Stephan Krawczyk


Stephan Krawczyk:

Der Liedermacher Stephan Krawczyk zählt zu den prominenten Kritikern der SED-Diktatur am Ende der 1980er Jahre.

1955 in Weida geboren, wurde er nach seinem Wehrdienst 1976 Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). 1978 begann er ein Fernstudium im Fach Konzertgitarre in Weimar.

1981 erhielt er den Preis als bester Chansonsänger der DDR. Nach seinem Umzug nach Berlin 1984 befreundete er sich mit der Regisseurin Freya Klier. 1985 trat er aus der SED aus und erhielt wegen seiner kritischen Texte Berufsverbot.

In der Folge konnte er nur noch in Kirchen und Gemeinderäumen auftreten. Seine Texte und Lieder machten ihn in kirchlich-oppositionellen Kreisen bald überaus populär, veranlassten das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) aber zugleich zu umfangreichen Überwachungs- und Zersetzungsmaßnahmen.

Im November 1987 forderte er zusammen mit Freya Klier in einem Brief an das SED-Politbüromitglied Kurt Hager die Achtung der Menschenrechte, die Rücknahme ihrer Berufsverbote und die Unabhängigkeit von Kunst und Kultur in der DDR.

Auf dem Weg zu einer offiziellen Demonstration, an der er mit einem eigenen Transparent teilnehmen wollte, wurde er im Januar 1988 verhaftet und in die Stasi Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen gebracht.

Unter Androhung einer langjährigen Gefängnisstrafe wurde er dort dazu genötigt, seiner Ausreise in den Westen zuzustimmen. Gemeinsam mit Freya Klier wurde er Anfang Februar 1988 in die Bundesrepublik abgeschoben. Dort bestritt er zahlreiche Konzerte und Tourneen, die ihn auch ins Ausland führten.

Literatur:
Krawczyk, Stephan: Das irdische Kind (1996).


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