Rainer Dellmuth


Rainer Dellmuth:

Rainer Dellmuth wurde 1948 in Berlin geboren. In der DDR erzogen ihn seine Eltern nach christlichen und demokratischen Wertvorstellungen.

Bereits als 17-jähriger geriet er durch "staatsgefährdende Äußerungen" in das Visier des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Während seiner Ausbildung zum Buchdrucker legte die Stasi einen Operativen Vorgang (OV) über ihn an, in dem Maßnahmen zu seiner Überwachung und ein weiteres Vorgehen festgelegt wurden.

Im Alter von 18 Jahren wurde Rainer Dellmuth wegen „versuchter Republikflucht“ und "staatsgefährdender Hetze" verhaftet und im Dezember 1967 vom Stadtbezirksgericht Berlin-Köpenick zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

Nach seiner Haftentlassung beendete er seine Lehre und begann, das Abitur nachzuholen. Noch vor dem Abschluss seiner Schulausbildung wurde er im Oktober 1971 wegen "versuchten ungesetzlichen Grenzübertritts in einem besonders schwerem Fall" erneut verhaftet. Er kam in die Untersuchungshaftanstalt der Bezirksverwaltung des MfS in Berlin in der Kissingenstraße und wurde dort verhört. Folgend in einem Prozeß wurde er zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt.

Seine Haftzeit verbrachte er in den Untersuchungs- und Strafvollzugsanstalten von Berlin, Gera, Cottbus und Karl-Marx-Stadt (Chemnitz).

Im Mai 1972 wurde Rainer Dellmuth auf dem Wege eines Häftlingsfreikaufs in die Bundesrepublik abgeschoben.

Seine Erlebnisse in der DDR hat er in zwei autobiografischen Büchern niedergelegt.

Literatur: Dellmuth, Rainer: Ausflüge im "Grotewohl-Express", Berlin 1999 / Operativ-Vorgang "Lehrling": eine Jugend wird zerstört!, Berlin 1999 / Erinnerungen: "Reisen" mit dem "Grotewohl-Express", Verkehrsgeschichtliche Blätter, Heft 1/2006

Weitere Informationen zu Rainer Dellmuth im Internet.


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