber den Erfordernissen des MfS sahen. Von 1978 bis 1988 war Horst Böttger als forensischer Psychiater im Haftkrankenhaus tätig. 1989 arbeiteten hier unter Leitung von Dr. Herbert Vogel insgesamt 28 hauptamtliche MfS-Mitarbeiter.












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