Wolfgang Welsch


Wolfgang Welsch:

Wolfgang Welsch wurde 1944 geboren, war Schauspieler, versuchte, aus der DDR zu flüchten und war nach seinem Freikauf als Fluchthelfer engagiert.

1964 wurde er von der Stasi nach einem Fluchtversuch verhaftet und in die UHA nach Schwerin und danach in die UHA-Kissingenstraße verbracht. Verurteilt zu zwei Jahren wegen "staatsgefährdender Hetze" und "versuchten illegalen Verlassens der DDR", verbüßte er seine Haftstrafe in den StVA Bautzen und Brandenburg-Görden. Auf Initiative des Anwaltes Wolfgang Vogel wurde er 1966 vorzeitig aus der Haft entlassen.

Das Angebot, in die Bundesrepublik ausreisen zu können, lehnte er ab, weil er einen Film über seine Erfahrungen und das System DDR plante. Er begann eine Arbeit als Assistent bei der DEFA und parallel dazu mit zwei Freunden seine Dreharbeiten.

Nach Verrat wurde er erneut verhaftet. Da das MfS noch nicht erfahren hatte, dass er mit den Dreharbeiten begonnen hatte, wurde er wegen „Vorbereitungen“ eines Hetz-Films verurteilt. Anklage und Urteil lauteten auf fünf Jahre Haft wegen "Hochverrats".

Im Rahmen des Häftlingsfreikaufs gelangte er 1971 in die Bundesrepublik. Er studierte in Gießen Soziologie und promovierte 1977 in England. Vom Westen aus verhalf er mehr als 200 Ostdeutschen zur Flucht.

Das MfS versuchte deshalb mehrfach, Wolfgang Welsch zu liquidieren. Er setzte kurz nach dem Fall der Mauer die Strafverfolgung durch. Sein angeblicher Freund Peter Haack wurde als Giftattentäter überführt und 1994 wegen Mordversuchs zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Wolfgang Welsch lebt heute als Autor und Publizist in Sinsheim.


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